Flughafen Frankfurt (Foto: Fraport AG).
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Frankfurt: Fraport stoppt Terminal-1-Projekt und plant Generalsanierung von Terminal 2

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Der Frankfurter Flughafen, eines der wichtigsten Drehkreuze Europas, steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Während die geplante Umgestaltung des Terminal 1 (T1) vorerst gestoppt wurde, kündigt Flughafenbetreiber Fraport eine umfassende Sanierung von Terminal 2 (T2) an. Die Maßnahmen sollen den Flughafen langfristig modernisieren, führen aber zunächst zu einer Übergangsphase, in der das neu gebaute Terminal 3 eine zentrale Rolle übernehmen wird.

Ursprünglich plante Fraport, die Sicherheitskontrollen im Terminal 1 grundlegend neu zu strukturieren. Die Kontrollen sollten von den aktuellen Standorten weiter in die landseitigen Bereiche verlegt werden, um effizientere Abläufe zu ermöglichen. Dieses Vorhaben hätte jedoch weitreichende Konsequenzen für den laufenden Betrieb gehabt.

„Wir hätten im Terminal 1 mindestens in den nächsten fünf Jahren eine Dauerbaustelle“, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte im Rahmen der Vorstellung der Konzernbilanz 2024. Ein solches Bauprojekt hätte massive Einschränkungen für Reisende und Airlines bedeutet, da T1 mit einer Kapazität von 40 Millionen Passagieren jährlich das wichtigste Terminal am Frankfurter Flughafen ist.

Neben dem logistischen Aufwand spielten auch wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle. Die Kosten für die geplante Umstrukturierung hätten sich auf eine hohe Summe belaufen. Stattdessen entschied sich Fraport für eine technische Modernisierung der bestehenden Sicherheitsbereiche: „Wir werden die vorhandenen Schleusen mit modernen CT-Scannern aufrüsten“, so Schulte.

Diese Scanner ermöglichen es, daß Passagiere Flüssigkeiten und elektronische Geräte im Handgepäck belassen können, was die Kontrollen beschleunigt. Ähnliche Systeme sind bereits an mehreren internationalen Flughäfen erfolgreich im Einsatz.

Terminal 2 wird vorübergehend geschlossen

Während das Umbauprojekt im Terminal 1 gestoppt wurde, verfolgt Fraport dennoch langfristige Modernisierungspläne. Terminal 2, das aktuell für verschiedene internationale Airlines genutzt wird, soll ab dem zweiten Halbjahr 2026 für eine umfassende Generalsanierung geschlossen werden.

Fraport-Finanzvorstand Matthias Zieschang erklärte, daß diese Maßnahme Teil einer langfristigen Strategie sei: „Wir treten in eine langfristige Planungsphase für die ‚T2-Totalüberholung‘ ein.“ Wie lange die Sanierung andauern wird, ließ Fraport bislang offen.

Terminal 3 als Übergangslösung

Die Schließung von Terminal 2 wird durch die Inbetriebnahme von Terminal 3 abgefedert, das derzeit im Süden des Flughafengeländes entsteht. Die Eröffnung des neuen Terminals ist für 2026 vorgesehen und soll den Passagierverkehr, der bisher über Terminal 2 abgewickelt wurde, teilweise übernehmen.

Mit einer Kapazität von rund 25 Millionen Passagieren jährlich bietet Terminal 3 genügend Platz, um während der Sanierung von Terminal 2 als Ausweichmöglichkeit zu dienen. Der Neubau soll insbesondere für Langstreckenflüge genutzt werden und den Komfort für Reisende deutlich verbessern.

Integration von Terminal 1 und Terminal 2 in den 2030er Jahren

Langfristig verfolgt Fraport das Ziel, die Terminal-Struktur des Flughafens effizienter zu gestalten. Für die 2030er Jahre ist eine Integration von Terminal 1 und Terminal 2 geplant, die vor allem Lufthansa und den mit ihr verbundenen Airlines der Star Alliance zugutekommen soll.

Da Lufthansa das Terminal 1 als Hauptdrehkreuz nutzt, könnte eine engere Verknüpfung mit Terminal 2 den Betrieb vereinfachen und für kürzere Wege zwischen den Gates sorgen. Wie diese Integration konkret umgesetzt werden soll, steht jedoch noch nicht fest.

