Airbus A320neo (Foto: Mario Caruana / MAviO News).
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IAG prüft Beteiligung am Verkaufsprozess der staatlichen Fluggesellschaft TAP Air Portugal

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Die International Airlines Group (IAG), zu der unter anderem British Airways und Iberia gehören, hält sich im laufenden Bieterverfahren um die portugiesische Nationalairline TAP weiterhin alle Optionen offen. Entgegen anderslautender Medienberichte über ein mögliches Ausscheiden aus dem Prozess hat der Konzern laut der Nachrichtenagentur Lusa noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Die Frist für die Abgabe eines verbindlichen Angebots läuft noch bis zum 2. April 2026. Branchenkenner beobachten die Zurückhaltung der Holding genau, da die strategische Ausrichtung des Verkaufs durch die portugiesische Regierung eine wesentliche Hürde darstellt. Lissabon plant derzeit, lediglich einen Anteil von maximal 44,9 Prozent zu veräußern, was für die IAG, die üblicherweise eine Mehrheitskontrolle anstrebt, weniger attraktiv sein könnte.

Neben der IAG haben auch die beiden anderen großen europäischen Airline-Gruppen, Lufthansa und Air France-KLM, deutliches Interesse an einer Beteiligung signalisiert. Der portugiesische Staat knüpft den Verkauf jedoch an strenge Bedingungen, die über rein finanzielle Aspekte hinausgehen. Gefordert werden detaillierte strategische Konzepte, die eine langfristige Entwicklung der Fluglinie sowie eine Stärkung der portugiesischen Flughäfen, insbesondere des Drehkreuzes Lissabon, garantieren. Für die Bieter ist vor allem die starke Position der TAP auf den Routen nach Brasilien und in das südliche Afrika von hohem strategischem Wert, da diese Märkte als hochprofitabel gelten und eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Netzwerken in Europa darstellen.

Zusätzliche Recherchen im Finanzsektor verdeutlichen, dass die portugiesische Regierung unter Ministerpräsident Luís Montenegro den Verkaufsprozess beschleunigen möchte, um die Airline nach Jahren staatlicher Stützungsmaßnahmen wieder vollständig zu privatisieren. Analysten weisen darauf hin, dass die Begrenzung auf eine Minderheitsbeteiligung von 44,9 Prozent vor allem innenpolitischen Erwägungen geschuldet ist, um den staatlichen Einfluss auf die strategische Infrastruktur des Landes zu sichern. Dies könnte jedoch dazu führen, dass potenzielle Käufer wie die IAG Nachbesserungen bei den Mitspracherechten fordern, bevor sie ein förmliches Angebot unterbreiten. Die Bewertung der Airline wird derzeit auf einen einstelligen Milliardenbetrag geschätzt, wobei die Schuldenlast der Gesellschaft bei der Preisfindung eine zentrale Rolle spielen wird.

Die Entscheidung der IAG wird maßgeblich davon abhängen, ob das Management eine realistische Chance sieht, das Geschäftsmodell der TAP mittelfristig in die eigene Konzernstruktur zu integrieren. Sollte die portugiesische Regierung an der Minderheitsbeteiligung festhalten, könnte dies den Weg für die Konkurrenten Lufthansa oder Air France-KLM ebnen, die in der Vergangenheit bereits Flexibilität bei Teilübernahmen gezeigt haben. Das Ergebnis des Bieterverfahrens wird nicht nur die Zukunft der portugiesischen Luftfahrt prägen, sondern auch die Machtverhältnisse auf den Transatlantikrouten zwischen Europa und Südamerika neu ordnen. Eine offizielle Stellungnahme der IAG zu den Gerüchten über ein mögliches Desinteresse steht derweil noch aus.

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