Indien und Afghanistan stehen kurz vor der Wiederaufnahme von Luftfrachtverbindungen. Die Reaktivierung der Frachtkorridore wurde von Vertretern des indischen Außenministeriums während des Besuchs des afghanischen Taliban-Handelsministers Nooruddin Azizi in Neu-Delhi bekannt gegeben. Die Maßnahme zielt darauf ab, den Handel und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu beleben.
Nach Angaben von Anand Prakash, einem gemeinsamen Sekretär im indischen Außenministerium, wurden die Luftfracht-Korridore zwischen Neu-Delhi und Kabul sowie der nordindischen Stadt Amritsar bereits „aktiviert“. Die eigentlichen Frachtflüge können demnach starten, sobald die afghanische Seite die erforderlichen verwaltungstechnischen und logistischen Unterlagen vervollständigt hat. Die Aufnahme der Frachtflüge markiert einen wichtigen Schritt in den diplomatischen und wirtschaftlichen Kontakten Indiens mit der seit August 2021 von den Taliban regierten Übergangsregierung in Afghanistan.
Die ursprünglichen Luftfracht-Korridore zwischen Indien und Afghanistan wurden im Jahr 2017 eingerichtet, um das Land, das durch geopolitische Konflikte und Grenzschließungen beeinträchtigt ist, direkt mit den Märkten in Südasien zu verbinden. Diese Korridore spielten eine wesentliche Rolle beim Export von verderblichen Gütern, insbesondere afghanischen Trockenfrüchten und Gewürzen, nach Indien, da der direkte Landweg über Pakistan oft blockiert oder schwierig war.
Experten sehen in der Wiederbelebung dieser Handelsrouten ein Zeichen für die verstärkten pragmatischen Bemühungen beider Seiten, die wirtschaftliche Isolation Afghanistans zu lindern und humanitäre sowie wirtschaftliche Güter zu transportieren. Der Besuch von Taliban-Minister Azizi in Indien ist der erste offizielle Besuch eines Mitglieds der afghanischen Übergangsregierung in Neu-Delhi seit der Machtübernahme der Taliban und unterstreicht die wachsende Bedeutung des Handels.