Embraer 170 (Foto: Robert Spohr).
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Erneut Chaos bei Easyjet, KLM und British Airways

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Das vergangene Wochenende war erneut von vielen Flugstreichungen und Verspätungen geprägt. Besonders hart traf es Passagiere von KLM, Easyjet und British Airways. Der niederländische Carrier stellte wegen anhaltendem Chaos am Flughafen Amsterdam-Schiphol gar temporär den Ticketverkauf ein.

Bei Easyjet kamen gar zwei Faktoren zusammen: Einerseits hatte man ein IT-Problem, das bereits am Freitag begonnen hatte. Viele Flüge mussten aus diesem Grund gestrichen werden oder waren zum Teil sehr stark verspätet. Auf der anderen Seite hatte das Unternehmen beispielsweise im Vereinigten Königreich und in Berlin zu wenig fliegendes Personal zur Verfügung. Punktuell versuchte man durch das „Umdrehen“ von Umläufen von anderen Bases, beispielsweise Faro, aushelfen zu lassen, jedoch war dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wenig überraschend ist es an Deutschlands größer Easyjet-Basis, Berlin-Brandenburg, aufgrund zahlreicher Flugausfälle und vieler Verspätungen zu chaotischen Zuständen gekommen. Diesmal lag die Ursache aber nicht im Bereich der Ground-Handling-Dienstleister bzw. der Sicherheitskontrolle, sondern Easyjet hatte sowohl EDV-Probleme als auch zu wenige fliegende Mitarbeiter zur Verfügung. Ob ein Zusammenhang mit den erst vergangene Woche bekanntgewordenen Plänen, die den Abbau von rund 275 Stellen in Berlin-Brandenburg vorsehen, besteht, ist unklar.

Hunderte Streichungen bei British Airways

British Airways hatte neuerlich mit so akutem Personalmangel zu kämpfen, dass man ab dem Vereinigten Königreich über das gesamte Wochenende hinweg hunderte Flüge streichen musste. Es zeichnet sich bei der IAG-Tochter keine Besserung ab. Man versucht über eine neue Basis in Madrid zusätzliche Flugbegleiter zu bekommen, jedoch dürfte dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein.

Während der Corona-Pandemie baute British Airways überdurchschnittlich viele Mitarbeiter ab. Die über lange Zeitspannen hinweg äußerst restriktiven Einreise- und Quarantänebestimmungen des Vereinigten Königreichs wirkten sich massiv nachteilig auf die Nachfrage aus. Nun scheint sich die Personalpolitik dieser Fluggesellschaft zu rächen, denn man kann kaum neue Mitarbeiter im Vereinigten Königreich finden.

KLM musste Ticketverkauf temporär stoppen

Der Flughafen Amsterdam-Schiphol fällt bereits seit mehreren Wochen immer wieder negativ wegen chaotischer Zustände auf. Sowohl beim Airport als auch bei Ground-Handling-Dienstleistern und bei KLM fehlt es in vielen Bereichen an Personal. Lange Wartezeiten bei den Check-in-Schaltern und bei der Sicherheitskontrolle gehören schon fast jedes Wochenende zum gewohnten Bild.

Alle Maßnahmen, die Airport, Dienstleister und der größte Anbieter KLM bislang gesetzt haben, waren faktisch wirkungslos. Schon am Donnerstag gab es so lange Warteschlangen, die bis auf die Straße hinaus gereicht haben. Zu wenige Check-in-Schalter und Sicherheitskontrollinien standen zur Verfügung. Man hatte schlichtweg nicht mehr Personal zur Verfügung und Bewerbungen auf die offenen Stellen gibt es kaum. Arbeiten in der Luftfahrt ist in den Niederlanden aufgrund der Lockdowns und auch dem Verhalten der Arbeitgeber nicht mehr attraktiv.

Aufgrund der chaotischen Zustände entschied sich KLM sogar zur ungewöhnlichen Maßnahme, dass man temporär den Verkauf neuer Flugscheine eingestellt hat. Man wollte verhindern, dass kurzfristig noch mehr Reisende zum Schiphol-Airport kommen. Lokale Gewerkschaften kritisieren die Überbelastung des Personals und warnen vor dem endgültigen Kollaps in den Sommerferien, also der traditionellen Hauptreisezeit. Offensichtlich ist man bereits jetzt mit dem Fluggastaufkommen in Amsterdam überfordert.

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