Die staatliche Fluggesellschaft von Bahrain, Gulf Air, hat eine signifikante Erweiterung ihres provisorischen Flugplans über den benachbarten King Fahd International Airport in Dammam (DMM) bekannt gegeben.
Angesichts der anhaltenden Sperrung des bahrainischen Luftraums baut die Nationalairline ihr temporäres Streckennetz weiter aus. Zu den bereits bestehenden Ausweichverbindungen nach London, Frankfurt, Mumbai und Bangkok kommen nun neue Routen nach Kairo, Casablanca und Chennai hinzu. Diese Sonderregelungen im Flugplan sind nach aktuellem Stand vorerst bis zum 28. März 2026 befristet.
Die logistische Abwicklung dieser Notfallverbindungen stellt eine erhebliche operative Herausforderung dar. Da Starts und Landungen am Heimatdrehkreuz in Manama derzeit nicht möglich sind, organisiert die Fluggesellschaft einen umfassenden Landtransport für ihre Passagiere. Reisende werden mit Bussen über den King Fahd Causeway, die 25 Kilometer lange Brückenverbindung zwischen Bahrain und Saudi-Arabien, zum Flughafen Dammam befördert. Gulf Air stellt hierbei Unterstützung bei der Beantragung der notwendigen Transitvisa sowie bei den Grenzformalitäten bereit, um den Transfer zwischen den beiden Staaten sicherzustellen.
Hintergrund der Verlagerung sind regionale Sicherheitsvorkehrungen, die zu einer weiträumigen Schließung des Luftraums über dem Inselstaat geführt haben. Branchenanalysen zufolge sichert Gulf Air durch die Nutzung des saudi-arabischen Luftraums die Aufrechterhaltung wichtiger internationaler Handels- und Reiseverbindungen. Der Flughafen Dammam dient dabei als strategischer Ausweichstandort, da er über die erforderliche Infrastruktur für Langstreckenflüge verfügt und über den Landweg in etwa 90 Minuten von Bahrain aus erreichbar ist. Die Airline betont, dass die Rückkehr zum regulären Betrieb ab dem Bahrain International Airport unmittelbar nach der offiziellen Wiederöffnung des Luftraums erfolgen wird.
Die Ausweitung des Netzes auf Ziele in Ägypten, Marokko und Indien unterstreicht die Bemühungen der Fluggesellschaft, die Konnektivität für Geschäftsreisende und Arbeitsmigranten trotz der Krisenlage zu stabilisieren. Luftfahrtexperten beobachten die Situation genau, da die Sperrungen in der Region auch Auswirkungen auf andere internationale Carrier haben, die den Luftraum über dem Persischen Golf normalerweise als Transitkorridor nutzen. Gulf Air hat für betroffene Passagiere spezielle Umbuchungsrichtlinien erlassen und verstärkt das Personal an den Grenzübergängen, um die Wartezeiten beim Landtransfer so gering wie möglich zu halten.