Auf der Farnborough International Airshow hat der brasilianische Flugzeugbauer Embraer den Abschluss einer Festbestellung über zwei Maschinen des Typs E175 mit der japanischen Regionalfluggesellschaft Fuji Dream Airlines (FDA) bekannt gegeben. Das Auftragsvolumen ist bereits im Auftragsbestand des Herstellers berücksichtigt.
Die Flugzeuge sollen in den Jahren 2027 und 2028 an die Fluggesellschaft ausgeliefert werden. Sie werden mit einer Einklassen-Konfiguration für 84 Passagiere ausgestattet und sind für den Einsatz auf Inlandsstrecken mit hoher Frequenz und kürzeren Distanzen vorgesehen.
Fuji Dream Airlines, eine Tochtergesellschaft der japanischen Suzuyo-Gruppe, betreibt derzeit eine Flotte von 15 Embraer-Flugzeugen, darunter zwei E170 und 13 E175. Mit den zwei Neuzugängen plant das Unternehmen, die Kapazitäten auf seinem Streckennetz auszubauen, das aktuell 29 Verbindungen zu 17 Flughäfen in ganz Japan umfasst. Das Streckennetz bedient primär regionale Zentren ab den Heimatbasen Shizuoka, Nagoya-Komaki, Matsumoto und Fukuoka. Die Fluggesellschaft nutzt für ihre Flugzeuge ein Konzept, bei dem jede Maschine in einer eigenen Farbe lackiert ist.
Der regionale Luftverkehr in Japan steht vor der Herausforderung, dezentrale Anbindungen abseits der großen Hauptstadtdrehkreuze wirtschaftlich zu betreiben. Kleineres Fluggerät mit Kapazitäten unter 100 Sitzen ermöglicht es Fluggesellschaften, auch Strecken mit moderater Nachfrage mit höherer Frequenz zu bedienen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass die Wahl von Flugzeugtypen mit identischer Cockpit- und Wartungsstruktur Kostenvorteile im Betrieb sowie bei der Ausbildung des Flugsicherheitspersonals bringt, was für kleine Regionalgesellschaften im Wettbewerb mit dem gut ausgebauten japanischen Hochgeschwindigkeitszug-Netz essenziell ist.
Trotz hoher Zuverlässigkeitswerte der bestehenden Flotte bleibt der Markt für Regionalfluggesellschaften in Japan stark vom demografischen Wandel und schwankenden Passagierzahlen in ländlichen Regionen abhängig. Der Erfolg der geplanten Flottenerweiterung hängt maßgeblich davon ab, ob das Verkehrsaufkommen zwischen den regionalen Flughäfen stabil gehalten werden kann und wie sich die Betriebskosten der Flotte im Vergleich zu alternativen Transportmitteln am Boden entwickeln.