Airbus A330 (Foto: Jan Gruber).
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Iberia stellt Direktflüge zwischen Madrid und Kuba vorübergehend ein

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Die spanische Fluggesellschaft Iberia wird ihre Direktverbindungen zwischen Madrid und Havanna ab Juni 2026 vorerst aussetzen. Als Hauptgründe für diesen Schritt nennt das Unternehmen die anhaltende Kerosinknappheit auf der Karibikinsel sowie eine rückläufige Passagiernachfrage.

Bereits vor der vollständigen Einstellung des Flugbetriebs wird die Frequenz der Verbindung schrittweise reduziert: Während im April noch drei wöchentliche Flüge durchgeführt werden, sinkt die Zahl der Rotationen im Mai auf zwei Verbindungen pro Woche. Eine Wiederaufnahme der Flüge wird frühestens für November 2026 in Aussicht gestellt, sofern sich die Versorgungslage und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor Ort stabilisieren.

Die Treibstoffkrise in Kuba hat bereits in den vergangenen Monaten zu erheblichen operativen Erschwerungen für internationale Fluggesellschaften geführt. Iberia und andere europäische Carrier waren gezwungen, auf dem Rückweg von Havanna nach Europa Tankstopps in Santo Domingo in der Dominikanischen Republik einzulegen, da am Flughafen José Martí nicht ausreichend Kerosin für Langstreckenflüge zur Verfügung stand. Diese zusätzlichen Zwischenlandungen verursachen nicht nur höhere Betriebskosten, sondern führen auch zu deutlich längeren Reisezeiten und logistischen Problemen bei der Besatzungsplanung. Die angespannte ökonomische Situation Kubas verschärft zudem den Rückgang des Tourismusaufkommens aus Europa.

Trotz der Aussetzung der Direktflüge bleibt Kuba für Iberia-Kunden grundsätzlich erreichbar, wenn auch mit erhöhtem Zeitaufwand. Die Fluggesellschaft verweist auf ihr Codeshare-Abkommen mit der panamaischen Copa Airlines, über das Passagiere via Panama-Stadt nach Havanna gelangen können. Diese strategische Entscheidung ermöglicht es Iberia, die Präsenz im karibischen Markt formal aufrechtzuerhalten, ohne die hohen Risiken und Kosten der direkten Treibstoffversorgung in Kauf nehmen zu müssen. Marktbeobachter werten diesen Rückzug als deutliches Signal für die tiefe Krise der kubanischen Infrastruktur, die zunehmend den internationalen Luftverkehr behindert.

Andere Fluggesellschaften beobachten die Situation ebenfalls mit Sorge. Neben den logistischen Problemen belasten auch ausstehende Zahlungen und Währungsschwankungen das Geschäft mit der Insel. Für Kuba bedeutet der Wegfall der direkten Iberia-Flüge einen herben Schlag für den Devisenmarkt, da die Verbindung traditionell eine der wichtigsten Brücken für Urlauber und Geschäftsreisende aus dem spanischsprachigen Raum darstellt. Die geplante Rückkehr im November hängt maßgeblich davon ab, ob die kubanischen Behörden die Kerosinversorgung für ausländische Flugbetriebe wieder verlässlich garantieren können.

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