Boeing 737 (Foto: Lukas Souza/Unsplash).
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Hollywood Burbank Airport: Southwest Airlines bricht Landung nach Bodenkontakt ab

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Am Donnerstagnachmittag, dem 26. März 2026, ereignete sich am Hollywood Burbank Airport in Kalifornien ein bedeutsamer fliegerischer Zwischenfall, der die Aufmerksamkeit der Luftfahrtbehörden auf sich gezogen hat. Ein Flugzeug der Southwest Airlines vom Typ Boeing 737-700 sah sich gezwungen, den Landevorgang unmittelbar nach dem ersten Aufsetzen der Räder abzubrechen und ein sogenanntes Durchstartmanöver einzuleiten.

Nach Berichten von Augenzeugen und Daten des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 hatte die Maschine bereits Bodenkontakt auf der Landebahn 8, als die Piloten den Schub massiv erhöhten, um das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen. Als Grund für dieses hochdynamische Manöver gab die Cockpitbesatzung über die Bordansage an die Passagiere an, dass die Landebahn nicht vollständig frei gewesen sei. Dieser Vorfall ereignete sich nur wenige Tage nach einer schweren Kollision am New Yorker Flughafen LaGuardia, bei der ein Flugzeug der Air Canada mit einem Einsatzfahrzeug zusammengestoßen war. Die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (FAA) hat eine Untersuchung eingeleitet, um zu klären, ob es sich in Burbank um eine gefährliche Pisteninvasion, eine sogenannte Runway Incursion, handelte oder ob andere operative Faktoren den Abbruch des Landevorgangs notwendig machten. Die Maschine konnte rund zehn Minuten nach dem Zwischenfall sicher auf derselben Bahn landen, wobei keine Verletzungen unter den Passagieren oder der Besatzung gemeldet wurden.

Analyse des Durchstartmanövers nach dem Touchdown

In der zivilen Luftfahrt gehören Durchstartmanöver, im Fachjargon Go-Arounds genannt, zum Standardrepertoire der Pilotenausbildung und werden als Routineverfahren zur Sicherung des Flugbetriebs betrachtet. Dennoch ist der Zeitpunkt des Abbruchs im aktuellen Fall in Burbank ungewöhnlich. Normalerweise wird ein Go-Around während des Endanflugs eingeleitet, bevor die Maschine die Landebahn berührt. Sobald die Räder den Boden berührt haben, befindet sich das Flugzeug in der Übergangsphase zum Rollvorgang, in der bereits Bremsklappen und teilweise die Schubumkehr aktiviert werden könnten. Ein Abbruch in dieser Phase erfordert eine sofortige und präzise Reaktion der Piloten, um die Triebwerke wieder auf volle Leistung zu bringen und die Konfiguration des Flugzeugs für den Steigflug anzupassen.

Die Piloten der Southwest Airlines betonten in ihrer Kommunikation mit den Fluggästen, dass die Sicherheit oberste Priorität habe und die Entscheidung zum Durchstarten aufgrund einer unklaren Situation auf der Piste getroffen wurde. Luftfahrtexperten weisen darauf hin, dass moderne Sicherheitsstandards die Piloten ausdrücklich dazu ermutigen, eine Landung zu jedem Zeitpunkt abzubrechen, wenn Zweifel an der Stabilität des Anflugs oder der Freiheit der Landebahn bestehen. Das Durchstarten wird in der Industrie nicht als Fehler, sondern als Zeichen professioneller Vorsicht gewertet. In Burbank, einem Flughafen mit vergleichsweise kurzen Landebahnen und einer komplexen Anordnung von Rollwegen, ist die präzise Überwachung der Bahnbereiche von kritischer Bedeutung für den reibungslosen Ablauf.

Gefahrenpotenzial von Pisteninvasionen im modernen Luftverkehr

Der Begriff der Runway Incursion bezeichnet laut Definition der FAA jedes unbefugte Vorhandensein eines Flugzeugs, eines Fahrzeugs oder einer Person auf der geschützten Fläche einer für Starts und Landungen vorgesehenen Bahn. Solche Vorfälle gelten weltweit als eine der größten Gefahrenquellen in der Luftfahrt. Dass die Piloten in Burbank von einer nicht ganz freien Bahn sprachen, lässt Raum für Spekulationen über die Art des Hindernisses. Es könnte sich um ein anderes Flugzeug gehandelt haben, das die Bahn nicht rechtzeitig verlassen hatte, oder um ein Bodenfahrzeug, das fälschlicherweise eine Haltelinie überfahren hat.

