Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Frankfurter Flughafen: Zoll stoppt drei Drogenkuriere mit über 155 Kilogramm Khat

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Einem aufmerksamen Eingreifen der Zollbeamten am Frankfurter Flughafen ist es zu verdanken, dass am Abend des Dienstag, 29. April 2025, der Schmuggel einer beträchtlichen Menge der illegalen Droge Khat verhindert werden konnte. Insgesamt drei Reisende wurden bei dem Versuch gestoppt, 155,7 Kilogramm der Substanz nach Deutschland einzuführen.

Khat, auch bekannt unter den Bezeichnungen „Norpseudoephedrin“ oder „Buschmannstee“, ist ein natürliches Amphetamin. Besitz, Handel und Erwerb der frischen Blätter sind in Deutschland gemäß dem Betäubungsmittelgesetz strengstens untersagt. Das Hauptzollamt Frankfurt am Main erstattete gegen einen der Beschuldigten Strafanzeige, während den beiden anderen Reisenden die Einreise in die Bundesrepublik verweigert wurde.

Zwei junge Männer aus Tel Aviv im Visier der Zollfahnder

Zwei 19 Jahre alte Männer, die gemeinsam auf einem Flug aus Tel Aviv kommend in Frankfurt landeten, gerieten bei den routinemäßigen Einreisekontrollen in das Visier der Zollbeamten. Bei der anschließenden detaillierten Überprüfung ihres mitgeführten Reisegepäcks stiessen die Fahnder auf eine erhebliche Menge der verbotenen Substanz. Infolge des Fundes leiteten das Hauptzollamt Frankfurt am Main und die Bundespolizei unverzüglich ein gemeinsames Ermittlungsverfahren gegen die beiden jungen Männer wegen des Verdachts des Verstosses gegen das deutsche Betäubungsmittelgesetz ein. Die Nationalitäten der Beschuldigten wurden im Zuge der Ermittlungen festgestellt: Einer der beiden ist französischer Staatsbürger, der andere besitzt die israelische Staatsangehörigkeit.

Bei der genauen Inaugenscheinnahme der Koffer des israelischen Reisenden entdeckten die Zollbeamten insgesamt 33,7 Kilogramm Khat. Noch grössere Mengen der Droge wurden im Gepäck des französischen Staatsbürgers sichergestellt: Hier belief sich das Gewicht auf beachtliche 82 Kilogramm. Nach der erfolgten Anzeigenaufnahme gegen den Franzosen wurde dieser zunächst wieder auf freien Fuss gesetzt. Der 19-jährige Israeli hingegen wurde umgehend zurückgewiesen und trat bereits am folgenden Tag, dem 30. April, die Rückreise nach Tel Aviv an. Diese Informationen wurden durch eine offizielle Pressemitteilung von Nils Löffler, dem Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt am Main, öffentlich gemacht.

Ein dritter Fall von Khat-Schmuggel am selben Tag

Noch am selben Tag, an dem die beiden jungen Männer gestellt wurden, ereignete sich ein weiterer, nahezu identischer Fall. Ein 50-jähriger israelischer Staatsbürger, ebenfalls aus Tel Aviv kommend, wurde bei dem Versuch ertappt, 40 Kilogramm Khat nach Deutschland einzuführen. Durch diesen dritten Aufgriff erhöhte sich die Gesamtzahl der an diesem einzigen Tag am Frankfurter Flughafen gestoppten Khat-Schmuggler auf drei. Auch gegen diesen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren durch das Hauptzollamt eingeleitet. Ähnlich wie seinem jüngeren Landsmann wurde auch dem 50-jährigen Israeli die Einreise nach Deutschland untersagt, und er musste die Heimreise nach Tel Aviv antreten.

Der geschätzte Strassenverkaufswert von einem Kilogramm Khat in Deutschland bewegt sich zwischen 50 und 100 Euro. Demnach hätte die insgesamt sichergestellte Menge von 155,7 Kilogramm Khat einen potenziellen Wert zwischen 7.785 und 15.570 Euro erzielen können. Allein die von dem 50-jährigen israelischen Mann transportierte Menge von 40 Kilogramm hätte auf dem illegalen Drogenmarkt einen Wert von rund 6.000 Euro gehabt. Die beträchtliche Menge und das hohe Gewicht der sichergestellten Drogen deuten auf einen organisierten und professionell durchgeführten Schmuggelversuch hin, der darauf abzielte, einen lukrativen Absatzmarkt in Deutschland zu bedienen.

Hintergrundinformationen zur Droge Khat

Obwohl Khat in weiten Teilen Europas keine allzu bekannte oder verbreitete Droge ist, wird ihre Wirkung von Experten als eine Mischung zwischen der von Kaffee und Kokain beschrieben. Die Blätter der in Ost- und Südostafrika heimischen, blühenden Pflanze enthalten natürliche Amphetamine, die beim Kauen eine stimulierende und euphorisierende Wirkung entfalten.

Gemäss Angaben der Royal Botanic Gardens, Kew, liegt das ursprüngliche Anbaugebiet im östlichen Äthiopien. Heutzutage sind Äthiopien und Kenia die grössten Exporteure von Khat, aber die Pflanze wird auch im Jemen und im südlichen Arabien kultiviert und als Genussmittel gehandelt. Innerhalb der jemenitischen Juden in Israel hat das Kauen von Khat-Blättern eine lange kulturelle Tradition und ist dort in der natürlichen Form erlaubt.

Die Illegalität von Khat in Deutschland und Europa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifizierte Khat bereits im Jahr 1980 als eine „Droge des Missbrauchs“, da sie bei wiederholtem Konsum psychische Abhängigkeit hervorrufen kann. Dies beruht auf der Eigenschaft der Droge, die Wiederaufnahme von Dopamin im Gehirn zu hemmen, was zu einer Anreicherung und plötzlichen Freisetzung von Glückshormonen führt und in gesteigerter Energie, Hyperaktivität und Geselligkeit resultiert. Bei missbräuchlicher Anwendung kann Khat, ähnlich wie viele schwächere Drogen, durch die Veränderung der Hirnfunktionen zu einer Abhängigkeit führen.

Obwohl die WHO die Khat-Abhängigkeit nicht als ein gravierendes globales Problem einstuft, ist die Substanz in den meisten europäischen Ländern illegal. In Deutschland war die Einfuhr und der Handel mit frischem Khat bis etwa ins Jahr 2013 nicht explizit verboten und wurde zollrechtlich als Pflanze oder Gemüse behandelt. Erst danach begannen die Strafverfolgungsbehörden mit der konsequenten Beschlagnahmung. Die in den letzten Jahren gestiegene Zahl von Migranten aus Ländern wie Somalia, wo das Kauen von Khat eine soziale Gepflogenheit darstellt, könnte zu einer erhöhten Nachfrage in Europa beigetragen haben. Die jüngsten Aufgriffe am Frankfurter Flughafen unterstreichen die Bemühungen der Zollbehörden, den illegalen Handel mit dieser Substanz zu unterbinden und die Einhaltung des Betäubungsmittelgesetzes durchzusetzen.

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2 Comments

  • Sandra Cullens , 12. Juni 2025 @ 22:19

    Could you please give me the name of the man arrest in the April 29, 2025 drug bust at the Frankfurt airport? Also, could you tell me what jail that person is being held.

    I’m trying to find my finance Jeffery Scott. Thanks for your assistance. Sandra Cullens

  • Sandra Cullens , 12. Juni 2025 @ 22:20

    Please help. Thanks again.

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