Deutschland-Flagge am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Flugreisen in Deutschland: Ein Sommer voller Herausforderungen und Chancen

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Mit dem Sommer 2024 zeigt sich, dass die Lust der Deutschen auf Flugreisen ungebrochen ist. Wie die aktuellen Zahlen der Airports-Association ADV belegen, steht das Fliegen weiterhin hoch im Kurs, auch wenn die Branche mit erheblichen Hürden kämpft. Die diesjährige Sommerreisezeit brachte zwar eine starke Nachfrage mit sich, doch die Herausforderungen durch steigende regulatorische Kosten und einen rückläufigen Ausbau des Flugangebots werfen einen Schatten auf die positive Entwicklung.

In der 31. Kalenderwoche (KW 31) des Jahres 2024 wurden an den deutschen Flughäfen beeindruckende 4,88 Millionen Passagiere gezählt. Dieser Peak markiert den Höhepunkt der Sommerreisewelle, vergleichbar mit den Zahlen aus dem Jahr 2019. Dennoch liegt das Passagieraufkommen in diesem Jahr um 13,6 Prozent unter dem Niveau von 2019, was einer Recovery-Rate von lediglich 86,4 Prozent entspricht. Dies ist besonders besorgniserregend, da die Erholung in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich langsamer verläuft.

Die europäische Luftfahrtbranche hat bereits begonnen, deutsche Flughäfen aufgrund der hohen regulatorischen Kosten zu meiden. Diese Kosten umfassen nicht nur die erhöhten Luftverkehrsteuern, sondern auch die Luftsicherheitsgebühren, die im Mai 2024 angehoben wurden. Die zusätzliche Gebührenerhöhung, die Anfang nächsten Jahres geplant ist, wird die Kosten weiter in die Höhe treiben und könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flughäfen weiter beeinträchtigen. Die Folge sind steigende Flugpreise und eine weitere Reduzierung des Angebots an Flugzielen von deutschen Flughäfen.

Regulatorische Belastungen und ihre Auswirkungen

Die hohen regulatorischen Kosten, einschließlich der Luftverkehrssteuer und der Sicherheitsgebühren, stellen eine erhebliche Belastung für die Luftfahrtbranche dar. Während die Flughafenentgelte moderat gestiegen sind, können diese Erhöhungen nicht die gestiegenen Kosten ausgleichen. Die zusätzlichen Gebühren, die vollständig auf die Flugpreise umgelegt werden, haben zu einem Rückgang des Flugangebots und einem Anstieg der Flugpreise geführt. Diese Entwicklung ist insbesondere für Reisende ein Nachteil, da immer mehr Flugziele aus dem Angebot verschwinden und die Anzahl der verfügbaren Strecken sinkt.

Der Flughafenverband ADV, vertreten durch Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel, fordert eine deutliche Umsteuerung vonseiten der Bundesregierung. Beisel appelliert an die zuständigen Ministerien für Verkehr, Wirtschaft und Finanzen, Maßnahmen zu ergreifen, um die regulatorischen Belastungen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrsstandorts zu verbessern. Ein solcher Schritt könnte nicht nur die Branche entlasten, sondern auch langfristig zu höheren Steuereinnahmen führen und den Bundeshaushalt positiv beeinflussen.

Wachstumsdynamik mit sinkender Tendenz

Die kumulierten Passagierzahlen von Januar bis August 2024 zeigen ein Wachstum von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, mit insgesamt 118,55 Millionen Passagieren. Trotz dieses positiven Trends wird die Wachstumsdynamik durch die hohen regulatorischen Kosten gemindert. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit für eine umfassende Reform, um das volle Potenzial der Branche auszuschöpfen und die Erholung nach der Pandemie zu beschleunigen.

Die Sommerreisezeit 2024 zeigt, dass die Lust der Deutschen auf Flugreisen weiterhin stark ausgeprägt ist. Dennoch belasten hohe regulatorische Kosten und eine unzureichende Anpassung des Angebots die Branche erheblich. Die Forderungen nach einem Umdenken und einer Reduzierung der regulatorischen Belastungen sind dringlicher denn je. Der Flughafenverband ADV appelliert an die Bundesregierung, schnell zu handeln und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um den deutschen Luftverkehrsstandort zu stärken und den Reisenden ein attraktives Angebot zu sichern. Nur durch gezielte Maßnahmen können die Herausforderungen bewältigt und die Chancen für die Zukunft der Luftfahrtbranche genutzt werden.

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