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Flugverspätungen und Ausfälle: Auch im Herbst keine Entspannung für Reisende

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Die Herbstferien haben in vielen Bundesländern begonnen, und für Flugreisende könnte sich die erhoffte Erholung in den Ferien schnell in Geduldsproben verwandeln. Wie bereits in den chaotischen Sommermonaten, in denen zahlreiche Flüge verspätet oder sogar gestrichen wurden, erwarten Experten auch im Herbst eine erhebliche Zahl an Störungen im Flugverkehr.

Eine aktuelle Analyse des Travel-Tech-Unternehmens AirHelp zeigt, daß im Oktober 2023 europaweit fast 29 Prozent der Fluggäste von Verspätungen oder Ausfällen betroffen waren – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Besonders Reisende in Portugal, den Niederlanden und Deutschland sollten sich auf Probleme einstellen.

Steigende Zahl an betroffenen Fluggästen

Die Zahlen sprechen für sich: Im Oktober 2022 waren europaweit etwa 22,3 Millionen Fluggäste von Flugunterbrechungen betroffen, was einem Anteil von 28,7 Prozent entsprach. Im Oktober 2023 stieg die Zahl auf 26,5 Millionen Passagiere, ein leichter Anstieg auf 28,9 Prozent. Diese Daten verdeutlichen, daß der Flugverkehr in Europa auch nach der Erholung von der Corona-Pandemie weiterhin unter erheblichen Problemen leidet. Gründe hierfür sind vielfältig: Personalmangel, technische Probleme sowie wetterbedingte Komplikationen sorgen immer wieder für Verspätungen und Flugausfälle.

Insbesondere Portugal, das bereits im Vorjahr Spitzenreiter bei den Verspätungen war, steht mit einem Anteil von 39,1 Prozent betroffener Fluggäste im Oktober 2023 an erster Stelle. In den Niederlanden waren es 37,7 Prozent der Passagiere, die von Flugproblemen betroffen waren, gefolgt von Serbien mit 33 Prozent. Großbritannien und Deutschland schneiden ebenfalls negativ ab: In Großbritannien waren 32,6 Prozent der Fluggäste von Verspätungen betroffen, während in Deutschland 32,1 Prozent der Passagiere unter den Störungen litten.

Hoffnungsschimmer: Weniger Probleme in Nordmazedonien

Nicht alle Länder in Europa verzeichnen jedoch eine hohe Zahl an Flugproblemen. Ein Blick auf Nordmazedonien zeigt, daß sich Reisende hier im Vergleich zu anderen Ländern auf eine recht stabile Fluglage verlassen können.

Nur 16,8 Prozent der Passagiere erlebten dort Verspätungen oder Ausfälle. Auch Norwegen (17,7 Prozent) und Estland (20,3 Prozent) schnitten relativ gut ab. Diese Länder zeichnen sich durch eine niedrigere Auslastung ihrer Flughäfen und ein effizienteres Management aus, was Verspätungen und Ausfälle minimiert.

Rechte der Passagiere: Entschädigungsansprüche geltend machen

Trotz der widrigen Umstände haben Passagiere in Europa klare Rechte, wenn ihr Flug stark verspätet ist oder ganz ausfällt. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden oder bei Flugstreichungen können betroffene Reisende Entschädigungszahlungen einfordern – vorausgesetzt, die Probleme wurden durch die Fluggesellschaft verursacht und nicht durch außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle. Im Herbst 2023 waren europaweit 2,7 Millionen Passagiere entschädigungsberechtigt. Besonders auffällig: In Albanien hatten 30,8 Prozent der betroffenen Fluggäste Anspruch auf eine Entschädigung, was die höchste Quote in Europa darstellt. Auf Platz zwei liegt der Kosovo mit 23,6 Prozent, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 12,7 Prozent.

Die Höhe der Entschädigung richtet sich nach der Länge der Flugstrecke und der tatsächlichen Verspätung am Ankunftsort. Für Flüge innerhalb der EU gibt es klare Regelungen: Je nach Strecke können Reisende bis zu 600 Euro Entschädigung erhalten. Doch viele Passagiere sind sich ihrer Rechte nicht bewußt oder scheuen den bürokratischen Aufwand. Plattformen wie AirHelp bieten daher Unterstützung bei der Geltendmachung von Ansprüchen an und ermöglichen es Passagieren, rückwirkend bis zu drei Jahre nach dem Flug eine Entschädigung zu beantragen.

Gründe für die Verspätungen

Die Gründe für die anhaltenden Probleme im europäischen Luftverkehr sind komplex und vielfältig. Ein wesentlicher Faktor ist der nach wie vor spürbare Personalmangel in der Luftfahrtbranche. Viele Beschäftigte, die während der Pandemie entlassen oder in Kurzarbeit geschickt wurden, sind nicht in ihre alten Jobs zurückgekehrt. Dieser Personalmangel betrifft nicht nur Fluggesellschaften, sondern auch Bodenpersonal und Sicherheitskräfte an den Flughäfen. Hinzu kommen technische Probleme und eine teils veraltete Infrastruktur an europäischen Flughäfen.

Darüber hinaus sind Streiks immer wieder ein Thema. In den letzten Jahren haben Streiks bei verschiedenen europäischen Fluggesellschaften und Flughäfen zu erheblichen Störungen geführt. Auch im Herbst 2023 ist nicht auszuschließen, daß Streiks das ohnehin angespannte System weiter belasten.

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