Am 4. November 2025 ereignete sich am internationalen Flughafen von Manila (MNL) ein sicherheitsrelevanter Vorfall, als ein Boeing 787-9-Flugzeug der Fluggesellschaft Gulf Air, das als Flug 155 nach Bahrain (BAH) unterwegs war, unerlaubt auf die aktive Start- und Landebahn 06 rollte. Dieser Zwischenfall, bekannt als runway incursion oder Pistenunbefugtes Rollen, erforderte ein schnelles und entschlossenes Eingreifen der Fluglotsen.
Diese wiesen umgehend ein im Endanflug befindliches Landeflugzeug an, einen Fehlanflug, oder go-around, durchzuführen, während die Gulf Air Maschine aufgefordert wurde, die Piste unverzüglich über den nächsten Rollweg zu verlassen. Dank der Standard-Abwehrmaßnahmen der Flugsicherung konnte die unmittelbare Gefahr neutralisiert werden. Es gab keine Verletzungen, Sachschäden oder abgebrochene Starts. Der Flugbetrieb normalisierte sich rasch wieder, und der Gulf Air Flug konnte kurz darauf mit minimaler Gesamtverzögerung seine Reise antreten. Der Vorfall wird nun von den zuständigen Luftfahrtbehörden untersucht, um die genauen Umstände des Fehlers zu klären.
Detaillierte Rekonstruktion des Zwischenfalls
Der Vorfall ereignete sich lokalen Berichten zufolge gegen 16:39 Uhr Ortszeit. Die Boeing 787-9 von Gulf Air mit dem Rufzeichen Gulf Air 155 befand sich auf dem Weg zur Startposition. Anstatt dem zugewiesenen Rollweg C zu folgen, rollte die Besatzung des Langstreckenjets versehentlich direkt auf die Start- und Landebahn 06. Zu diesem Zeitpunkt befand sich ein anderes Flugzeug im kurzen Endanflug zur Landung auf derselben Piste.
Die Fluglotsen im Tower von Manila erkannten die kritische Situation sofort. Die Pistenfreigabe hat in der Luftfahrt oberste Priorität, und eine unbefugte Anwesenheit stellt eine unmittelbare Bedrohung der Sicherheit dar. In Übereinstimmung mit den etablierten Sicherheitsprotokollen erteilte die Flugsicherung zwei zeitgleiche und entscheidende Anweisungen: Der Gulf Air Crew wurde befohlen, die Piste sofort zu verlassen, und der ankommenden Maschine wurde der Befehl zum go-around erteilt.
Ein go-around ist ein routinemäßiges Manöver, das jederzeit auf Anweisung der Flugsicherung oder durch die Flugbesatzung selbst eingeleitet werden kann, wenn die Bedingungen für eine sichere Landung nicht gegeben sind. Das ankommende Flugzeug stieg daraufhin sicher durch und wurde von der Flugsicherung in eine Warteposition manövriert. Es landete etwa zwanzig Minuten später ohne weitere Vorkommnisse. Die schnelle Reaktionskette der Fluglotsen verhinderte effektiv eine mögliche Kollision oder einen schwerwiegenden Verlust der Sicherheitsabstände.
Die entscheidende Rolle der Flugsicherung und globaler Sicherheitsnetze
Dieser Zwischenfall in Manila unterstreicht die fundamentale Bedeutung der menschlichen Überwachung und der standardisierten Sicherheitsprotokolle in der modernen Luftfahrt. Pistenunbefugtes Rollen zählt global zu den größten Sicherheitsrisiken im Flugbetrieb, da es oft zu Zusammenstößen oder Beinahe-Zusammenstößen führt. Die internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und nationale Regulierungsbehörden weltweit führen das Risiko von Pistenkollisionen regelmäßig als kritischen Schwerpunkt in ihren Sicherheitsberichten.
Experten sind sich einig, dass die größte Herausforderung bei der Vermeidung von Pistenunbefugtem Rollen im sogenannten Human Factor liegt. Ursachen sind häufig räumliche Desorientierung am Boden, die Komplexität von Rollwegen an großen Drehkreuzen wie Manila, Kommunikationsfehler zwischen Piloten und Flugsicherung oder eine unzureichende Vorbereitung der Cockpit-Besatzung auf die Bodenbewegungen (Taxi Briefing).
