Der Flughafen Graz startet mit einem erweiterten Angebot in die Sommersaison 2026 und festigt seine Position als zentraler Mobilitätsknotenpunkt im Süden Österreichs. Geschäftsführer Wolfgang Grimus präsentierte ein Portfolio, das insbesondere durch eine hohe Dichte an Feriendestinationen besticht.
Von den insgesamt fünfzehn direkt angeflogenen Urlaubszielen befinden sich dreizehn auf Inseln, wobei Griechenland mit sieben Destinationen, darunter Heraklion, Rhodos und das exklusive Skiathos, den Schwerpunkt bildet. Als bedeutende Neuerung im Ferienflugsegment wurde Olbia auf Sardinien in den Plan aufgenommen. Zudem wird die Kapazität nach Antalya durch den Einsatz der Mavi Gök Airlines neben der etablierten SunExpress erhöht, während Hurghada weiterhin als Ganzjahresziel bedient wird.
Im Bereich der Linienverbindungen setzt der Flughafen auf eine verbesserte Anbindung an internationale Drehkreuze und europäische Metropolen. Neu im Sommerflugplan ist die dreimal wöchentliche Verbindung nach London, die sowohl für den Städtetourismus als auch für Geschäftsreisende von Bedeutung ist. Ein weiterer Ausbau erfolgt auf der Strecke nach Zürich, die ab Ende Mai 2026 auf tägliche Rotationen aufgestockt wird. Insgesamt werden über die sechs großen Hubs Frankfurt, München, Wien, Istanbul, Zürich und Düsseldorf mehr als 200 Ziele weltweit mit nur einem Umstieg erreichbar gemacht. Allein nach Frankfurt starten wöchentlich 27 Flüge, was die Bedeutung dieser Anbindung für die steirische Wirtschaft unterstreicht.
Zusätzliche Marktbeobachtungen zeigen, dass der Flughafen Graz verstärkt auf ein erweitertes Einzugsgebiet setzt. Durch die fortschreitende Inbetriebnahme von Teilstrecken der Koralmbahn verkürzt sich die Reisezeit für Passagiere aus Kärnten erheblich; Reisende aus Klagenfurt erreichen den Grazer Airport nun in etwas mehr als einer Stunde. Diese verbesserte intermodale Anbindung soll das Passagiervolumen stabilisieren und den Flughafen gegenüber den größeren Drehkreuzen Wien und Venedig konkurrenzfähig halten. Neben den regulären Kettenflügen ergänzen punktuelle Sonderflüge zu Zielen wie Bilbao, Bordeaux oder Valencia das Programm rund um die nachfragestarken Feiertage im Frühjahr und Frühsommer.
Wirtschaftlich betrachtet profitiert der Standort von einer Diversifizierung der Fluggesellschaften. Neben der Lufthansa-Gruppe und Turkish Airlines gewinnen Ferienflieger wie Eurowings und diverse Charteranbieter an Bedeutung. Die Investitionen in die Servicequalität und die effiziente Abwicklung am Boden sind darauf ausgerichtet, die Attraktivität für Kurzreisen und Wochenendtrips nach Berlin, Hamburg oder Istanbul zu steigern. Trotz der Konkurrenz durch die Bahn auf der Kurzstrecke bleibt der Flugverkehr ab Graz für Fernreisen und spezialisierte Nischendestinationen im Mittelmeerraum die bevorzugte Wahl der regionalen Bevölkerung.