Der Flughafen MR Štefánik in Bratislava beginnt die kommende Wintersaison mit einem bedeutenden operativen Erfolg: Der Winterflugplan 2025/2026 umfasst eine historische Höchstzahl von 49 regulären Flugstrecken zu 42 Zielen in 21 Ländern. Damit übertrifft das Winterangebot nicht nur den vergangenen Sommerflugplan, sondern auch den bisherigen Rekordwert von 48 Linienflügen aus dem Sommer 2019. Die neue strategische Ausrichtung des Flughafens zielt klar darauf ab, eine ganzjährige Aktivität zu gewährleisten und die traditionell schwächeren Wintermonate mit einem attraktiven und breiten Flugangebot zu füllen.
Der Plan, der mit der Zeitumstellung am Sonntag, den 26. Oktober 2025, in Kraft tritt und bis Ende März 2026 gültig ist, wird von fünf Fluggesellschaften getragen: Wizz Air, Ryanair, Air Cairo, Pegasus Airlines und Smartwings. Insbesondere die ungarische Wizz Air festigt ihre dominante Position mit insgesamt 25 Linienflügen, die bis Ende des Winterflugplans auf 27 ansteigen werden. Die Rekordzahl an Verbindungen umfasst neben der Wiederaufnahme wichtiger europäischer Hauptstädte auch die Einführung einer Inlandsverbindung nach Košice sowie ein breites Spektrum an attraktiven Destinationen für Urlauber und Geschäftsreisende. Diese Entwicklung signalisiert eine erhebliche Stärkung der regionalen Anbindung der slowakischen Hauptstadt im europäischen Luftverkehrsnetz.
Die tragenden Säulen des Angebots: Wizz Air und Ryanair
Die enorme Streckenvielfalt in Bratislava wird maßgeblich von den zwei großen europäischen Billigfluggesellschaften, Wizz Air und Ryanair, getragen. Diese Carrier stellen den Großteil der 49 angebotenen Linienverbindungen.
Wizz Air agiert als der größte Anbieter am Flughafen MR Štefánik und fliegt 25 Ziele an, wobei die Anzahl durch die späteren Hinzufügungen von Warschau und Tuzla sogar auf 27 steigt. Die Strecken von Wizz Air decken dabei eine breite geografische Palette ab, die von Westeuropa über den Balkan bis nach Vorderasien reicht. Hervorzuheben sind die täglichen Verbindungen nach London-Luton und Rom-Fiumicino, die eine hohe Frequenz auf wichtigen europäischen Achsen garantieren. Darüber hinaus stärkt Wizz Air die regionale Anbindung mit der neuen Inlandsstrecke nach Košice, die mit neun wöchentlichen Flügen bedient wird und somit eine wichtige interne Verkehrsachse darstellt.
Ryanair trägt mit 21 Linienflügen ebenfalls wesentlich zum Rekordangebot bei. Die irische Airline bedient von Bratislava aus ebenfalls wichtige Metropolen wie London (Stansted) und Rom (Ciampino), wobei die Frequenz sechsmal pro Woche liegt. Die Strategie der zweifachen Anbindung an Schlüsselmärkte wird besonders deutlich, da insgesamt neun Ziele von beiden Carriern bedient werden, wobei sie unterschiedliche Flughäfen in derselben Metropolregion anfliegen (zum Beispiel London-Luton und London-Stansted oder Rom-Fiumicino und Rom-Ciampino). Diese Praxis, die in der Luftfahrt häufig als Wettbewerb innerhalb eines Marktes zu beobachten ist, bietet Passagieren eine größere Auswahl an Abflug- und Ankunftszeiten sowie Preispunkten.
Neben den beiden Hauptakteuren ergänzen Fluggesellschaften wie Air Cairo (mit Hurghada und Marsa Alam), Pegasus Airlines (Istanbul) und Smartwings (Dubai) das Angebot, insbesondere im Hinblick auf warme Urlaubsdestinationen und Drehkreuze.
Stärkung der europäischen Konnektivität
Die Zusammensetzung des neuen Winterflugplans zeigt einen klaren Fokus auf die Wiederherstellung und Verbesserung der Anbindung an zentrale europäische Städte. Die Aufnahme von Flügen nach Oslo, Athen, Berlin, Chișinău und Bukarest trägt zur besseren Erreichbarkeit europäischer Hauptstädte bei.
Besonders bemerkenswert ist die Rückkehr der Deutschland-Verbindungen nach acht Jahren Pause und die Wiederaufnahme von Flügen in die Schweiz nach 15 Jahren. Der trinationalen Flughafen Basel–Mulhouse–Freiburg, der die Schweiz, Deutschland und Frankreich verbindet, ist dabei ein strategisch wichtiger Punkt für die slowakische Hauptstadt. Die neuen Verbindungen nach Deutschland (Berlin, Dortmund) und die Schweiz/Frankreich/Deutschland (Basel) eröffnen neue Möglichkeiten für den Geschäftsreiseverkehr und den Tourismus.
Ferner wird die Anbindung an die Balkanländer ausgebaut, mit Zielen wie Skopje, Nish, Plovdiv, Warna, Tirana, Ohrid und Pristina. Diese Erweiterung spiegelt das wachsende Interesse an den Märkten Südosteuropas wider und positioniert Bratislava als wichtiges Gateway für Reisen in diese Regionen. Zum Jahreswechsel 2026 kommen außerdem Verbindungen nach Polen (Warschau) und Bosnien und Herzegowina (Tuzla) hinzu. Die slowakische Hauptstadt ist durch das Linienangebot nun mit insgesamt 22 Ländern verbunden, inklusive der Inlandsstrecke nach Košice.
Ausbau des touristischen Angebots durch Charterverkehr
Neben den regulären Linienflügen spielt der Charterverkehr eine wichtige Rolle im Gesamtangebot des Flughafens für die Wintersaison. Über Reisebüros können Passagiere zehn exotische Ziele in neun Ländern erreichen. Das Charterangebot wird unter anderem von Smartwings, World2fly und Neos durchgeführt und bedient Destinationen, die im Linienbetrieb nicht angeboten werden.
Zu den Zielen gehören klassische Fernreisedestinationen wie die Dominikanische Republik (Punta Cana), Vietnam (Phu Quoc) und Thailand (Phuket), aber auch Destinationen im Nahen Osten wie Katar (Doha), Bahrain und Oman (Salalah und Maskat). Diese Charterflüge dienen der Befriedigung der starken Nachfrage nach sonnigen Ferienzielen während der kalten Jahreszeit in Europa und stellen eine wichtige Einnahmequelle für den Flughafen dar.
Die Gesamtheit des Angebots, sowohl im Linien- als auch im Charterbereich, unterstreicht die Ambition des Flughafens, seine Rolle als regionales Drehkreuz zu stärken und seine Kapazitäten auch in der Nebensaison voll auszuschöpfen. Die Tatsache, dass das Winterangebot das bisherige Sommerangebot übertrifft, ist ein Klarzeichen für die erfolgreiche Umsetzung einer strategischen Ganzjahres-Aktivierung und die Steigerung der Attraktivität des Flughafens MR Štefánik.
Übersicht der Linienflüge im Winterflugplan 2025/2026
Übersicht der Charterflüge im Winterflugplan 2025/2026