Der Vorfall wird voraussichtlich als Pistenunbefugtes Rollen der Kategorie C oder D eingestuft, da die Sicherheitsabstände zwar kurzzeitig kompromittiert waren, der Konflikt jedoch schnell aufgelöst und eine Katastrophe abgewendet wurde. Weltweit führen Luftfahrtbehörden umfangreiche Schulungen und technische Verbesserungen wie fortschrittliche Bodenüberwachungssysteme ein, um solche Vorfälle zu minimieren. In diesem Fall jedoch war es die klare und schnelle Befehlskette der Flugsicherung, die als letzte Verteidigungslinie erfolgreich griff. Das rasche Handeln der Fluglotsen bestätigte die Wirksamkeit der mehrschichtigen Sicherheitsnetze, die menschliches Versagen antizipieren und eindämmen sollen.
Auswirkungen auf Passagiere und operative Kosten
Die direkten Auswirkungen des Vorfalls auf die Reisenden waren gering. Für die Passagiere des zur Landung anfliegenden Flugzeugs bedeutete der go-around einen kurzen, unerwarteten Steigflug und eine Wartezeit von etwa zwanzig Minuten. Obwohl ein go-around ein Standardverfahren ist und die Besatzungen umfassend dafür geschult sind, kann das abrupte Manöver bei Reisenden kurzfristig zu Verunsicherung führen.
Für die Passagiere an Bord des Gulf Air-Fluges 155 war die Beeinträchtigung auf eine kurze Unterbrechung des Rollvorgangs und eine geringfügige Verlängerung der Wartezeit vor dem Start beschränkt. Da der Flug letztendlich nahezu planmäßig in Bahrain landete, war das Risiko verpasster Anschlussflüge oder erheblicher Reiseverzögerungen minimal. Aufgrund der geringfügigen Verspätung und des Umstands, dass kein wesentlicher Dienstleistungsausfall vorlag, ist es unwahrscheinlich, dass Passagiere Anspruch auf Entschädigungen haben.
Die finanziellen Folgen für die Fluggesellschaft Gulf Air sind ebenfalls als gering einzustufen. Da keine Sachschäden, keine Umleitungen und keine massiven Verspätungen resultierten, beschränken sich die Kosten im Wesentlichen auf administrative Nachbereitung. Dazu zählen die Aufwendungen für die interne Untersuchung des Vorfalls, die möglicherweise erforderlichen zusätzlichen Schulungen oder Briefings der betroffenen Besatzung sowie die Umsetzung aller regulatorisch vorgeschriebenen Maßnahmen.
Strategische Bedeutung für Gulf Airs Expansion
Der Vorfall in Manila dient Gulf Air als kritischer Moment, der die Notwendigkeit operativer Exzellenz unterstreicht, insbesondere angesichts der laufenden strategischen Expansion der Fluggesellschaft in neue Langstreckenmärkte. Das Unternehmen baut sein Netzwerk unter Einsatz der Boeing 787-9 kontinuierlich aus und erschließt komplexere Flughäfen. Mit dem Wachstum des Netzwerks und dem Betrieb in unterschiedlichen Flugverkehrskontrollumgebungen steigt auch die Anfälligkeit für operative Fehltritte wie Pistenunbefugtes Rollen.
Für Gulf Air ist es von strategischer Bedeutung, derartige operationelle Ausrutscher, insbesondere in hochfrequentierten und komplexen Märkten, zu minimieren. Eine erfolgreiche Expansion, wie etwa in nordamerikanische Drehkreuze, erfordert eine extrem robuste Disziplin bei der Einweisung der Besatzung in die Rollverfahren. Der Vorfall bietet der Fluggesellschaft die Gelegenheit, ihre Sicherheitsmanagementsysteme zu überprüfen und zu verstärken.
Dies beinhaltet die Implementierung verbesserter Rollkarten, die Betonung von klar strukturierten „Heads-up“-Kommandos im Cockpit während des Rollvorgangs und die Vertiefung des Crew Resource Managements. Durch die nachweisliche Verstärkung dieser Kontrollen kann Gulf Air ihre Markenbotschaft eines sicheren, zuverlässigen Premium-Dienstleisters im Rahmen ihrer Expansion in den Langstreckenverkehr wirksam unterstützen. Der Zwischenfall erinnert die gesamte Luftfahrtbranche daran, dass Sicherheit niemals als selbstverständlich angesehen werden darf und ständige Wachsamkeit am Boden ebenso entscheidend ist wie in der Luft.