Die Deutsche Lufthansa AG hat Medienberichte über eine angebliche Stilllegung von Teilen ihrer Flugzeugflotte aufgrund von Treibstoffmangel entschieden zurückgewiesen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hatte zuvor berichtet, dass der Luftfahrtkonzern wegen einer sich verschärfenden Kerosinknappheit die vorübergehende Aussetzung des Betriebs von bis zu 40 Verkehrsflugzeugen vorbereite.
Laut Konzernangaben basierte die Berichterstattung jedoch auf veralteten Aussagen von Vorstandschef Carsten Spohr, die im Rahmen einer internen Mitarbeiterversammlung im März getätigt worden waren. Das Magazin hat den entsprechenden Artikel nach dem offiziellen Dementi der Fluggesellschaft vollständig zurückgezogen.
Der fehlerhafte Bericht hatte detailliert über zwei angebliche Krisenpakete spekuliert, die eine Reduzierung des Sitzplatzangebots um 2,5 beziehungsweise 5 Prozent vorsahen, um auf Engpässe bei der Kraftstoffversorgung an internationalen Verkehrsflughäfen zu reagieren. Die Lufthansa sowie ihre Tochtergesellschaft Austrian Airlines stellten klar, dass diese Überlegungen für den aktuellen Flugbetrieb gegenstandslos sind. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Versorgungssicherheit für den laufenden Sommerflugplan vollumfänglich gewährleistet sei und das finanzielle Risiko durch volatile Treibstoffpreise mittels langfristiger Absicherungsgeschäfte im Rohölmarkt, dem sogenannten Hedging, abgefedert wird.
Luftfahrtanalysten bewerten den medialen Vorfall als Symptom einer nervösen Branche, die unter den Auswirkungen geopolitischer Konflikte leidet. Zwar führten Verwerfungen im Nahen Osten im Frühjahr zu zeitweisen Produktionseinschränkungen bei europäischen und asiatischen Raffinerien sowie zu gestiegenen Einkaufspreisen für Kerosin, physische Lieferausfälle blieben im europäischen Luftraum jedoch aus. Die heftige Reaktion an den Finanzmärkten, wo die Lufthansa-Aktie im nachbörslichen Handel zeitweise unter Druck geriet, verdeutlicht die Sensibilität von Investoren gegenüber potenziellen Ressourcenengpässen im Transportsektor.