de Havilland Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
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Indische Fluggesellschaften fordern steuerliche Entlastungen aufgrund massiver Kostensteigerungen

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Die führenden indischen Luftfahrtunternehmen IndiGo und Air India haben sich mit einer dringenden Forderung an die Regierung in Neu-Delhi gewandt, um Steuererleichterungen und eine Deckelung der Flughafengebühren zu erwirken. Auslöser für diesen Vorstoß sind drastisch gestiegene Betriebskosten, die primär auf geopolitische Spannungen in der Region zurückzuführen sind.

Seit der Sperrung des pakistanischen Luftraums für indische Maschinen im April 2025 sowie aufgrund des Konflikts im Iran sind Fluggesellschaften gezwungen, weiträumige Umwege in Richtung Europa und Nordamerika in Kauf zu nehmen. Diese Routenanpassungen führen zu einem signifikant höheren Kerosinverbrauch und einer massiven Belastung der wirtschaftlichen Bilanz.

Ein zentraler Kritikpunkt der Airlines betrifft die Besteuerung von Flugkraftstoff, der bereits bis zu 40 Prozent der Gesamtkosten eines Fluges ausmacht. Indien erhebt auf Kerosin eine Bundessteuer von elf Prozent, die durch zusätzliche Abgaben der Bundesstaaten um bis zu 29 Prozent ergänzt wird. IndiGo drängt hierbei auf eine sofortige Senkung, während Air India zusätzlich eine Reduzierung der Steuer auf Tickets der Premium-Economy-Klasse von derzeit 18 auf fünf Prozent fordert. Darüber hinaus plädieren beide Unternehmen für eine stärkere Regulierung der Gebühren an privatisierten Flughäfen, die inzwischen deutlich über den Sätzen staatlich betriebener Einrichtungen liegen und die Margen der Carrier zusätzlich unter Druck setzen.

Die operativen Auswirkungen der aktuellen Krisenlage sind laut Daten des Analysehauses Cirium verheerend. Zwischen Ende Februar und Anfang März 2026 mussten rund 64 Prozent der über 1.200 geplanten Verbindungen in Richtung Westen gestrichen werden. Air India, eine Tochter der Tata-Gruppe, beziffert den jährlichen finanziellen Schaden durch die Sperrung des pakistanischen Luftraums auf rund 600 Millionen US-Dollar. Angesichts der Tatsache, dass die Fluggesellschaft bereits im Vorjahr einen Verlust von über 433 Millionen US-Dollar ausweisen musste, verschärft die aktuelle Situation die finanzielle Instabilität des Sektors erheblich und gefährdet geplante Expansionsvorhaben auf dem internationalen Markt.

Um die Wettbewerbsfähigkeit des indischen Luftverkehrsstandorts zu sichern, fordern Branchenvertreter eine Anpassung der Rahmenbedingungen an internationale Standards. Die Regierung steht nun unter Zugzwang, da der Luftfahrtsektor als wichtiger Motor für das indische Wirtschaftswachstum gilt. Experten warnen, dass ohne staatliche Interventionen die Ticketpreise für Endverbraucher drastisch steigen könnten, was wiederum die Nachfrage dämpfen würde. Während die Verhandlungen zwischen den Ministerien und den Airlines andauern, bleibt die Lage für den indischen Luftraum aufgrund der anhaltenden Instabilität in Westasien und der gespannten Beziehungen zu den Nachbarstaaten kritisch.

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