Die Tourismusregion Val Gardena (Grödnertal) in Südtirol setzt in der bevorstehenden Herbstsaison auf ein strukturiertes Veranstaltungsprogramm aus geführten Bergtouren und regionalen Gastronomieangeboten.
Im Zentrum der touristischen Aktivitäten im Zeitraum von Anfang September bis Mitte Oktober steht das als „Enrosadira“ bekannte Phänomen der Rotfärbung der Dolomitengipfel bei Sonnenuntergang. Die örtlichen Tourismusverbände nutzen die klimatisch stabilen Herbstmonate, um die Saison über die Sommermonate hinaus zu verlängern und die Auslastung der Beherbergungsbetriebe in den Orten St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein zu stützen.
Das geführte Wanderprogramm umfasst im Zeitraum vom 8. September bis zum 1. November 2026 wöchentlich feste Routen zu markanten Aussichtspunkten wie der Stevia-Ablage und der Sëurasas-Alm. Lokale Bergführer übernehmen dabei die Begleitung der Gruppen in den Abendstunden. Ergänzt wird das flächendeckende Outdoor-Angebot durch die Veranstaltungsreihe „Culinarium Urtijëi“, die vom 20. September bis zum 11. Oktober in St. Ulrich stattfindet. Hierbei kooperieren regionale Gastronomiebetriebe, um traditional-ladinische Gerichte und Südtiroler Spezialitäten im Rahmen von Themenabenden und geführten Genusswanderungen zu präsentieren.
Den zeitlichen Abschluss der herbstlichen Aktionswochen bildet am 12. Oktober der traditionelle Blättermarkt „Segra Sacun“ nahe der St. Jakobskirche, der historisch als Kirchweihfest verankert ist und heute sowohl Einheimische als auch Tagesgäste anzieht. Branchenbeobachter der alpinen Tourismuswirtschaft bewerten die Verknüpfung von geführten Wanderelementen und Brauchtumsveranstaltungen als gängiges Instrument zur Auslastungssteuerung in den Alpen. Die gezielte Vermarktung des Spätsommers und Frühherbstes dient dazu, die Lücke zwischen der Hauptsommersaison und dem Beginn des Wintersportbetriebs im Dezember effizient zu überbrücken.
Kritische Marktkenner verweisen jedoch darauf, dass witterungsabhängige Outdoor-Angebote in den höheren Lagen der Dolomiten Risiken bergen. Plötzliche Kälteeinbrüche oder frühzeitige Schneefälle im Oktober können das geplante Tourenprogramm beeinträchtigen und kurzfristige Stornierungen nach sich ziehen. Zudem steht die Tourismusregion vor der kontinuierlichen Aufgabe, den Besucherdruck auf stark frequentierten Wanderrouten und Aussichtspunkten im UNESCO-Weltnaturerbe Dolomiten im Rahmen eines geordneten Besuchermanagements zu kanalisieren.