ATR72-500 (Foto: Anna Zvereva).
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Finnair nimmt Flugverbindungen nach Tampere und Turku wieder auf

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Die finnische Nationalfluggesellschaft Finnair modifiziert ihre Netzwerkstrategie auf dem Heimatmarkt und kehrt zu einer stärkeren fliegerischen Erschließung der heimischen Regionen zurück. Ab Oktober 2026 wird das Unternehmen die Linienflüge von seinem zentralen Drehkreuz Helsinki-Vantaa zu den wirtschaftlich bedeutenden Großstädten Tampere und Turku nach mehrjähriger Unterbrechung wieder in das reguläre Flugprogramm aufnehmen.

Die beiden südfinnischen Destinationen werden dadurch direkt an das interkontinentale Streckennetz der Airline angebunden, welches rund 90 Ziele auf dem europäischen Kontinent, elf Destinationen in Asien, sieben Flughäfen in Nordamerika sowie einen Zielort in Australien umfasst. Das Management reagiert mit diesem Schritt auf Forderungen der regionalen Wirtschaftsgemeinschaften nach einer schnelleren Anbindung an globale Transitwege.

Die Fluggesellschaft hatte die kurzen Flugstrecken in den Jahren 2022 und 2023 im Zuge tiefgreifender Sparmaßnahmen und einer strategischen Neuausrichtung eingestellt und temporär durch reine Busverbindungen ersetzt. Ab Herbst 2026 wird das operative Konzept nun grundlegend angepasst: Während die Busse für Passagiere tagsüber weiterhin als Zubringer im Einsatz bleiben, wird der späte Abend- und Nachtverkehr vollständig auf die Schiene beziehungsweise die Luft verlagert. Der neue Flugplan sieht tägliche Spätflüge vor, die Geschäftsreisenden und Urlaubern den Anschluss an die großen europäischen Morgenwellen in Helsinki ermöglichen. Für den Nachmittagsverkehr nutzt Finnair ein kombiniertes Umlaufsystem. So wird ein Flug von Oulu nach Helsinki einen Zwischenstopp in Tampere einlegen, während eine Verbindung von Stockholm nach Helsinki über Turku geleitet wird.

Für die Durchführung dieser Inlandsflüge greift der Carrier auf Regionalflugzeuge des Typs ATR zurück, die je nach Konfiguration über eine Kapazität von 68 bis 70 Sitzplätzen verfügen. Diese Turboprop-Maschinen werden im Rahmen von Wet-Lease-Abkommen standardmäßig von der regionalen Tochtergesellschaft Nordic Regional Airlines (NoRRA) betrieben. Wie der im Sommer 2024 angetretene Finnair-Präsident und Vorstandsvorsitzende Turkka Kuusisto in diesem Zusammenhang erklärte, sind Tampere und Turku wichtige Wachstumspole des Landes, deren Anbindung an das Nachmittags- und Abendgeschäft des Hubs in Helsinki die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken soll.

Der Ausbau des inländischen Zubringernetzes erfolgt vor dem Hintergrund einer veränderten geopolitischen Lage für die skandinavische Luftfahrt. Seit der Sperrung des russischen Luftraums musste Finnair ihr traditionelles Geschäftsmodell, das stark auf schnellen Transitverbindungen zwischen Europa und Nordostasien basierte, sukzessive umbauen. Die Stärkung des regionalen Netzes und die engere Taktung mit europäischen Großstädten sowie ausgewählten nordamerikanischen Destinationen dienen dazu, die Flottenauslastung am Flughafen Helsinki zu optimieren und neue Passagiersegmente außerhalb der klassischen Asien-Routen zu generieren.

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