Die spanische Fluggesellschaft Iberia treibt ihren ambitionierten „Flugplan 2030“ voran und stärkt ihre Position als wichtigstes Verbindungsglied zwischen Europa und Amerika. Als jüngster Meilenstein dieser Expansionsstrategie wurde die Aufnahme einer neuen Direktverbindung zwischen der spanischen Hauptstadt Madrid und der kanadischen Metropole Toronto bekannt gegeben. Die Strecke wird ab dem 13. Juni 2026 mit fünf wöchentlichen Frequenzen (Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag) bedient. Für die Transatlantikflüge setzt Iberia das hochmoderne Schmalrumpfflugzeug Airbus A321XLR ein, dessen Erstbetreiberin die spanische Airline ist.
Diese neue Route nach Toronto, die die kürzlich eröffneten Destinationen Orlando, Recife, Fortaleza und Monterrey ergänzt, unterstreicht Iberias klaren Fokus auf den amerikanischen Kontinent. Durch den Einsatz des A321XLR, der Transatlantikflüge mit der Wirtschaftlichkeit eines Single-Aisle-Flugzeugs ermöglicht, schafft Iberia neue Kapazitäten für Geschäfts- und Tourismusreisen zwischen Kanada, Spanien und dem gesamten europäischen Netzwerk der Airline. Die Verbindung zielt darauf ab, die bereits bestehenden hohen Passagierzahlen zwischen Toronto und Madrid weiter zu steigern und somit die Attraktivität des Drehkreuzes Madrid-Barajas zu erhöhen.
Der strategische „Flugplan 2030“ als Wachstumsmotor
Die Einführung der Toronto-Route ist ein zentraler Bestandteil des strategischen „Flugplans 2030“ von Iberia. Diese langfristige Roadmap sieht eine umfassende Investition von 6 Milliarden Euro vor, die auf mehrere Kernbereiche ausgerichtet ist: die Erneuerung und signifikante Erweiterung der Flugzeugflotte, die umfassende Digitalisierung der Dienstleistungen, die Verbesserung des Kundenerlebnisses und die Erschließung neuer Destinationen.
Im Rahmen dieses Plans strebt Iberia eine deutliche Vergrößerung ihrer Langstreckenflotte an, die von derzeit 48 auf 70 Flugzeuge anwachsen soll. Die Fokussierung auf Amerika ist hierbei strategisch. Iberia positioniert sich seit langem als der führende europäische Anbieter von Verbindungen nach Lateinamerika. Die stärkere Präsenz in Nordamerika, insbesondere durch die neue Verbindung nach Toronto, ergänzt dieses Portfolio und diversifiziert die Einnahmequellen der Fluggesellschaft.
María Jesús López Solás, Chief Commercial, Network Development and Alliances Officer von Iberia, unterstrich, dass Toronto die 49. Destination im Streckennetz der Airline sein wird und somit einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte darstellt. Sie betonte, dass die neue Verbindung nicht nur Spanien und Kanada näher zusammenbringt, sondern auch den kanadischen Reisenden optimierte Reisemöglichkeiten nach ganz Europa, dem Nahen Osten und Afrika über das Drehkreuz Madrid bietet.
Flugbetrieb und Kapazität
Die neue Direktverbindung Madrid-Toronto (IB0367/IB0368) wird ab dem 13. Juni 2026 mit fünf wöchentlichen Umläufen durchgeführt.
