Die isländische Fluggesellschaft Icelandair hat ihr europäisches Streckennetz erweitert und am 22. Mai 2026 eine neue Direktverbindung zwischen ihrem Drehkreuz in Keflavík und dem Flughafen Venedig Marco Polo aufgenommen.
Die Route wird während der Sommersaison bis zum 18. Oktober 2026 dreimal wöchentlich bedient, wobei die Flugtage auf Dienstag, Freitag und Sonntag festgelegt wurden. Zum Einsatz kommt ein modernes Fluggerät vom Typ Boeing 737 Max 8. Mit der Aufnahme von Venedig bedient die Fluggesellschaft nun insgesamt vier Ziele in Italien, zu denen bereits Rom, Mailand und Verona gehören. Laut Unternehmensangaben ist die Nachfrage seit der Ankündigung der Strecke sowohl bei Urlaubern aus Nordeuropa als auch bei Reisenden aus der Region Venetien stabil hoch.
Die neue Verbindung ist Teil der langfristigen Strategie von Icelandair, den Flughafen Keflavík als zentrales Drehkreuz für den Transatlantikverkehr zu positionieren. Durch die abgestimmten Flugpläne erhalten Passagiere aus Norditalien effiziente Anschlussmöglichkeiten zu über 15 Zielen in Nordamerika, darunter New York, Boston und Seattle. Camillo Bozzolo, Flughafendirektor der SAVE Group, betonte die Bedeutung dieser Anbindung für den italienischen Markt, da Island als Reiseziel bei Italienern zunehmend an Popularität gewinnt. Gleichzeitig unterstützt die Fluggesellschaft durch die neue Route den kulturellen Austausch, insbesondere im Rahmen der diesjährigen Kunstbiennale in Venedig, bei der Icelandair den isländischen Pavillon als offizieller Partner fördert.
Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen, dass Island verstärkt auf das sogenannte Stopover-Programm setzt, um die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Passagiere können dabei ihren Flug für bis zu sieben Tage in Island unterbrechen, ohne dass zusätzliche Flugscheinkosten anfallen. Diese Strategie zielt darauf ab, den Tourismus in der Nebensaison zu stützen und Island als attraktiven Zwischenstopp für Reisende zwischen Europa und den USA zu etablieren. Die Einführung der Venedig-Route erfolgt in einem Jahr, in dem Icelandair seine Kapazitäten im Mittelmeerraum massiv ausgebaut hat, um der steigenden Nachfrage nach kombinierten Städte- und Naturreisen gerecht zu werden. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Wahl der Boeing 737 Max 8 aufgrund ihrer Reichweite und Betriebseffizienz ideal für diese etwa viereinhalbstündige Flugstrecke ist.
Der Wettbewerb auf der Nordatlantikroute bleibt intensiv, weshalb Icelandair verstärkt auf Nischenmärkte und direkte Anbindungen abseits der großen europäischen Hubs wie London oder Paris setzt. Venedig bietet hierbei ein enormes Potenzial, da das Einzugsgebiet Norditalien als kaufkräftig gilt und eine hohe Affinität für Reisen in den Norden zeigt. Durch die Partnerschaft mit lokalen Tourismusverbänden in Venetien soll zudem der Inbound-Tourismus nach Italien gefördert werden. Die operative Abwicklung am Flughafen Marco Polo erfolgt über spezialisierte Abfertigungsdienstleister, die auf das erhöhte Aufkommen an Transatlantik-Umsteigern vorbereitet wurden. Die Airline plant bei anhaltend guter Buchungslage eine mögliche Verlängerung der Saison in den kommenden Jahren.