Heckflossen von Austrian Airlines und Lufthansa (Foto: Jan Gruber).
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Globale Vernetzung und strategische Kürzungen: Der Sommerflugplan 2026 der Lufthansa Group Airlines

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Die Lufthansa Group Airlines haben ihren Sommerflugplan für das Jahr 2026 veröffentlicht, der mit über 14.000 wöchentlichen Verbindungen zu 330 Destinationen in rund 100 Ländern eine massive globale Präsenz unterstreicht. Die strategische Ausrichtung des Konzerns für die kommende Saison ist durch eine Expansion auf Interkontinental- und attraktiven Europastrecken gekennzeichnet, insbesondere zu Zielen in Nordamerika, Skandinavien und Afrika, sowie durch eine konsequente Straffung der innerdeutschen und europäischen Zubringerfrequenzen zur Reduzierung von Betriebskosten.

Die Konzerngesellschaften – darunter Lufthansa Airlines, Swiss International Air Lines, Austrian Airlines, Brussels Airlines, ITA Airways, Discover Airlines und Edelweiss – koordinieren ihre Angebote über die Drehkreuze in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Belgien und Italien, um den Passagieren ein dichtes und verlässliches Netzwerk zu bieten.

Im Fokus der Erweiterungen stehen neue Langstreckenverbindungen ab den zentralen Hubs Frankfurt und München, sowie eine deutliche Frequenzsteigerung auf wichtigen internationalen Routen. Gleichzeitig kündigte Lufthansa Airlines jedoch eine Reduktion von mehr als 50 Frequenzen auf innerdeutschen Zubringerstrecken an, was die anhaltende Belastung durch hohe Betriebskosten in Deutschland widerspiegelt. Die Strategie zielt darauf ab, die Kapazität dort einzusetzen, wo die Nachfrage am stärksten wächst und die Erträge am höchsten sind.

Lufthansa Airlines: Expansion auf der Langstrecke und Frequenzkürzungen im Inland

Die Kernmarke Lufthansa Airlines setzt im Sommer 2026 auf einen stabilen und verlässlichen Flugplan mit gezielten Erweiterungen der Langstreckenziele. Von Frankfurt aus werden neue, attraktive Interkontinentalstrecken aufgenommen: St. Louis, Rio de Janeiro und Kapstadt werden jeweils fünfmal wöchentlich bedient. Bestehende Routen nach Raleigh/Durham, Washington und Nairobi erfahren eine Frequenzerhöhung auf tägliche Verbindungen.

Auch in München werden Langstreckenverbindungen, die im Winter 2025/26 eingeführt wurden, fortgeführt: Sao Paulo in Südamerika und Johannesburg in Südafrika stehen dreimal pro Woche im Sommerflugplan. Alle Langstreckendienste ab München werden mit dem Airbus A350-900 durchgeführt, einem der modernsten Großraumflugzeuge.

Auf dem europäischen Kontinent reagiert Lufthansa auf die gestiegene Nachfrage nach Skandinavien. Ab dem 1. Mai 2026 wird Trondheim (Norwegen) viermal wöchentlich von Frankfurt aus angeflogen. Zusammen mit dem Angebot ab München wird die drittgrößte Stadt Norwegens dann mindestens einmal täglich aus Deutschland erreicht. Weitere nordeuropäische Destinationen wie Bergen und Stavanger erfahren ebenfalls einen Kapazitätsausbau.

Strategische Reduzierung der Zubringerfrequenzen

Im Gegensatz zur Expansion auf Langstrecken kündigte Lufthansa Airlines deutliche Kürzungen auf Zubringerstrecken an. Aufgrund der hohen Kostenbelastung für Flüge in und ab Deutschland werden über 50 Frequenzen auf inländischen Verbindungen gestrichen. Betroffen sind unter anderem die Routen zwischen München und Städten wie Köln, Düsseldorf und Berlin, sowie zwischen Frankfurt und Leipzig oder Nürnberg. Zudem stehen Strecken wie München–Münster/Osnabrück oder München–Dresden auf dem Prüfstand.

