Am 19. September 2025 brach auf einem Emirates-Flug von San Francisco nach Dubai panikartiges Chaos aus, was zu einer mehr als dreistündigen Verspätung führte. Die Ursache war eine nicht bestätigte, aber sich rasch verbreitende Nachricht über eine angebliche neue Einreisegebühr von 100.000 Dollar für H-1B-Visumsinhaber.
Die Nachricht, daß die Trump-Administration eine solche Regelung erlassen hätte, löste bei zahlreichen Passagieren, von denen ein Großteil indische Staatsbürger mit H-1B-Visa waren, sofortige Unruhe aus. Aus Angst, bei ihrer Rückkehr in die Vereinigten Staaten diese hohe Gebühr zahlen zu müssen, verließen Dutzende von Reisenden das Flugzeug freiwillig. Der Kapitän mußte sich einschalten, um die Situation zu beruhigen, während die Bodenabfertigung gezwungen war, das bereits verladene Gepäck der Passagiere wieder auszuladen.
Flug EK226: Ein Vorfall, der die Unsicherheit im Luftverkehr offenlegt
Der Vorfall ereignete sich an Bord des Airbus A380 mit der Kennung A6-EVP, der planmäßig um 17:05 Uhr Ortszeit den San Francisco International Airport (SFO) verlassen sollte. Während die Passagiere ihre Plätze für den 15stündigen Flug in den Mittleren Osten einnahmen, verbreitete sich die Nachricht, daß Präsident Trump eine „Executive Order“ erlassen habe, die eine einmalige Gebühr von 100.000 Dollar für das H-1B-Visum vorschreibe. Diese Gebühr sollte angeblich nicht nur für Neuanträge, sondern auch für bestehende Visumsinhaber bei ihrer Rückkehr in die USA fällig werden. Die Gerüchte heizten sich schnell auf und führten zu einer Welle der Panik in der Kabine.
Für viele der Reisenden, insbesondere indische Staatsbürger, die einen großen Anteil der H-1B-Visa halten, war diese Nachricht ein Schock. Das H-1B-Visum ist für hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte gedacht, die in den Vereinigten Staaten tätig sind, insbesondere im Technologiebereich. Berichte zufolge hatten Tech-Giganten wie Microsoft bereits im Vorfeld davor gewarnt, daß Inhaber von H-1B-Visa von Auslandsreisen absehen oder so schnell wie möglich zurückkehren sollten, falls es zu neuen Einschränkungen kommen sollte. Die unbestätigten Informationen über die hohe Gebühr, die sich wie ein Lauffeuer an Bord verbreiteten, veranlaßten die Passagiere, ihre Reisepläne sofort zu stornieren.
In der Folge entwickelte sich eine chaotische Szenerie, in der Passagiere ihre Koffer aus den Gepäckfächern holten und sich zu den Ausgängen drängten. Um die Situation zu beruhigen, mußte der Kapitän von Flug EK226 eine Durchsage machen. Er bestätigte die Panik und erklärte, daß es den Passagieren freistehe, den Flug zu verlassen. Er forderte jedoch dazu auf, dies in geordneter Weise zu tun.
Gepäckausladung und die späte Abreise
Zahlreiche Passagiere verließen das Flugzeug, ohne daß die Fluggesellschaft oder das Bodenpersonal versuchten, sie aufzuhalten. Das Problem bestand jedoch darin, daß ihr Gepäck bereits im Frachtraum des A380 verladen war. Die Ausladung des Gepäcks der Passagiere, die ihren Flug storniert hatten, dauerte geraume Zeit und war die Hauptursache für die erhebliche Verspätung.
Der ursprünglich für 17:05 Uhr Ortszeit geplante Flug verließ das Gate erst um 20:45 Uhr, mit einer Verspätung von drei Stunden und 40 Minuten. Die verbleibenden Passagiere mußten über 18,5 Stunden an Bord verbringen. Ironischerweise hatten sie durch die große Anzahl an Reisenden, die freiwillig ausstiegen, mehr Platz und Komfort.
Die wahren Hintergründe der neuen US-Visumsbestimmungen
Die Entscheidung der Trump-Regierung, eine H-1B-Visumsgebühr einzuführen, basiert auf Bedenken, daß Unternehmen die Regelungen für nicht-immigrantische Arbeitskräfte mißbrauchen. Die US-Regierung argumentiert, daß amerikanische Arbeitnehmer, insbesondere im Technologiebereich, durch billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland ersetzt würden. Der Ballungsraum um San Francisco, auch bekannt als Silicon Valley, gilt als wichtigstes Technologiezentrum in den Vereinigten Staaten und ist stark von H-1B-Arbeitskräften abhängig.
Anfänglich berichteten die Medien, daß die Gebühr von 100.000 Dollar nicht nur für Neuanträge, sondern auch für bestehende H-1B-Visumsinhaber bei ihrer Wiedereinreise in die USA gelten würde. Zudem gab es Gerüchte, daß die Gebühr jährlich zu entrichten sei. Das Weiße Haus hat jedoch beide Gerüchte dementiert und klargestellt, daß die Gebühr nur einmalig für neue Antragsteller anfällt. Sollte diese Klarstellung zutreffen, würde der H-1B-Einreiseprozeß in seiner bisherigen Form fast unmöglich werden. Die hohe Gebühr könnte das Visum für viele Unternehmen und hochqualifizierte Arbeitskräfte unerschwinglich machen.
Die Passagiere, die den Flug EK226 aus Angst vor der Gebühr verlassen haben, werden nun vermutlich versuchen, ihren Flug umzubuchen, nachdem sich die Situation geklärt hat. Der Vorfall auf dem Flug von San Francisco nach Dubai ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie schnell sich Falschinformationen im Zeitalter der digitalen Kommunikation verbreiten können und welche realen Konsequenzen sie im Alltag von Menschen haben können.