Die Sensibilisierung für dieses Thema ist derzeit besonders hoch, da die Ermittlungen zum tödlichen Unfall am LaGuardia Airport noch in vollem Gange sind. Dort kollidierte ein Regionaljet des Typs Bombardier CRJ900 mit einem Feuerwehrwagen, was verdeutlichte, wie fatal die Folgen einer missglückten Koordination auf dem Rollfeld sein können. Während in LaGuardia die Kollision nicht mehr verhindert werden konnte, scheint das proaktive Handeln der Southwest-Besatzung in Burbank eine mögliche Gefahrensituation entschärft zu haben. Die FAA sammelt derzeit die Aufzeichnungen des Funkverkehrs sowie die Daten der Bodenradarsysteme, um festzustellen, welches Objekt oder welcher Umstand die Piloten zur Einleitung des Manövers veranlasste.

Betriebliche Abläufe und technologische Sicherheitsnetze

Der Hollywood Burbank Airport verfügt über technische Systeme zur Überwachung der Bodenbewegungen, die darauf ausgelegt sind, Konflikte frühzeitig zu erkennen. Dennoch liegt die letzte Entscheidungsgewalt und die visuelle Kontrolle beim Piloten im Cockpit und dem Fluglotsen im Tower. Ein stabiler Anflug erfordert, dass das Flugzeug in der richtigen Höhe, Geschwindigkeit und Konfiguration den Aufsetzpunkt erreicht. Sollte sich in letzter Sekunde ein Hindernis auf der Bahn zeigen oder ein anderes Flugzeug die Bahn noch nicht vollständig geräumt haben, ist das Durchstarten die einzig sichere Option.

Statistiken der Luftfahrtbehörden zeigen, dass Go-Arounds häufig durch instabile Wetterlagen, plötzliche Windböen oder eben durch die Staffelung des Verkehrs auf der Bahn ausgelöst werden. In Burbank ist das Verkehrsaufkommen hoch, und die Zeitfenster zwischen landenden und startenden Maschinen sind oft eng getaktet. Ein verzögertes Abrollen einer vorangegangenen Maschine kann bereits ausreichen, um für den nachfolgenden Verkehr einen Abbruch zu erzwingen. Die Boeing 737-700 der Southwest Airlines, die Platz für bis zu 143 Passagiere bietet, ist für ihre robusten Flugeigenschaften bekannt, was den Piloten in solchen Situationen die notwendige Leistungskontrolle ermöglicht.

Untersuchung und Stellungnahme der Beteiligten

Southwest Airlines hat bestätigt, dass der Flug sicher gelandet ist und man mit den Behörden kooperiert, um den Vorfall vollständig aufzuarbeiten. Von Seiten des Flughafens hieß es, dass der Betrieb durch das Manöver nur kurzzeitig beeinträchtigt war. Die FAA wird in ihrem abschließenden Bericht klären müssen, ob ein Kommunikationsfehler zwischen dem Tower und der Besatzung vorlag oder ob ein technisches System versagt hat, das die Bahnfreiheit garantieren sollte.

Für die Luftfahrtindustrie dient dieser Vorfall als Bestätigung für die Wirksamkeit der Sicherheitsschulungen. Dass die Piloten sich trotz des bereits erfolgten Bodenkontakts für den Abbruch entschieden, zeigt die konsequente Umsetzung der Safety-First-Doktrin. In den kommenden Wochen werden die Daten der Flugdatenschreiber ausgewertet, um die exakten Parameter des Manövers zu analysieren. Diese Informationen sind wertvoll, um künftige Schulungsprogramme für Piloten zu verfeinern und die Abläufe an Flughäfen mit hoher Verkehrsdichte weiter zu optimieren. Der Vorfall in Burbank bleibt ein Beispiel dafür, wie technisches Know-how und menschliche Wachsamkeit ineinandergreifen, um Unfälle im komplexen System des modernen Luftverkehrs zu verhindern.

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