Die deutsche Fluggesellschaft Eurowings hat mit Wirkung zum Februar 2026 Max Kownatzki als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung eingesetzt. Der 53-jährige Manager tritt die Nachfolge von Jens Bischof an, der das Unternehmen zum Jahresende 2025 verlassen hat. Kownatzki ist in der Branche kein Unbekannter; er wechselt direkt von der Spitze der SunExpress, einem Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, zurück zu Eurowings. Dort hatte er bereits 2015 die Gründung der Eurowings Europe als Chief Commercial Officer begleitet und später die strategische Geschäftsentwicklung des Konzerns verantwortet. Sein Amtsantritt am Standort Köln/Bonn markiert den Beginn einer neuen strategischen Phase für den größten deutschen Ferienflieger.
Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen die Erwartungen an den neuen CEO: Kownatzki gilt als Sanierungsexperte und Wachstumsstratege, der SunExpress erfolgreich durch die Krise führte und die Flotte dort auf über 85 Maschinen verdoppelte. Bei Eurowings trifft er auf eine stabilisierte operative Basis, die er nun durch den Ausbau des Streckennetzes in Richtung Osteuropa und den Kaukasus sowie eine verstärkte Digitalisierung des Vertriebs weiterentwickeln soll. Die Geschäftsführung wird durch Kai Duve und Edi Wolfensberger komplettiert, womit die Airline auf eine Mischung aus kaufmännischer Expertise und operativer Flugbetriebserfahrung setzt.
Die berufliche Laufbahn Kownatzkis unterstreicht seine internationale Ausrichtung. Nach seiner Promotion in Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen war er unter anderem als Partner bei der Strategieberatung Oliver Wyman und als Strategiechef für die australische Jetstar tätig. Ein besonderes Merkmal des neuen Geschäftsführers ist seine kommerzielle Pilotenlizenz, die ihm ein tiefgreifendes Verständnis für die operativen Prozesse des Flugbetriebs ermöglicht. Diese Kombination aus strategischem Management und technischem Fachwissen soll helfen, die Profitabilität der Lufthansa-Tochter im harten Wettbewerb mit europäischen Günstigfliegern langfristig zu sichern.
Branchenexperten beobachten den Wechsel mit großem Interesse, da Eurowings unter der neuen Führung voraussichtlich die Synergien innerhalb der Lufthansa Group weiter schärfen wird. Kownatzki war in der Vergangenheit bereits für die Netzplanung der Hub-Airlines der Gruppe zuständig und kennt die internen Strukturen genau. Seine Aufgabe wird es sein, das Preis-Leistungs-Versprechen der Marke Eurowings zu festigen und gleichzeitig die Marktführerschaft an deutschen Sekundärflughäfen wie Köln/Bonn, Düsseldorf und Hamburg zu verteidigen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie er die Kapazitätsplanung für den Sommerflugplan 2026 an die sich verändernde globale Nachfrage anpasst.