Zusätzlich werden aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Verbindungen von Frankfurt nach Toulouse sowie von München nach Tallinn und Oviedo im Frühjahr 2026 eingestellt. Diese Städte bleiben jedoch durch alternative Umsteigeverbindungen über die anderen Hubs der Lufthansa Group erreichbar. Die Straffung der innerdeutschen Routen zielt darauf ab, die Effizienz zu maximieren und die knappen Ressourcen der Airline auf die profitabelsten Strecken zu konzentrieren.

Ausbau der Freizeit- und Spezialziele

Die Töchtergesellschaften der Lufthansa Group konzentrieren sich auf die Stärkung ihrer jeweiligen Kernmärkte und die Erschließung neuer touristischer und spezialisierter Ziele.

Swiss und Edelweiss: Mehr Frequenz in Europa und neue Interkontinentalziele

Swiss International Air Lines (Swiss) erweitert ab Zürich das Angebot nach Posen in Polen und nimmt in den Sommermonaten Juli und August die kroatische Hafenstadt Rijeka ins Programm auf. Zudem erhöht Swiss die Frequenzen auf zahlreichen Europastrecken, darunter nach Alicante, Valencia und Manchester. Auf der Langstrecke werden die Flüge nach Tokio in den Monaten April, Mai und Oktober auf täglich aufgestockt. Die Ferienfluggesellschaft Edelweiss erweitert ihr Langstreckenangebot ab Zürich mit der neuen Verbindung nach Windhoek in Namibia (zweimal wöchentlich ab Juni) und erhöht die Frequenzen nach Seattle, Punta Cana und Tampa.

Discover Airlines und Austrian Airlines: Coolcation und neue Kurzstrecken

Discover Airlines baut das Kurzstreckenangebot ab Frankfurt aus und führt Shannon (Irland) und Brindisi (Italien) neu ein. Die Insel Zypern wird zu einem zentralen Ziel, mit täglichen Flügen ab Frankfurt und München nach Larnaca, wobei an den verkehrsreichsten Tagen bis zu zwei tägliche Flüge angeboten werden. Zudem wird die Langstrecke auf die Seychellen von einer saisonalen zu einer ganzjährigen Verbindung aufgewertet, und ein zusätzlicher wöchentlicher Flug nach Las Vegas wird angeboten.

Austrian Airlines (AUA) setzt ihren Erfolgskurs im Bereich der „Coolcation“-Destinationen fort, die aufgrund der starken Nachfrage im vergangenen Sommer wieder aufgenommen und ausgebaut werden. Traditionelle Urlaubsziele in Griechenland, Spanien und Italien erfahren ebenfalls eine Frequenzerhöhung und teilweise eine Erweiterung um neue Destinationen.

Stärkung der Hubs Brüssel und Rom

Die Expansion betrifft auch die europäischen Drehkreuze außerhalb der DACH-Region. Brussels Airlines stärkt ihre Position als Afrika-Experte innerhalb der Gruppe durch die Aufnahme von Kilimandscharo (Tansania) in das Streckennetz, das als achtzehntes Ziel in Subsahara-Afrika zweimal wöchentlich angeflogen wird. Die Frequenz nach Freetown (Sierra Leone) wird von fünf auf sechs Flüge pro Woche erhöht. Im Europanetz erhöht Brussels Airlines die Kapazitäten auf bestehenden Strecken, insbesondere in Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien).

Die italienische Partner-Airline ITA Airways kündigt im Rahmen ihres Sommerflugplans 2026 die zweimal tägliche Rückkehr auf der wichtigen Strecke Rom Fiumicino–London Heathrow an. In der Hauptsaison wird ITA Airways zudem Direktflüge von ihren Hubs Rom Fiumicino und Mailand Linate zu beliebten Ferienzielen in Griechenland, Spanien und auf italienischen Inseln anbieten. Die Airline fokussiert sich weiterhin entschlossen darauf, die Konnektivität des Drehkreuzes Rom Fiumicino zu erweitern und sich als führender italienischer Carrier zu positionieren.

Die strategische Konsolidierung und der gleichzeitige, gezielte Ausbau des Flugplans über alle Konzernmarken hinweg signalisieren eine robuste Erholung und ein adaptives Management der Lufthansa Group. Die Kombination aus gesteigerter Langstreckenkapazität an den Haupt-Hubs und der operativen Straffung auf weniger rentablen Kurzstrecken zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Netzwerks zu optimieren.

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