Aids-Symbolfoto (Foto: Bermix Studio/Unsplash).
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Jubiläumsfeier mit Ausblick: Wiener AIDS-Hilfe begeht 40 Jahre Engagement

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Am 5. September 2025 öffnet das „ega: frauen im zentrum“ seine Türen für eine Veranstaltung, die nicht nur eine Feier, sondern auch eine Hommage an vier Jahrzehnte unermüdlichen Einsatzes ist. Zum ersten Mal findet das AIDS Hilfe Wien-Fest an diesem neuen Ort statt und markiert das vierzigjährige Bestehen der AIDS-Hilfe in Österreich.

Die Veranstaltung, deren Eintritt frei ist, verbindet ein vielseitiges Programm aus Musik und Unterhaltung mit einem tiefgreifenden Rückblick auf die Geschichte der Organisation. Die Feier ist ein Bekenntnis zu Solidarität und Aufklärung, die in der Gesellschaft nach wie vor von großer Bedeutung sind. Sie bietet eine Plattform, auf der die Vergangenheit gewürdigt, die Gegenwart gefeiert und die Zukunft der AIDS-Hilfe mitgestaltet werden kann.

Die Feierlichkeiten werden um 15.30 Uhr von namhaften Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft eröffnet. Erwartet werden Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann, Gesundheitssstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig sowie der Gesundheits- und Sozialstadtrat Peter Hacker. Ihre Teilnahme unterstreicht die öffentliche Anerkennung der wichtigen Arbeit, die die AIDS-Hilfe in den letzten vierzig Jahren geleistet hat. Die Feier ist somit nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis, sondern auch ein politisches Signal für die fortwährende Unterstützung der Anliegen von Menschen mit HIV und der Präventionsarbeit.

Ein Fest der Künste und der Solidarität

Das Programm des Straßenfestes ist eine bunte Mischung aus verschiedenen künstlerischen Darbietungen. Die Bühne wird zur Plattform für musikalische und komödiantische Talente. Die klare Stimme von Mikala Nørgaard trifft auf den scharfen Witz des Stand-up-Comedians Sebastian Humi. Indie-Pop-Künstlerin Khira Ayers und DJ NicA sorgen mit ihren Sounds für die musikalische Untermalung. Ein besonderes Highlight ist der Wrestling-Ring, in dem die Auftritte von Chabela und Slammerella, eine als „queer-feministisch“ beschriebene „fetzige Fetzerei“, vom Moderator Eric Big Clit pointiert begleitet werden. Diese Vielfalt an Darbietungen spiegelt den inklusiven und progressiven Ansatz der AIDS-Hilfe wider.

Die Kombination von ernsten Themen mit Unterhaltung und Humor ist ein wesentliches Merkmal der Arbeit der Organisation. Bereits in den achtziger Jahren war es das Ziel, über eine breite Palette an Kanälen aufzuklären und das Thema aus der gesellschaftlichen Tabuzone zu holen. Das Fest steht in dieser Tradition und nutzt kulturelle Formate, um Menschen zu erreichen und für das Thema zu sensibilisieren. Es ist ein Raum, in dem Solidarität erlebbar gemacht wird.

Eine Reise durch vier Jahrzehnte: Geschichte und persönliche Einblicke

Ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten ist die Ausstellung „40 Jahre AIDS-Hilfe in Österreich“. Sie bietet den Besuchern die Möglichkeit, in die Vergangenheit einzutauchen und die Entwicklung der Organisation nachzuzeichnen. Die Ausstellung würdigt die Gründung der ersten Österreichischen AIDS-Hilfe in Wien im Jahre 1985. Dieser Moment war ein Meilenstein für die Prävention, Beratung und das gesellschaftliche Engagement in Österreich.

Historische Tafeln illustrieren die wichtigsten Stationen und die bekanntesten Kampagnen. Ein besonderes Relikt aus der Anfangszeit wird ebenfalls präsentiert: der allererste AIDS-Informationsflyer aus dem Jahre 1983. Dieses historische Dokument verdeutlicht, wie die Aufklärung über die Krankheit in einer Zeit begann, als Wissen rar und die Angst groß war.

Die Ausstellung wird durch einen Film ergänzt, der die Geschichte der AIDS-Hilfe in Österreich lebendig werden läßt. Die Dokumentation erzählt die Geschichten von Menschen, die sich vor vierzig Jahren der Herausforderung stellten, als eine HIV-Diagnose noch oft als Todesurteil und soziales Stigma angesehen wurde. Der Film beleuchtet die ersten Schritte, die im Schatten der Angst getan wurden, bis zur heutigen professionellen AIDS-Hilfe, die Prävention, Beratung und Solidarität miteinander verbindet. Diese persönlichen Erzählungen machen die Entwicklung von der damaligen Nothilfe zu einer modernen Gesundheitsorganisation nachvollziehbar.

Kunst trifft auf Solidarität: Die Rolle von Ralf König

Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die Zusammenarbeit mit dem renommierten Comic-Künstler Ralf König. Er ist seit den 1980er-Jahren für sein Engagement in der Aufklärung über HIV/AIDS bekannt. Seine humorvollen und gesellschaftskritischen Comics mit schwul-lesbischen Protagonisten haben maßgeblich dazu beigetragen, Stereotypen zu hinterfragen und das Thema der HIV-Prävention zu enttabuisieren.

Für die Spendenaktion hat Ralf König 65 exklusive Kunstdrucke einer überarbeiteten Version seiner Illustration „PRIDE“ zur Verfügung gestellt. Die Drucke sind ausschließlich im Rahmen der Ausstellung gegen eine Mindestspende von 95 Euro erhältlich. Alle Einnahmen aus dem Verkauf kommen Projekten der Aids Hilfe Wien für Menschen mit HIV zugute. Diese Aktion verbindet künstlerisches Schaffen mit sozialem Engagement und unterstreicht, wie Kunst als Werkzeug für Solidarität und Aufklärung eingesetzt werden kann.

Die Entwicklung der AIDS-Hilfe und die aktuelle Lage

Die AIDS-Hilfe Wien, die ursprünglich als Pionierorganisation in einer Krisenzeit gegründet wurde, hat sich in den vergangenen vierzig Jahren grundlegend gewandelt. Was einst ein Kampf gegen Unwissenheit, Stigma und fehlende Behandlungsmöglichkeiten war, ist heute eine professionelle Organisation, die Prävention, medizinische Versorgung und soziale Beratung anbietet. Durch den medizinischen Fortschritt ist eine HIV-Diagnose heute kein Todesurteil mehr. Menschen mit HIV können dank wirksamer Therapien ein nahezu normales Leben führen. Dennoch bleibt die Arbeit der AIDS-Hilfe von zentraler Bedeutung, da Aufklärung und soziale Unterstützung weiterhin unerläßlich sind. Die Präventionsarbeit richtet sich heute verstärkt an spezifische Risikogruppen und nutzt moderne Kommunikationsmittel, um die Botschaft von der Bedeutung sicherer Praktiken zu verbreiten.

Die Feierlichkeiten am 5. September im „ega: frauen im zentrum“ sind somit mehr als nur ein Jubiläum. Sie sind eine Gelegenheit für die Gesellschaft, innezuhalten und zu reflektieren, wie weit man im Kampf gegen das Virus gekommen ist, aber auch zu erkennen, daß das Engagement für Menschen mit HIV und die Aufklärung weiterhin notwendig sind. Die Veranstaltung ist ein Bekenntnis zu einer offenen und solidarischen Gesellschaft, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt.

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