Die Flugzeiten sind auf eine optimale Anbindung in Madrid ausgelegt:
| Flugnummer | Strecke | Betriebstage | Abfahrt (Lokalzeit) | Ankunft (Lokalzeit) |
| IB0367 | Madrid-Toronto | Mo, Mi, Fr, Sa, So | 12:00 Uhr | 15:00 Uhr |
| IB0368 | Toronto-Madrid | Mo, Mi, Fr, Sa, So | 17:10 Uhr | 06:55 Uhr (+1) |
Mit dieser Frequenz plant Iberia, in der kommenden Sommersaison insgesamt 37.000 Sitzplätze zwischen den beiden Metropolen anzubieten. Diese Kapazitätserweiterung reagiert auf die starke Nachfrage im Passagierverkehr. Nach Angaben der CEO von Toronto Pearson, Deborah Flint, reisen jährlich bereits fast 70.000 Passagiere zwischen dem internationalen Flughafen Toronto Pearson und dem Flughafen Adolfo Suárez Madrid-Barajas. Die neue Direktverbindung wird diesen Verkehr vereinfachen und weiter intensivieren, was sowohl dem Tourismus als auch den Wirtschaftsbeziehungen beider Länder zugutekommt.
Der Airbus A321XLR: Revolutionäre Reichweite und Effizienz
Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung dieser neuen Transatlantikstrategie liegt in der Wahl des Flugzeugmusters: des Airbus A321XLR (Extra Long Range). Iberia hat als weltweit erste Fluggesellschaft diesen Flugzeugtyp in Betrieb genommen und demonstrierte seine Fähigkeit zu Langstreckenflügen bereits am 14. November, als der Erstflug nach Boston stattfand. Die Einführung des A321XLR markierte damit eine neue Ära der transozeanischen Verbindungen, da diese Routen traditionell von Großraumflugzeugen bedient wurden.
Die Entscheidung für den A321XLR ist primär eine operative und ökonomische. Das Flugzeug ermöglicht es, Transatlantikrouten mit einem Single-Aisle-Flugzeug zu bedienen, was mit erheblichen operationellen und wirtschaftlichen Vorteilen verbunden ist. Der A321XLR ist eines der effizientesten Flugzeuge auf dem Markt und zeichnet sich durch seine enorme Reichweite in Kombination mit seiner relativ geringen Größe aus. Dies erlaubt es Fluggesellschaften, weniger frequentierte Langstreckenrouten profitabel zu bedienen, da die kleineren Kapazitäten besser an die Nachfrage angepasst werden können.
Für die Passagiere bietet der A321XLR mit seiner modernen Airspace-Kabine einen hohen Komfortstandard, der dem der Langstreckenflotte von Iberia entspricht. Das Flugzeug ist mit 182 Sitzplätzen in zwei Klassen – Business und Economy – konfiguriert und bietet Annehmlichkeiten wie größere Gepäckfächer und moderne LED-Beleuchtung, die das Raumgefühl und das Reiseerlebnis verbessern.
Auswirkungen auf das Drehkreuz Toronto und die Nordamerika-Strategie
Der Toronto Pearson International Airport (YYZ) begrüßt die neue Partnerschaft mit Iberia als eine Stärkung seines globalen Netzwerks. Die Direktverbindung nach Madrid öffnet für kanadische Reisende ein wichtiges europäisches Tor und verbessert die Anbindung an Iberias umfangreiches Netz in Lateinamerika und darüber hinaus.
Für Iberia ist die Toronto-Route ein wichtiger Baustein in der Nordamerika-Strategie. Das Unternehmen betreibt bereits eine Reihe von Direktverbindungen in die Vereinigten Staaten, wie beispielsweise nach Boston und New York, sowie zu touristisch wichtigen Zielen. Der kanadische Markt, der sowohl für Geschäftsreisen als auch für den Tourismus bedeutend ist, bietet weiteres Wachstumspotenzial. Durch die Nutzung des A321XLR kann Iberia solche neuen Märkte schrittweise und mit geringerem Risiko erschließen, bevor möglicherweise der Einsatz größerer Widebody-Flugzeuge gerechtfertigt wäre. Die Kombination aus strategischen Investitionen, Flottenerweiterung und der Nutzung des A321XLR versetzt Iberia in eine starke Position, um ihre Führungsrolle im Transatlantikverkehr zu festigen und neue geografische Märkte zu erschließen. Die Route Madrid-Toronto ist somit ein konkreter Beweis für die Umsetzung des langfristigen Wachstumsplans der spanischen Nationalfluggesellschaft.