Für neun Euro pro Monat quer durch Deutschland zum Beispiel zum Flughafen

Deutsches Neun-Euro-Ticket (Foto: Jan Gruber).
Deutsches Neun-Euro-Ticket (Foto: Jan Gruber).

Für neun Euro pro Monat quer durch Deutschland zum Beispiel zum Flughafen

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Ab 1. Juni 2022 gilt in Deutschland das sogenannte Neun-Euro-Ticket. Dieses wird drei Monate lang angeboten und ermöglicht die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel im Regionalverkehr. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Für nur neun Euro kann man in Deutschland den ÖPNV einen Monat lang nutzen. Ausgenommen sind Fernverkehrszüge sowie Fernbusse von privaten Betreibern wie Flixbus. Auch gilt die Fahrkarte nicht auf touristischen Sonderzügen. In der Theorie kann man mit dem Fahrschein von München nach Hamburg oder von Freiburg nach Sylt reisen. Da man aber Fernzüge wie Intercity, Eurocity oder Intercity Express nicht nutzen darf, muss man richtig viel Zeit einkalkulieren.

Die Idee der deutschen Bundesregierung: Man will angesichts stark gestiegener Treibstoffpreise die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiv machen. Zwar wird das Neun-Euro-Ticket vorerst nur im Juni, Juli und August 2022 angeboten, aber man rechnet damit, dass viele Menschen auf die Öffis umsteigen werden. Allerdings haben nicht alle Deutsche einen Benefit davon, denn es gibt ländliche Gebiete, in denen weder Bahn noch Linienbus verkehren. Oder aber sind die Frequenzen so gering, dass die öffentlichen Verkehrsmittel keine Alternative zum Auto sind.

Zwar will die deutsche Bundesregierung mit der Billig-Netzkarte in erster Linie Pendler entlasten, aber die Nutzung zu Freizeitzwecken ist ausdrücklich nicht untersagt. So kann die Fahrkarte zur Anreise zum Besuch von Freunden und Verwandten genutzt werden, aber auch für einen innerdeutschen Urlaub. Der einzige Haken: Fernzüge und -busse können nicht genutzt werden, so dass man bei längeren Strecken zahlreiche Umstiege und eine lange Fahrzeit einkalkulieren muss. Dafür ist es aber sprichwörtlich spottbillig.

Erhältlich sind die Neun-Euro-Tickets über die üblichen Verkaufsstellen, bei denen regionale Fahrkarten kaufen kann. Beispielsweise an Ticketschaltern, Automaten oder über die Homepages der DB bzw. der Verkehrsverbünde kann man die Fahrscheine erwerben. Das Monat, in dem das Neun-Euro-Ticket gültig sein soll, kann frei gewählt werden. Man kann sich erst mal nur für den Juni 2022 kaufen oder aber gleich bis inklusive August 2022. Auch muss man sich für Folgemonate noch nicht festlegen, denn ein späterer Erwerb ist überhaupt kein Problem.

Billig-Fahrschein kann nicht nur von Deutschen gekauft werden

Bei Online-Fahrkarten wird in der Regel der Name des Ticketinhabers gleich aufgedruckt. Bei Automaten- und Schalterfahrscheinen ist das nicht der Fall. Dieser muss dann handschriftlich eingetragen werden, denn das Neun-Euro-Ticket ist nicht übertragbar. Sprich: Jeder Fahrgast benötigt seine eigene Fahrkarte. Wichtig: Es gilt in der zweiten Klasse und Aufzahlungen auf die erste Klasse, die in Deutschland in vielen Regionalzügen vorhanden ist, sind nicht möglich. Auch kann man kein “Upgrade” kaufen.

Das Neun-Euro-Ticket steht jedem, der es haben möchte, offen. Konkret bedeutet das, dass auch Touristen bzw. Geschäftsreisende dieses einfach online, am Automaten oder am Schalter erwerben können und quer durch die Bundesrepublik im ÖPNV reisen können. Gerade für Städtetouristen dürfte das Neun-Euro-Ticket eine attraktive Sache sein, denn beispielsweise kostet in München eine Kurzstrecken-Einzelfahrt 1,80 Euro. Tages- und Mehrtageskarten können in vielen deutschen Metropolen mit mehr als neun Euro die Geldbörse belasten. Daher macht es für Deutschland-Reisende durchaus Sinn zu checken, ob nicht eventuell das Neun-Euro-Ticket die günstigste Lösung für die Öffi-Fahrten vor Ort ist.

Da dieses Billigticket in ganz Deutschland im Regionalverkehr gilt, können Touristen und Einheimische dieses auch für Fahrten ins Umland oder ans andere Ende des Staats nutzen. Hamburg-Urlauber können dies beispielsweise für Tagesausflüge nach Lübeck oder Bremen nutzen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit: Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Airport, der weiter entfernt liegt, um von dort aus mit einem billigeren Flugticket zu reisen. Möglich ist so ziemlich alles, sofern man bedenkt, dass Fernzüge wie Eurocity, Intercity und Intercity Express sowie Fernbusse tabu sind. Bei der Planung sollte man im Hinterkopf haben, dass es den Neun-Euro-Fahrschein dem aktuellen Stand der Dinge nach nur im Juni, Juli und August 2022 gibt. Ab 1. September 2022 sollen wieder die regulären Tarife gelten.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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