Die neue spanische Fluggesellschaft Fly 2 Galicia hat den operativen Partner für ihren geplanten Flugbetrieb bekannt gegeben. Die Flüge des virtuellen Anbieters werden von Flyyo durchgeführt, einer Marke der rumänischen Chartergesellschaft Fly Lili, die auf Wet-Lease-Geschäfte spezialisiert ist.
Das Geschäftsmodell sieht vor, dass Fly 2 Galicia den Vertrieb und das Marketing übernimmt, während das ausführende Luftfahrtunternehmen Flugzeuge, Besatzung, Wartung und Versicherung stellt. Der operative Flugbetrieb soll am 1. Dezember 2026 am Heimatflughafen Santiago de Compostela in der nordwestspanischen Region Galicien aufgenommen werden.
Das Streckennetz der Gesellschaft umfasst sowohl spanische Inlandsverbindungen als auch europäische Auslandsziele. Der Jungfernflug führt am ersten Betriebstag von Santiago de Compostela nach Saragossa. Darüber hinaus stehen im spanischen Binnenverkehr die Destinationen Alicante und Granada auf dem Flugplan. Auf internationaler Ebene plant das Unternehmen Direktverbindungen nach Brüssel, Mailand, Venedig, Prag und München. Je nach Zielort sollen die Strecken zwei- bis dreimal wöchentlich bedient werden, um sowohl den regionalen Geschäfts- und Städtereiseverkehr als auch den incoming Tourismus nach Galicien zu bedienen.
Die Etablierung des Flugangebots erfolgt in enger Abstimmung mit regionalen Akteuren, die sich eine bessere Anbindung der Region an europäische Wirtschaftszentren erhoffen. Der Einsatz von Kapazitäten über ein reines Wet-Lease-Abkommen ermöglicht es dem neu gegründeten Unternehmen, das finanzielle Risiko beim Aufbau der Station gering zu halten, da keine eigene Flotte erworben oder geleast werden muss. Allerdings hängt der Erfolg des Projekts maßgeblich von der Auslastung der Maschinen und der Preisgestaltung im Vergleich zu bereits etablierten europäischen Niedrigpreis-Airlines ab.
Luftfahrtanalysten betrachten das Projekt mit zurückhaltender Skepsis, da rein virtuelle Fluggesellschaften ohne eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) in der Vergangenheit häufig mit Margendruck und operativer Abhängigkeit von ihren Dienstleistern zu kämpfen hatten. Zwar schließt Fly 2 Galicia Lücken im Punkt-zu-Punkt-Netz ab Santiago de Compostela, doch muss sich das Angebot erst auf den hart umkämpften Märkten nach Deutschland, Italien und Belgien behaupten. Die Stabilität des Flugplans im kommenden Winter wird als erster Indikator für die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Konzepts gewertet.