Der Flughafen Wien verzeichnete im ersten Halbjahr 2024 ein Wachstum sowohl bei den Passagierzahlen als auch bei den finanziellen Kennzahlen. Mit 18,7 Millionen Passagieren in der Flughafen-Wien-Gruppe und einem Umsatzplus von 14,1% auf 488,4 Millionen Euro setzt der Flughafen seinen Erfolgskurs fort.
Auch der Juli 2024 brachte neue Rekorde mit sich, indem erstmals das Vorkrisenniveau von 2019 übertroffen wurde. Die positiven Entwicklungen unterstreichen die strategischen Investitionen und Ausbaupläne des Flughafens, der damit seine Position als bedeutendes Drehkreuz in Europa stärkt.
Im Zeitraum von Januar bis Juni 2024 konnte die Flughafen-Wien-Gruppe, zu der neben dem Standort Wien auch die Flughäfen Malta und Košice gehören, insgesamt 18.721.110 Passagiere begrüßen. Dies entspricht einem Anstieg von 10,1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Am Standort Wien selbst wurden 14.386.331 Passagiere abgefertigt, was einer Steigerung von 7,9% entspricht.
Die finanziellen Kennzahlen spiegeln dieses Wachstum wider: Der Umsatz stieg um 14,1% auf 488,4 Millionen Euro, das EBITDA verbesserte sich um 15,5% auf 204,9 Millionen Euro und das EBIT erhöhte sich um 23,2% auf 138,7 Millionen Euro. Das Periodenergebnis verzeichnete einen Anstieg von 31,1% und erreichte 108,4 Millionen Euro. Diese Ergebnisse sind auf die positive operative Entwicklung sowie ein klar positives Finanzergebnis zurückzuführen, das durch erfolgreiche Entschuldungsmaßnahmen und hohe Zinserträge begünstigt wurde.
Rekordmonat Juli 2024 übertrifft Vorkrisenniveau
Der Juli 2024 markierte einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Flughafens Wien. Mit insgesamt 4,4 Millionen Passagieren in der Flughafen-Wien-Gruppe und 3,3 Millionen Passagieren am Standort Wien wurden neue Höchstwerte erreicht, die sogar das Vorkrisenniveau von Juli 2019 übertrafen. Besonders hervorzuheben ist der 26. Juli 2024, der mit 115.989 Passagieren als der bisher stärkste Tag in der 70-jährigen Geschichte des Flughafens verzeichnet wurde.
Dieses Wachstum ist nicht nur auf den gesteigerten Reisebedarf zurückzuführen, sondern auch auf die effiziente Abwicklung und den engagierten Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die trotz hoher Auslastung ein hohes Serviceniveau gewährleisteten. Die durchschnittliche Auslastung der Flüge lag in den ersten sechs Monaten bei soliden 78,4%.
Strategische Investitionen und Infrastrukturprojekte
Um dem anhaltenden Wachstum gerecht zu werden und den Service für Passagiere weiter zu verbessern, investiert der Flughafen Wien kräftig in seine Infrastruktur. Im ersten Halbjahr 2024 wurden insgesamt 83,1 Millionen Euro in Sachanlagen, Immobilien und andere Projekte investiert. Das bedeutendste Vorhaben ist die Süderweiterung des Terminals, in die bereits 33,5 Millionen Euro geflossen sind. Dieses Projekt soll bis 2027 abgeschlossen sein und zusätzliche 70.000 Quadratmeter für Aufenthalts-, Gastronomie- und Shoppingflächen sowie neue Lounges und Sicherheitskontrollen bieten.
Zudem wird im September mit dem Bau eines neuen Hotels am Flughafen begonnen, was das Angebot für Reisende und Geschäftskunden weiter ausbaut. Ab Ende 2024 August steht den Kunden zudem eine E-Schnellladestation mit 350 kW zur Verfügung, die auch Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage des Flughafens nutzt.
Ausblick und angepasste Prognosen für 2024
Angesichts der positiven Entwicklungen hat der Flughafen Wien seine Prognosen für das Gesamtjahr 2024 nach oben korrigiert. Es werden nun mehr als 30 Millionen Passagiere am Standort Wien und über 39 Millionen Passagiere in der gesamten Flughafen-Wien-Gruppe erwartet. Finanziell rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von über 1 Milliarde Euro, einem EBITDA von über 400 Millionen Euro und einem Periodenergebnis von mindestens 220 Millionen Euro.
Diese optimistischen Aussichten basieren auf der Annahme, dass es zu keinen weiteren geopolitischen Spannungen oder erheblichen Verkehrsbeschränkungen kommt. Die geplanten Investitionen für das Jahr 2024 sollen über 200 Millionen Euro betragen und den Grundstein für weiteres Wachstum und verbesserten Service legen.
Erfolge der Auslandsbeteiligungen und Frachtentwicklung
Die Flughäfen Malta und Košice, an denen der Flughafen Wien beteiligt ist, trugen ebenfalls maßgeblich zum Gesamterfolg bei. Im Juli 2024 verzeichnete der Flughafen Malta einen Passagierzuwachs von 12,2% im Vergleich zum Vorjahr und lag damit 19,2% über dem Niveau von 2019. Der Flughafen Košice steigerte seine Passagierzahlen sogar um 35,1% und übertraf das Vorkrisenniveau um 36,1%.
Auch im Frachtbereich konnte der Flughafen Wien signifikante Zuwächse verbuchen. Im ersten Halbjahr 2024 stieg das Frachtaufkommen um 17,3% auf 141.118 Tonnen, was die Bedeutung des Flughafens als wichtiges Logistikzentrum in der Region unterstreicht.