Airbus A320 (Foto: Getjet Airlines).
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GetJet Airlines setzt auf Konsolidierung und eigene Flugzeugwartung

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Die litauische Charter- und ACMI-Fluggesellschaft GetJet Airlines hat für das Geschäftsjahr 2025 stabile Finanzergebnisse vorgelegt und investiert die Erträge in den Ausbau der eigenen technischen Infrastruktur.

Mit einem Umsatz von 165 Millionen Euro bewegt sich das Unternehmen auf dem Niveau des Vorjahres, während das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um fast 20 Prozent auf 13 Millionen Euro zulegte. Der Nettogewinn beläuft sich auf 9,4 Millionen Euro. Angesichts der anhaltenden Volatilität auf dem europäischen Luftfahrtmarkt kündigte die Unternehmensführung unter Leitung von Inga Duglas an, die Gewinne vollständig zu reinvestieren, um finanzielle Puffer für das laufende Jahr 2026 zu schaffen und die operative Unabhängigkeit zu erhöhen.

Das Geschäftsmodell von GetJet Airlines basiert primär auf der Durchführung von Charterflügen sowie der Vermietung von Flugzeugen inklusive Besatzung, Wartung und Versicherung (ACMI) an andere Fluggesellschaften. Zu den jüngsten Vertragspartnern gehören Unternehmen wie Eurowings und Etihad Airways. Zur Bewältigung des Flugprogramms wurde die Flotte im vergangenen Jahr um fünf Airbus A320-200 und eine Boeing 737-800 auf insgesamt 20 Maschinen aufgestockt. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Nachfrage nach ACMI-Dienstleistungen in Europa durch die anhaltenden Lieferverzögerungen bei den großen Flugzeugherstellern und Triebwerksprobleme bei Linienfluggesellschaften gestützt wird, das Segment jedoch saisonabhängig und anfällig für plötzliche Verschiebungen im Konsumverhalten bleibt.

Um die Abhängigkeit von externen Wartungsbetrieben zu reduzieren und Kosten zu stabilisieren, verlagert die Fluggesellschaft ihren Schwerpunkt auf den Aufbau eigener technischer Kapazitäten. Neben Investitionen in den bestehenden Wartungsstützpunkt am Flughafen Šiauliai plant der Konzern den Bau einer neuen Wartungseinrichtung am Heimatflughafen Vilnius, für die ein Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro veranschlagt ist. Finanziert werden diese Vorhaben unter anderem durch ein im April 2026 geschlossenes Abkommen mit dem Finanzdienstleister Volofin Capital Management, das der GetJet Group frisches Kapital in Höhe von 31 Millionen US-Dollar für das Flugzeugmanagement und den Komponentenhandel sichert.

Trotz der positiven Ertragsentwicklung im Jahr 2025 betonen Wirtschaftsbeobachter das Risiko, das mit dem schnellen Aufbau einer eigenen Wartungsinfrastruktur in den baltischen Staaten verbunden ist. Der Markt für qualifiziertes Luftfahrtpersonal und technische Fachkräfte ist in Osteuropa stark umkämpft, da auch konkurrierende ACMI-Anbieter expandieren. Zudem erfordert der Betrieb einer gemischten Flotte aus Airbus- und Boeing-Mustern eine doppelte Lagerhaltung von Ersatzteilen und spezifische Lizenzen, was die operativen Fixkosten dauerhaft erhöht. Ob die Reinvestition der Gewinne ausreicht, um die für das zweite Halbjahr 2026 prognostizierten Schwankungen bei den Kerosinpreisen und den sinkenden Ertrag im Chartergeschäft abzufedern, wird vom Erfolg der neuen Partnerschaften abhängen.

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