Patient wird aus einem Rettungshubschrauber gebracht (Foto: Gunda Ditrich).
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Hohe Einsatzfrequenz der ÖAMTC-Flugrettung während der Semesterferien

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Die ÖAMTC-Flugrettung zieht eine Bilanz über die diesjährigen Semesterferien, die erneut als eine der einsatzreichsten Perioden des Jahres verbucht wurden. Zwischen dem 31. Jänner und dem 22. Februar 2026 absolvierten die Christophorus-Crews insgesamt 1.605 Einsätze, was einem Durchschnitt von rund 70 Alarmierungen pro Tag entspricht. Neben den 18 ganzjährigen Standorten waren vier zusätzliche Winterstützpunkte in Patergassen, Sölden, Hintertux und Zell am See in Betrieb, um das erhöhte Aufkommen im alpinen Raum abzufedern. Die zusätzliche Kapazität der Alpin-Hubschrauber trug mit 299 Starts wesentlich zur Entlastung des Systems bei, insbesondere in den touristischen Hotspots Westösterreichs.

Ein signifikanter Teil des Einsatzgeschehens entfiel mit 609 Flügen direkt auf Unfälle im Wintersport. Die medizinische Versorgung konzentrierte sich dabei vor allem auf verletzte Skifahrer, von denen 554 in umliegende Krankenhäuser transportiert wurden, gefolgt von Snowboardern und Skitourengehern. Regional kristallisierte sich Tirol mit 442 Alarmierungen als Schwerpunktland heraus. Der Stützpunkt Christophorus 4 in Kitzbühel verzeichnete mit 116 Einsätzen die höchste Frequenz, dicht gefolgt vom Salzburger Hubschrauber C6. Als intensivster Tag der Saison ging der 8. Februar 2026 in die Statistik ein, an dem die Teams landesweit 90-mal zu lebensrettenden Einsätzen abhoben.

Die Finanzierung dieser Luftrettungseinsätze unterliegt im alpinen Bereich besonderen Regelungen. Während internistische Notfälle meist durch die Sozialversicherung abgedeckt sind, werden Einsätze nach Freizeitunfällen im Gebirge direkt mit den Verunfallten verrechnet. Laut ÖAMTC verfügen jedoch über 90 Prozent der Betroffenen über privaten Versicherungsschutz oder Mitgliedschaften in Vereinen und Verbänden, die diese Kosten übernehmen. Technisch gesehen erfordern solche Einsätze oft anspruchsvolle Flugmanöver, wie Taubergungen in steilem Gelände, was ein präzises Zusammenspiel von Piloten, Notärzten und Flugrettern unter hohem Zeitdruck voraussetzt.

Die medizinische Ausstattung der Hubschrauber entspricht modernsten Standards und ermöglicht bereits an Bord Maßnahmen, die früher nur in Schockräumen von Kliniken durchführbar waren. Trotz der hohen Routine der Besatzungen mahnt die Flugrettung angesichts der Unfallzahlen zu mehr Eigenverantwortung und Rücksichtnahme auf den Pisten. Die Einhaltung der FIS-Regeln und eine realistische Selbsteinschätzung des eigenen Könnens bleiben die effektivsten Mittel, um die Zahl der schweren Kollisionen und Stürze zu reduzieren und die Kapazitäten der Rettungskette für unvorhersehbare Notfälle freizuhalten.

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