Die US-amerikanische Fluggesellschaft Hawaiian Airlines wird ihre veralteten Passagierflugzeuge des Typs Boeing 717 schrittweise ausmustern und im regionalen Inselverkehr durch Maschinen des Typs Boeing 737-800 ersetzen. Das gab die Muttergesellschaft Alaska Air Group bekannt, die die Übernahme von Hawaiian Airlines vor Kurzem abgeschlossen hat.
Die in Honolulu zu stationierenden Flugzeuge sollen nach der operativen Integration weiterhin von lokal ansässigen Cockpit- und Kabinenbesatzungen geflogen werden. Die Bestuhlung der Boeing 737-800 bringt eine deutliche Veränderung der Kabinenaufteilung mit sich, darunter eine vergrößerte First Class, erweiterte Premium-Sitzbereiche sowie die Bereitstellung von Starlink-WLAN-Zugängen und Stromanschlüssen an den Sitzen.
Die Ausmusterung der Boeing 717 markiert den Abschied von einem Flugzeugtyp, der über zwei Jahrzehnte hinweg das Rückgrat der Transportverbindungen zwischen den hawaiianischen Inseln bildete. Die zweistrahligen Maschinen wurden speziell für kurze Flugdauern und eine hohe Frequenz von täglichen Starts und Landungen geschätzt. Allerdings erschweren das hohe Alter der Flotte, gestiegene Aufwände bei der Ersatzteilbeschaffung und die Einstellung der Triebwerksproduktion den wirtschaftlichen Weiterbetrieb. Mit dem Einsatz der größeren Boeing 737-800 reagiert der Mutterkonzern auf die Nachfrageentwicklung im regionalen Flugverkehr und erweitert zudem die Frachtkapazitäten für Güter und Gepäckstücke.
Trotz der angekündigten Modernisierung verweisen Luftfahrtexperten auf betriebliche Herausforderungen, die mit der Umstellung verbunden sind. Der Betrieb der Boeing 737-800 auf extremen Kurzstrecken mit Flugzeiten von teils unter 30 Minuten führt durch die hohe Anzahl an Zyklusbelastungen zu einer beschleunigten Abnutzung von Fahrwerk und Zelle, was angepasste Instandhaltungsintervalle erfordert. Zudem bedeutet der Einsatz größerer Flugzeuge mit mehr Sitzplätzen eine Veränderung der Taktung, da die Auslastung der einzelnen Abschnitte im Vergleich zum flexibleren Betrieb der kleineren Boeing 717 genauer gesteuert werden muss.
Der Flottentausch fügt sich in die Konsolidierung der operativen Abläufe unter dem Dach von Alaska Airlines ein. Die Standardisierung der Flotte auf Boeing-Muster soll die Wartung vereinfachen und flexiblere Personaleinsätze innerhalb der Gesamtgruppe ermöglichen. Wie rasch die Umstellung vollständig abgeschlossen werden kann, hängt unter anderem von den Umschulungszeiten der Piloten und der Verfügbarkeit von Wartungsslots an den Drehkreuzen ab.