Die Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) hat für das Geschäftsjahr 2025 eine positive wirtschaftliche Bilanz vorgelegt und damit den Turnaround früher als von Branchenanalysten erwartet vollzogen.
Bei einem Gesamtumsatz von 290,8 Millionen Euro erwirtschaftete der Landesflughafen einen Gewinn von 2,1 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Defizit von 6,1 Millionen Euro verbucht werden musste. Die Erholung des Flugbetriebs spiegelte sich in einem Zuwachs der Passagierzahlen auf 9,6 Millionen Reisende wider, was einer Steigerung von 4,8 Prozent entspricht. Insgesamt koordinierten die Fluglotsen und Abfertigungsdienste 95.765 Flugbewegungen zu 124 Destinationen weltweit.
Trotz des erreichten Gewinns blickt die Geschäftsführung unter Sprecher Ulrich Heppe verhalten auf das laufende Jahr 2026. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die damit verbundenen hohen Kerosinpreise belasten die Kalkulationen der 39 am Standort operierenden Fluggesellschaften. Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Management einen moderaten Rückgang des Passagieraufkommens auf etwa 9,4 Millionen Fluggäste. Diese Entwicklung wird vor allem auf die gedämpfte Nachfrage im Segment der Geschäftsreisen und die konjunkturelle Eintrübung in der exportorientierten Region Baden-Württemberg zurückgeführt.
Um die langfristige Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, hält die FSG an ihren umfangreichen Investitionsvorhaben fest. Im Zentrum steht die energetische und bauliche Modernisierung der Terminalanlagen, die modular durchgeführt wird. Geschäftsführer Carsten Poralla betonte die Notwendigkeit, die Infrastruktur kontinuierlich an die technischen Anforderungen moderner Flugzeugtypen und effizienter Abfertigungsprozesse anzupassen. Durch die flexible Planung können Bauphasen und Investitionsvolumina an die aktuelle Liquiditätslage und die Verkehrsentwicklung angepasst werden, um finanzielle Risiken zu minimieren.
Zusätzliche Marktbeobachtungen zeigen, dass der Flughafen Stuttgart insbesondere im Europaverkehr seine Marktanteile stabilisieren konnte, während der interkontinentale Verkehr weiterhin stark von der Anbindung an große Drehkreuze abhängt. Die Konkurrenz durch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen der Bahn sowie die Konzentration vieler Airlines auf die Hubs in Frankfurt und München stellen den Landesflughafen vor strukturelle Herausforderungen. Die Geschäftsführung setzt daher verstärkt auf Effizienzsteigerungen im operativen Betrieb und eine Diversifizierung der Erlösquellen im Non-Aviation-Bereich, um Schwankungen im Fluggeschäft besser abfedern zu können.