Der Flugzeugleasingkonzern AerCap hat auf der Farnborough International Airshow einen Festauftrag über 15 zusätzliche Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 Dreamliner bekannt gegeben.
Durch die Vereinbarung wächst der Gesamtbestand der 787-Flotte im Portfolio des Unternehmens auf rund 140 Maschinen. Das Abkommen räumt dem Leasinggeber zudem das Recht ein, Aufträge flexibel auf die größere Variante 787-10 umzustellen. Damit reagiert das Unternehmen auf die veränderten Kapazitätsanforderungen internationaler Fluggesellschaften, die ihren eigenen Kapitalbedarf für Direktkäufe beim Hersteller reduzieren wollen.
Der Markt für Großraumflugzeuge verzeichnet nach der pandemiebedingten Erholungsphase wieder eine stabilere Nachfrage. Fluggesellschaften weltweit setzen verstärkt auf geleastes Fluggerät, um Streckennetze auf der Langstrecke flexibel anzupassen und Risiken bei der Flottenerneuerung auszulagern. Die Vereinbarung zwischen Boeing und AerCap unterstreicht diesen Branchentrend, bei dem Leasinggesellschaften eine zentrale Rolle als Abnehmer für Flugzeughersteller einnehmen. Der erste Dreamliner an AerCap wurde bereits im Jahr 2013 ausgeliefert, was die langjährige Zusammenarbeit beider Unternehmen verdeutlicht.
Trotz des Auftragszuwachses steht der Flugzeughersteller Boeing weiterhin vor operativen Herausforderungen bei der Produktion und Auslieferung der 787-Reihe. Qualitätskontrollen, behördliche Vorgaben sowie Verzögerungen in den internationalen Lieferketten führten in der Vergangenheit wiederholt zu Stauungen im Fertigungsprozess. Für Leasinggesellschaften und deren Kunden bedeuten solche Lieferverzögerungen oft erhebliche Planungsunsicherheiten bei der Bereitstellung von Kapazitäten für den Flugbetrieb.
Die ökonomische Effizienz der bestellten Einheiten bleibt im internationalen Flugbetrieb ein entscheidender Faktor. Mit der Option auf die größere 787-10, die rund 50 Passagiere mehr befördern kann als die Basisvariante, erhalten Airlines zusätzliche Flexibilität auf stark frequentierten Strecken. Wie rasch die neu georderten Flugzeuge in den aktiven Dienst bei den Kunden von AerCap treten können, hängt maßgeblich von der Stabilisierung der Produktionsraten im Boeing-Werk in North Charleston ab.