Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) meldet eine weitere personelle Veränderung in seiner obersten Führungsebene. Geschäftsführer Stefan Korsch hat das Unternehmen verlassen, um sich künftig neuen beruflichen Projekten zuzuwenden. Korsch hatte die Position seit April 2025 inne.
Die Leitung des Fonds übernimmt bis auf Weiteres Andreas Gent, der erst Ende März 2026 in die Geschäftsführung zurückgekehrt war. Gent wird die Organisation gemeinsam mit dem bestehenden Führungskreis leiten, um die Kontinuität der operativen Geschäfte zu gewährleisten.
Dieser Abgang reiht sich in eine Serie von personellen Rochaden ein, die den DRSF in den vergangenen Monaten beschäftigt haben. Erst Ende Februar 2026 schied der Co-Geschäftsführer Ali Arnaout nach dreijähriger Tätigkeit aus, da eine Verlängerung seines Vertrages aufgrund von Unstimmigkeiten über die Rahmenbedingungen scheiterte. Damit verliert der Fonds innerhalb kurzer Zeit zwei seiner zentralen Führungspersönlichkeiten. Der DRSF wurde infolge der Insolvenz von Thomas Cook gesetzlich verankert, um im Falle einer Pleite eines Reiseveranstalters die Rückreise und Erstattungen für Pauschalreisende abzusichern.
Die Gesellschafter des Fonds, allen voran der Deutsche Reiseverband (DRV), betonen trotz der personellen Unruhe die strategische Bedeutung der Einrichtung. Achim Wehrmann, Hauptgeschäftsführer des DRV, erklärte, dass man die Geschäftsführung weiter stärken und den DRSF so aufstellen werde, dass künftige Aufgaben bewältigt werden können. Der Fonds fungiert als sichernde Instanz für den gesamten deutschen Reisemarkt und verwaltet erhebliche Finanzmittel, die durch Beiträge der Reiseveranstalter aufgebracht werden. Eine stabile Führung gilt daher als essenziell für das Vertrauen der Branche und der Verbraucher.
Branchenexperten beobachten die häufigen Wechsel an der Spitze des erst vor wenigen Jahren gegründeten Fonds mit einer gewissen Skepsis. Die Herausforderung für Andreas Gent wird nun darin bestehen, die operative Stabilität wiederherzustellen und gleichzeitig die organisatorische Weiterentwicklung voranzutreiben. Der DRSF untersteht der Aufsicht des Bundesjustizministeriums und muss strenge regulatorische Anforderungen erfüllen. Über die genaue Nachfolgeregelung für die vakante Position von Stefan Korsch machte die Organisation bislang keine konkreten Angaben, was Raum für Spekulationen über die künftige Struktur der Geschäftsführung lässt.