Jüngste Berichte über die operationellen Störungen in der vergangenen Woche am Newark Liberty International Airport (EWR) enthüllen beunruhigende Details: Die Flugsicherung verlor für mehrere Sekunden den Kontakt zu Flugzeugen, was zu einer angespannten Situation für die Fluglotsen führte. Dieser Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die veraltete Infrastruktur und den Personalmangel in der US-amerikanischen Flugsicherung, die bereits zu zahlreichen Betriebsstörungen an verschiedenen Flughäfen geführt haben, insbesondere an den verkehrsreichen New Yorker Flughäfen.
Am 28. April kam es zu dem kritischen Ausfall, als das für die Koordination des Flugverkehrs in Newark zuständige System der Flugsicherung temporär den Kontakt zu Flugzeugen verlor. Verkehrsminister Sean Duffy gab gegenüber FOX News an, daß der Kontakt etwa 30 Sekunden lang unterbrochen war, während andere Quellen gegenüber ABC News von 60 bis 90 Sekunden sprachen, in denen die Bildschirme der Fluglotsen leer blieben. Die Ursache für den Ausfall lag demnach in „Telekommunikations- und Geräteproblemen“ beim Philadelphia TRACON (Terminal Radar Approach Control), das auch den Verkehr von und nach Newark abwickelt. Während dieser Zeit konnten die Fluglotsen die Flugzeuge im Luftraum weder sehen noch mit ihnen sprechen. Die Federal Aviation Administration (FAA) sah sich gezwungen, alle Abflüge in Newark vorübergehend einzustellen, bis das Problem behoben war.
Stress für Fluglotsen und Flugausfälle als Folge
Dieser Ausfall führte naturgemäß zu einer extremen Belastung für die Mitarbeiter, die den stark frequentierten Luftraum überwachen. Einige Fluglotsen des Philadelphia TRACON, die für An- und Abflüge in Newark zuständig sind, nahmen im Anschluß frei, um sich von dem durch die wiederholten Ausfälle verursachten Streß zu erholen. Die FAA räumte gegenüber ABC News ein, daß häufige Geräte- und Telekommunikationsausfälle für die Fluglotsen sehr belastend seien und daß es aufgrund der hochspezialisierten Natur des Berufs nicht möglich sei, die fehlenden Kräfte kurzfristig zu ersetzen. Gleichzeitig würden jedoch weiterhin Fluglotsen ausgebildet, die später diesem stark frequentierten Luftraum zugewiesen würden.
Die Probleme am Newark Airport sind nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte die FAA die Aufsicht über den Flugverkehr in Newark an die TRACON-Einrichtung am Philadelphia International Airport (PHL) übertragen, um die Situation zu verbessern. Die jüngste Störung führte jedoch erneut zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs. Zahlreiche Flüge wurden verspätet, gestrichen oder umgeleitet. Besonders betroffen war United Airlines, für die Newark ein wichtiges Drehkreuz darstellt. Mindestens 35 ihrer Flüge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Ankommende Flüge verspäteten sich um bis zu dreieinhalb Stunden, Abflüge um etwa 30 Minuten. Daten von Cirium zeigen, daß seit dem 26. April durchschnittlich 39 Flüge pro Tag in Newark gestrichen wurden, verglichen mit nur vier Streichungen pro Tag im übrigen April. Angesichts des hohen Verkehrsaufkommens in Newark ist ein zuverlässiges Flugsicherungssystem unerläßlich.
Verkehrsminister kündigt Modernisierung an
Verkehrsminister Sean Duffy betonte gegenüber FOX News die Notwendigkeit einer Modernisierung der veralteten US-amerikanischen Luftfahrtinfrastruktur. Er kündigte an, ein „brandneues Flugsicherungssystem“ aufbauen zu wollen, das neue Telekommunikation, neue Radarsysteme und eine neue Infrastruktur umfassen soll. Zudem sei die Einstellung weiterer Fluglotsen dringend erforderlich. Im vergangenen Jahr wurde berichtet, daß 285 der 313 Flugsicherungseinrichtungen des Landes unterhalb der von der FAA und der National Air Traffic Controllers Association (NATCA) festgelegten Grenzwerte operierten. Derzeit laufen aktive Rekrutierungsbemühungen, um mehr Fluglotsen einzustellen und deren Ausbildung zu beschleunigen. Es bleibt zu hoffen, daß sich die Situation in den kommenden Jahren bessern wird.