Deutscher Reisepass (Foto: Robert Spohr).
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IATA bestätigt Erfolg biometrischer Verfahren im internationalen Flugverkehr

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Die International Air Transport Association (IATA) hat die Ergebnisse umfassender Testreihen zur Implementierung digitaler Identitäten im globalen Reiseverkehr vorgelegt. Die sogenannten Proof-of-Concept-Projekte (PoCs), die in Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum durchgeführt wurden, belegen die technologische Machbarkeit eines vollständig kontaktlosen Reiseprozesses.

Durch den Einsatz digitaler Reisedokumente und biometrischer Verifizierung konnten Passagiere Kontrollpunkte passieren, ohne physische Reisepässe oder gedruckte Bordkarten vorlegen zu müssen. Die Studien verdeutlichen, dass die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen von Fluggesellschaften, Flughäfen und staatlichen Behörden bereits ein hohes Niveau erreicht hat.

Im Rahmen der Testläufe arbeiteten namhafte Fluggesellschaften wie Japan Airlines, Air New Zealand und die indische IndiGo mit Technologieanbietern und Regierungen zusammen. Dabei wurden digitale Identitätsdaten in mobilen Geldbörsen wie dem Apple Wallet oder Google Wallet gespeichert und mit Zustimmung der Reisenden bereits vor Reiseantritt sicher übermittelt. Dies ermöglichte Vorabprüfungen durch Behörden und reduzierte die Wartezeiten an den Flughäfen erheblich. Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche Integration nationaler Programme, wie etwa das indische „Digi Yatra“, in internationale Abläufe. Einmal erfasste biometrische Daten konnten während der gesamten Reise – vom Check-in über die Sicherheitskontrolle bis zum Boarding – konsistent wiederverwendet werden.

IATA-Generaldirektor Willie Walsh betonte, dass die Branche mit diesen Tests den Beweis für die Effizienz und Sicherheit digitaler Identitätslösungen erbracht habe. Um eine globale Einführung zu realisieren, sei nun ein koordiniertes Vorgehen der Regierungen erforderlich. Diese müssten die rechtlichen und technischen Grundlagen schaffen, um digitale Reisedokumente (Digital Travel Credentials, DTC) als offizielle Versionen physischer Pässe auszugeben und gegenseitig anzuerkennen. Die Einhaltung internationaler Standards der ICAO sowie von ISO- und W3C-Normen stellt dabei sicher, dass die Systeme weltweit kompatibel bleiben. Trotz der technologischen Modernisierung sollen papierbasierte Dokumente vorerst als Alternative bestehen bleiben, um den Zugang für alle Reisegruppen zu wahren.

Die technologische Umsetzung stützte sich auf das IATA Contactless Travel Directory und etablierte Standards wie One ID. Die Tests zeigten, dass Passagiere durch biometrische Fernregistrierung und „Tap-and-Go“-Lösungen an den Terminals eine nahtlose Reiseerfahrung genießen können. Neben der Zeitersparnis für den Reisenden bietet das System den Grenzkontrollbehörden eine höhere Präzision bei der Identifizierung und verringert die manuelle Handhabung von Dokumenten. Die IATA sieht in der Beschleunigung dieser digitalen Transformation den entscheidenden Hebel für eine höhere operative Kapazität an internationalen Luftverkehrsknotenpunkten, die zunehmend an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

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