Airbus A320neo (Foto: Cammynz).
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Hydraulikversagen zwingt Air New Zealand A320neo zu Notlandung in Sydney

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Ein planmäßiger Flug von Air New Zealand zwischen Christchurch, Neuseeland, und Sydney, Australien, sah sich am Freitag, dem 24. Oktober 2025, zu einer Notlandung gezwungen. Die Maschine des Typs Airbus A320neo, die den Flug NZ211 durchführte, meldete während des Fluges über der Tasmansee einen Ausfall des Hydrauliksystems. Dank des umsichtigen Handelns der Cockpitbesatzung und der redundanten Sicherheitssysteme des Flugzeugs konnte der Jet sicher auf dem Flughafen Sydney Kingsford Smith (syd) landen. Dort erwarteten vorsorglich bereitgestellte Rettungsdienste das Flugzeug.

Der Vorfall, der sich auf der vielbeflogenen Trans-Tasman-Route ereignete, unterstreicht die Wichtigkeit robuster Notfallprotokolle und der technischen Redundanz in der modernen Luftfahrt. Die sechs Jahre alte Maschine, Registrierung ZK-NHC, wird derzeit von einem technischen Team der Fluggesellschaft eingehend untersucht, um die Ursache des Fehlers zu klären und die Wiederaufnahme des Flugbetriebs sicherzustellen. Dieser Zwischenfall findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Air New Zealand ohnehin mit wirtschaftlichen Herausforderungen und dem Wechsel an der Spitze des Managements konfrontiert ist.


Chronologie des Zwischenfalls und Notfallmanagement

Der Flug NZ211, der ursprünglich um 06:35 Uhr Ortszeit vom Christchurch Airport (chc) abfliegen sollte, startete mit einer leichten Verzögerung um 06:56 Uhr in Richtung Sydney. Die Flugzeit über die Tasmansee beträgt regulär etwa dreieinhalb Stunden.

Ausfall über internationalem Gewässer

Etwa auf halber Strecke über dem offenen Meer, einem Abschnitt ohne nennenswerte Ausweichflughäfen oder Landmassen, identifizierten die Piloten das Hydraulikversagen. Hydrauliksysteme sind in modernen Passagierflugzeugen unerlässlich, da sie wichtige Funktionen wie die Steuerung der Ruder und der Landeklappen, das Ausfahren des Fahrwerks sowie die Bremsen betreiben. Ein Ausfall in diesem System kann die Steuerfähigkeit des Flugzeugs stark beeinträchtigen.

Angesichts der Situation und der Entfernung zu anderen geeigneten Flughäfen entschied sich die Crew, den Flug nach Sydney fortzusetzen. Die Passagiere an Bord des Airbus A320neo wurden während des Fluges über das technische Problem informiert und auf die Notfallprozeduren vorbereitet. Berichte von Reisenden beschrieben die Atmosphäre an Bord trotz der beunruhigenden Nachricht als ruhig und gefasst.

Sichere Landung und Reaktion der Rettungskräfte

Die Landung in Sydney erfolgte um 08:17 Uhr. Wie es bei Notlagen in der Luftfahrt üblich ist, standen die Notdienste – darunter Feuerwehr und Rettungskräfte – am Sydney Kingsford Smith Airport (syd) vorsorglich bereit. Air New Zealand Chief Safety and Risk Officer, Nathan McGray, bestätigte, dass die Anwesenheit der Rettungskräfte reine Vorsichtsmaßnahme gewesen sei und das Flugzeug sicher gelandet sei.

Die Maschine wurde nach der Landung zu einer entfernten Abstellposition geschleppt, wo sie rund zwei Stunden lang von Ingenieuren beurteilt wurde, bevor sie zur weiteren Inspektion zu einem Gate gezogen werden konnte. Die sofortige und koordinierte Reaktion der Boden- und Luftbesatzung sowie der Flughafen-Notdienste verhinderte, dass aus dem technischen Problem eine ernstere Krise entstand. Aufgrund des Zwischenfalls musste der nachfolgende Flug NZ232 von Sydney nach Queenstown gestrichen werden, wobei betroffene Passagiere über die Drehkreuze Auckland und Wellington umgebucht wurden.


