Sonnenuntergang am Meer (Foto: Jan Gruber).
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Hitzewelle in Österreich: Experten warnen vor massiven Wirksamkeitsverlusten bei Medikamenten

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Angesichts von Prognosen, die für Österreich einen der intensivsten und heißesten Sommer der vergangenen Jahre voraussagen, schlagen medizinische Fachverbände Alarm. Nach frühen Hitzetagen bereits im Mai warnt der Verband der österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO) eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren einer unsachgemäßen Medikamentenlagerung in der warmen Jahreszeit.

Hohe Sommertemperaturen und direkte Sonneneinstrahlung können die biochemische Struktur empfindlicher pharmazeutischer Präparate massiv beeinträchtigen und deren therapeutische Wirksamkeit im Extremfall vollständig zerstören, ohne dass optische Veränderungen an den Tabletten oder Flüssigkeiten erkennbar sind.

Die pharmazeutische Logistikkette in Österreich ist nach Angaben des Verbandes technisch umfassend gegen extreme Außentemperaturen abgesichert. An insgesamt 23 strategisch verteilten Standorten lagert der Großhandel den gesamten nationalen Arzneimittelvorrat von mehr als 40.000 medizinischen Artikeln in streng überwachten Temperaturzonen, die je nach Wirkstoffklasse von minus 70 bis plus 25 Grad Celsius reichen. Monatlich werden rund 20 Millionen Packungen in speziell klimatisierten Lieferfahrzeugen und dokumentierten Kühlboxen an die Apotheken ausgeliefert. Diese lückenlose Kühlkette endet jedoch definitionsgemäß an der Ladentür der Apotheke, weshalb die Verantwortung für den Erhalt der Wirkstoffstabilität ab diesem Zeitpunkt vollständig auf die Endverbraucher übergeht.

Besonders kritisch ist die Situation bei den jährlich rund acht Millionen Packungen von kühlpflichtigen Präparaten, die eine konstante Lagertemperatur zwischen 2 und 8 Grad Celsius erfordern. Zu dieser Produktkategorie zählen unter anderem lebenswichtige Insuline für Diabetiker, diverse Impfstoffe, spezielle Asthma-Dosieraerosole sowie flüssige Augentropfen. Eine kurzfristige Überhitzung im ungeschützten Zustand führt bei diesen Eiweißstrukturen und Suspensionen zu einer irreversiblen Denaturierung oder Entmischung. Ebenso schädlich ist ein versehentliches Einfrieren durch den direkten Kontakt mit Kühlelementen in Kühltaschen, was die physikalische Struktur der Emulsionen dauerhaft zerstört.

Zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken auf Reisen und im Alltag haben Pharmazeuten grundlegende Verhaltensregeln formuliert. Da sich der Innenraum von geparkten Kraftfahrzeugen im Sommer rasch auf über 60 Grad Celsius aufheizen kann, dürfen Arzneimittel dort unter keinen Umständen zurückgelassen werden. Für den häuslichen Bereich wird die Aufbewahrung im kühlsten Raum der Wohnung – meist dem Schlafzimmer oder Flur – bei konstanten 15 bis 25 Grad Celsius empfohlen, während feuchte Badezimmer ungeeignet sind. Bei Flugreisen müssen alle essenziellen Medikamente zwingend im Handgepäck mitgeführt werden, da im ungeheizten Frachtraum von Verkehrsflugzeugen extreme Minusgrade herrschen, welche die Präparate unbrauchbar machen würden.

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