Zukunftsperspektiven für den Frankfurter Flughafen

Mit der Modernisierung von Terminal 2, dem Neubau von Terminal 3 und der geplanten Zusammenlegung von Terminal 1 und Terminal 2 positioniert sich der Frankfurter Flughafen für die kommenden Jahrzehnte. Auch wenn die Pläne kurzfristig zu Einschränkungen führen, dürfte der Flughafen langfristig von einer besseren Infrastruktur profitieren.

Die Entscheidung, den Umbau von Terminal 1 vorerst auf Eis zu legen, zeigt zudem, daß Fraport sich flexibel auf wirtschaftliche und betriebliche Herausforderungen einstellt. Statt jahrelanger Bauarbeiten setzt der Betreiber auf gezielte Modernisierungen, um den Passagierbetrieb nicht unnötig zu beeinträchtigen.

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3 Comments

  • Tobias Gaase , 25. Mai 2025 @ 14:52

    Terminal 1 in Frankfurt ist einfach nur eine Zumutung und eine Frechheit gegenüber allen Fluggästen.

    Der Fluggast muss vom Gate nur für die Passkontrolle eine Etage hoch, nur um direkt danach eine Etage wieder runter in die Haupthalle zu gehen. Von dort aus kann JEDER (Auch Besucher!) in den Ausgabebereich des Gepäcks, der wieder eine Etage tiefer im Keller liegt. Es gibt keine Zugangskontrolle!

    Die Gepäcksausgabe ist von 1970, die Bänder sind zu kurz und der Bereich zu klein. Gestern erst mit A350-900 aus Seoul angekommen. Von den 25 Bändern wird natürlich das Band angeworfen, dass am Weitesten von Zugang und Ausgang entfernt ist. Das Band ist so kurz, dass nicht einmal ansatzweise die Passagiere an das Band passen.
    Damit es noch kuscheliger wird, geht auch noch das Gepäck eines zweiten Fluges auf das gleiche Band.
    Zugleich stehen 90 % der anderen Bänder still.
    Nachdem das Gepäck nicht rausgeht, wird ein zweites Band für den gleichen Flug angeworfen, so dass die Passgieren zwei Bänder gleichzeitig im Auge haben müssen. Chaos total und eine blanke Zumutung.

    Wenn man dann aus dem Terminal rauskommt, ist zwischen den Stellplätzen für die Abholung und dem Fußweg ein durchgehender Bauzaun aufgestellt, so dass die Fluggäste nur an drei Stellen von je 3 m Länge abgeholt werden können. Der Bauzaun ist nur deshalb da, weil die Bauarbeiter entlang der Stellplätze Schläuche verlegt haben, über die man stolpern könnte. Anstatt die Schläuche höher zu verlegen oder auf der anderen Seite, blockiert man einfach den gesamten Abholbereich. Eine Farce.

    Wenn man Incheon gesehen hat, schämt man sich für FRA nur noch. Korea ist da erste Welt und Frankfurt dritte Welt.

  • Dietmar Weiss , 25. Oktober 2025 @ 14:10

    Das Management des auszuliefernden Gepäcks in FRA ist mitlerweile (insb. nach Covid) eine ganz schwer verständliche Katastrophe.
    Niemand scheint mehr die Kunden im Blick zu haben, ich muss dem Vor-Kommentator aus vielfacher Erfahrung beipflichten.

  • Jochen Faller , 6. November 2025 @ 10:49

    Er wäre gut, wenn Fraport mehr mit externen Fachleuten von Universitäten, die sich auf Flughafen Planung spezialisiert haben austauschen würde. Man müsste mal einen Workshop veranstalten, auf dem diese Themen diskutiert werden und sich Fachleute einbringen können.

    Ich habe meine Thesis über den neuen Istanbuler Flughafen geschrieben und das Konzept analysiert und bewertet.

    Man sollte mal eine Exkursion zum Neuen Istanbuler Flughafen machen als Best Practice Studie.

    Jochen Faller
    BA Tourism and and Travel Management

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