Technische und finanzielle Herausforderungen der Fluggesellschaft

Der Vorfall mit dem Airbus A320neo mit der Registrierung ZK-NHC, einem Flugzeug, das im März 2019 an Air New Zealand ausgeliefert wurde und für internationale Kurzstrecken konfiguriert ist, reiht sich ein in eine Serie von operativen Herausforderungen, mit denen die Airline konfrontiert ist.

Die Bedeutung des Hydrauliksystems im A320

Der Airbus A320, wie auch seine modernisierte neo-Variante, verfügt über drei voneinander unabhängige Hydrauliksysteme (Grün, Gelb und Blau), die eine hohe Redundanz gewährleisten sollen. Diese Systeme versorgen kritische Komponenten wie Landeklappen, Fahrwerk und Bremsen. Ein Versagen in einem System, insbesondere im grünen System, das primär das Fahrwerk und die Hauptsteuerflächen kontrolliert, wird von den Cockpitbesatzungen sehr ernst genommen. Dank dieser Redundanz kann das Flugzeug auch bei einem Teilausfall sicher manövriert und gelandet werden, allerdings unter Verwendung von alternativen Steuergesetzen und Notfallverfahren. Experten betonen die hohe Komplexität solcher Systeme und die Notwendigkeit strikter Wartungsprotokolle, um Materialermüdung oder Leckagen, die häufig die Ursache für Druckverluste sind, vorzubeugen.

Der aktuelle Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit ständiger Wachsamkeit und Wartung. Die Flotte von Air New Zealand hat in der Vergangenheit, wie andere Betreiber des A320neo auch, mit technischen Problemen zu kämpfen gehabt, darunter insbesondere Herausforderungen mit den Triebwerken von Pratt & Whitney, die zeitweise zu Flugzeugstilllegungen führten. Die umfassende technische Überprüfung des betroffenen Flugzeugs ZK-NHC soll nun die genaue Ursache des Hydraulikversagens klären.

Wirtschaftlicher Gegenwind und Führungswechsel

Der technische Vorfall fällt in eine Zeit, in der Air New Zealand mit schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zu kämpfen hat. Die Fluggesellschaft, die sich zu 51 Prozent im Besitz der neuseeländischen Regierung befindet, rechnet für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 mit einem Verlust vor Steuern von bis zu 55 Millionen neuseeländischen Dollar. Dies liegt unter den ursprünglichen Erwartungen und ist auf höhere Betriebskosten, einschließlich Lohn- und Treibstoffkosten, sowie geringere Passagierzahlen zurückzuführen.

Erst in diesem Monat hat Air New Zealand ihren neuen Chief Executive Officer, Nikhil Ravishankar, begrüßt, der vom Chief Digital Officer in die Spitzenposition wechselte. Ravishankar ist bereits in Diskussionen über strategische Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des inländischen Streckennetzes eingetreten. Aufgrund des wirtschaftlichen Drucks hatte die Airline bereits eine inländische Route zwischen Wellington und Invercargill gestrichen. Der neue ceo hat öffentlich über die Notwendigkeit nachgedacht, variable Preisgestaltungen einzuführen, beispielsweise durch Tarife ohne die Möglichkeit zum Sammeln von Vielfliegerpunkten, oder die Verstärkung von Inlandsflügen während der Mittagszeit, um die Auslastung zu optimieren und den neuseeländischen Passagieren weiterhin wettbewerbsfähige Flugpreise anbieten zu können. Die Bewältigung der technischen Herausforderungen und die Stabilisierung der Finanzen werden die Hauptaufgaben des neuen Managements in den kommenden Monaten sein.

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