Die deutsche Fluggesellschaft German Airways hat ihre aktive Flugzeugflotte auf insgesamt neun Maschinen ausgebaut.
Das jüngste Flugzeug, ein Regionaljet des Typs Embraer E190 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-ABKE, traf nach Unternehmensangaben auf dem Flughafen Köln/Bonn ein. Vor der offiziellen Übernahme und der Überführung an den rheinischen Standort durchlief das Flugzeug eine Reihe von vorgeschriebenen technischen Inspektionen sowie detaillierten Kabinenprüfungen, um die behördlichen Kriterien des Luftfahrt-Bundesamtes für den gewerblichen Flugbetrieb zu erfüllen.
Das zur Zeitfracht-Gruppe gehörende Luftfahrtunternehmen operiert im Kernmarkt des sogenannten Wet-Lease-Geschäfts, bei dem Flugzeuge inklusive Besatzung, Wartung und Versicherung an andere Fluggesellschaften vermietet werden. Zu den Kunden der Airline gehören etablierte europäische Liniennetzbetreiber wie die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti, ITA Airways oder Luxair, die die Kapazitäten von German Airways nutzen, um temporäre Engpässe bei der eigenen Flottenverfügbarkeit auszugleichen oder stark nachgefragte Regionalstrecken flexibel zu bedienen. Mit der Standardisierung der Flotte auf den Flugzeugtyp Embraer E190 versucht der Betreiber, die Kosten für Wartung und Personalqualifikation zu optimieren.
Branchenanalysten betrachten das Wachstum im Bereich der Subunternehmer-Vermietung jedoch als Indikator für anhaltende strukturelle Probleme bei den großen europäischen Fluggesellschaften. Der anhaltende Mangel an Ersatzteilen für Triebwerke sowie Lieferverzögerungen bei den großen Flugzeugherstellern Boeing und Airbus zwingen viele Konzerne dazu, auf teurere Wet-Lease-Kapazitäten zurückzugreifen, um ihren Flugplan aufrechtzuerhalten. Für kleinere Dienstleister wie German Airways bietet diese Marktsituation zwar verlässliche Einnahmen durch langfristige Leasingverträge, birgt jedoch das Risiko einer starken Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Lage und der Flottenpolitik weniger Großkunden.
Kritische Stimmen aus der Luftfahrtwirtschaft weisen zudem darauf hin, dass der Betrieb von relativ kleinen Flottenverbänden eine logistische Herausforderung darstellt. Sollte es bei mehreren Maschinen gleichzeitig zu unvorhergesehenen technischen Ausfällen kommen, verfügt ein Anbieter mit neun Flugzeugen nur über eine geringe operative Reserve, um die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber den Leasingnehmern ohne Verzögerungen zu erfüllen. Die wirtschaftliche Rentabilität des Neuzugangs hängt somit maßgeblich davon ab, wie nahtlos das Flugzeug in bestehende Mandate integriert werden kann.