Die Lufthansa Group passt ihr Flugangebot im Nahen und Mittleren Osten aufgrund der veränderten Lage im regionalen Luftraum erneut an.
Die Kernmarke Lufthansa nimmt am 10. September 2026 die Verbindung von Frankfurt am Main in die saudi-arabische Hauptstadt Riad mit drei wöchentlichen Frequenzen wieder auf. Zudem ist vorgesehen, die Flüge nach Amman im Jordanland ab dem 25. Oktober wieder auf eine tägliche Bedienung umzustellen. Auch die Konzerntochter Austrian Airlines plant die Rückkehr nach Jordanien und nimmt ihre Flüge von Wien nach Amman bereits am 2. Oktober mit drei wöchentlichen Umläufen wieder auf.
Gleichzeitig bleiben zahlreiche andere Zielorte im Streckennetz der Unternehmensgruppe länger ausgesetzt als ursprünglich vorgesehen. Die Verbindungen nach Dubai ruhen bei Lufthansa, Eurowings und Swiss bis mindestens zum 24. Oktober. Dieser Zeitraum gilt ebenso für die Aussetzung der Flüge nach Abu Dhabi, Beirut, Dammam und Maskat bei verschiedenen Fluggesellschaften des Konzerns. Noch etwas länger aus dem Flugplan gestrichen bleiben die Strecken nach Erbil im Irak sowie in die iranische Hauptstadt Teheran, wo die Aussetzung bis zum 31. Oktober verlängert wurde. Parallel zu diesen Einschränkungen baut die Gruppe ihr Angebot nach Tel Aviv wieder auf und strebt ab Oktober insgesamt 67 wöchentliche Flüge nach Israel an.
Die schrittweise Wiederaufnahme einzelner Routen bei gleichzeitig anhaltenden Aussetzungen anderer Zielorte verdeutlicht die betrieblichen Herausforderungen für die europäische Luftfahrtgruppe in geopolitisch instabilen Regionen. Der Konzern stützt seine Entscheidungen auf kontinuierliche Sicherheitsanalysen des hauseigenen Krisenstabs sowie auf Vorgaben der europäischen Luftfahrtbehörde EASA und nationaler Ministerien. Die routinemäßigen Anpassungen führen für Passagiere zu Umbuchungen und erfordern von den operativen Einheiten eine hohe Flexibilität bei der Flotten- und Personalplanung.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Ausfälle von Strecken am Golf und im Nahen Osten erhebliche Einnahmeverluste für die Airline-Gruppe nach sich ziehen. Insbesondere das ertragreiche Geschäft mit Umsteigepassagieren und Frachtkapazitäten leidet unter den zeitweisen Streichungen. Gleichzeitig sorgt die Wiederaufstockung der Kapazitäten nach Tel Aviv für Diskussionen innerhalb der Belegschaft bezüglich der Sicherheitslage für die Besatzungen. Die Lufthansa Group muss somit fortlaufend zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Risikobewertung für Passagiere und Flugpersonal abwägen.