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Französische Flugsicherung testet Wettertools zur Reduktion von Flugverspätungen

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Die Direction des Services de la Navigation Aérienne (DSNA), die Flugsicherungsbehörde Frankreichs, hat gemeinsam mit dem Technologieanbieter SITA erfolgreich den Einsatz von Echtzeit-Wettertools in der Flugverkehrskontrolle erprobt. Ziel des Tests war die Verbesserung des Wettermanagements in einem der verkehrsreichsten Lufträume Europas, da Gewitter und Turbulenzen regelmäßig zu Tausenden von Verspätungen und zu Kapazitätsengpässen führen.

Das sogenannte Proof-of-Concept fand im Sommer und Herbst 2025 im Area Control Centre (ACC) Reims statt. Dort wurden die SITA-Systeme Enhanced Weather Awareness System (eWAS) und Mission Watch eingesetzt. Diese Tools liefern dieselben detaillierten Live-Wetterdaten, die bereits von Piloten und Flugdisponenten der Airlines genutzt werden. Über einen Zeitraum von 21 Tagen, an denen wetterbedingte Kapazitätseinschränkungen auftraten (Juli bis Oktober 2025), verfolgten und reagierten die DSNA-Flussmanager auf schnell wechselnde Wetterbedingungen in verschiedenen Sektoren.

Die Ergebnisse der Versuchsphase waren laut DSNA eindeutig positiv und weisen auf eine erhebliche operative Steigerung hin. Durch die präzisere Vorhersage von Wetterschwankungen konnten die wetterbedingten Verspätungen um bis zu 65 Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer geschätzten Einsparung von 60.000 bis 105.000 Minuten an Flugverzögerungen im Testzeitraum. Diese Verbesserungen in der Abwicklung führten auch zu direkten finanziellen Vorteilen für die Flugsicherung: Es konnten 2.700 zusätzliche Flüge abgewickelt werden, was bei einer durchschnittlichen Streckengebühr von 750 Euro pro Flug Mehreinnahmen von rund 2,02 Millionen Euro generierte. Während der Erprobung wurde die Sicherheit des Luftverkehrs zu keiner Zeit beeinträchtigt.

Gael Barbezier, Einsatzleiter im ACC Reims, hob hervor, dass durch die einheitliche Informationsbasis eine präzise Anpassung der Kapazität an die Wetterlage möglich war, ohne unnötige Verkehrsbeschränkungen zu erlassen. Der Erfolg basiert auf der gemeinsamen Nutzung präziser Echtzeitdaten zwischen Fluglotsen, Piloten und Fluggesellschaften, wodurch eine synchronisierte Planung und Reaktion auf unvorhersehbare Wettereignisse möglich wird. Die Nutzung der Tools unterstützt das Prinzip der sogenannten Trajectory Based Operation, bei der die Flugrouten und Zeitpläne auf einer gemeinsamen, datengestützten Sicht auf den Luftraum basieren. DSNA arbeitet nun mit SITA an der weiteren Anpassung und Verfeinerung der Lösung für den operativen Einsatz in der Flugsicherung.

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