Nach dem Tod einer niederländischen Passagierin, die Symptome einer Hantavirus-Infektion aufwies, haben Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern umfangreiche Überwachungsmaßnahmen eingeleitet.
Die Frau wollte am 25. April einen KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam antreten, wurde jedoch aufgrund ihres kritischen Zustands noch vor dem Abflug von Bord verwiesen. Nur einen Tag später verstarb sie. Da sich unter den 388 Passagieren des Fluges potenzielle Kontaktpersonen befanden, koordinieren internationale Stellen nun die Nachverfolgung, um eine mögliche Ausbreitung der Erreger frühzeitig zu unterbinden.
In Spanien führten die Ermittlungen bereits zu konkreten Vorsichtsmaßnahmen. Eine 32-jährige Frau aus Alicante, die im Flugzeug lediglich zwei Reihen hinter der Verstorbenen saß, wurde in einem Krankenhaus isoliert, nachdem sie leichte Atemwegssymptome entwickelt hatte. Obwohl Mediziner das Infektionsrisiko aufgrund der kurzen Expositionszeit als gering einstufen, bleibt die Patientin bis zum Vorliegen der endgültigen Testergebnisse in strikter Quarantäne. Parallel dazu untersuchen die katalanischen Behörden den Aufenthalt einer Südafrikanerin in Barcelona, die ebenfalls an Bord war, sowie eine weitere Kontaktperson in der Region.
Die aktuellen Krankheitsfälle werden von Experten in einen direkten Zusammenhang mit einer Reise auf dem Expeditionsschiff „Hondius“ gebracht. Berichten zufolge wurden im Umfeld dieses Schiffes bereits sieben Infektionen bestätigt, von denen drei tödlich verliefen. Das Hantavirus wird üblicherweise durch Nagetiere übertragen und kann beim Menschen schwere Lungen- oder Nierenerkrankungen auslösen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gilt zwar als extrem selten, wird jedoch bei bestimmten Virusstämmen nicht gänzlich ausgeschlossen, weshalb die Behörden mit maximaler Vorsicht agieren.
Entwarnung gab es unterdessen für das Flugpersonal: Eine KLM-Stewardess, die intensiven Kontakt zu der verstorbenen Niederländerin hatte, wurde bereits negativ auf das Virus getestet. Dennoch bleibt die Überwachung der übrigen Fluggäste bestehen, da die Inkubationszeit je nach Erregerstamm variieren kann. Die betroffenen Fluggesellschaften und Flughäfen arbeiten eng mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen, um die Protokolle für den Umgang mit hochinfektiösen Krankheiten im internationalen Luftverkehr zu validieren und gegebenenfalls anzupassen.