Der Radtourismus hat sich zu einer zentralen Säule der Kärntner Tourismusstrategie entwickelt. Laut der aktuellen T-Mona-Gästebefragung nutzen mittlerweile 43 Prozent der Urlauber im südlichsten Bundesland das Fahrrad, was einen signifikanten Anstieg gegenüber den 32 Prozent im Jahr 2019 darstellt.
Damit positioniert sich Kärnten deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 31 Prozent. Die Zielgruppe der Radurlauber gilt als besonders kaufkräftig und zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Aufenthaltsdauer aus. Dennoch besteht Optimierungsbedarf bei der Infrastruktur: Mit einer Bewertung von 2,04 im Schulnotensystem liegt die Zufriedenheit der Gäste aktuell noch hinter dem bundesweiten Schnitt.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, investiert das Land Kärnten jährlich rund sechs Millionen Euro in das überregionale Radwegenetz. Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig sieht in der Modernisierung der Infrastruktur eine notwendige Pflichtaufgabe, um das Potenzial der Region voll auszuschöpfen. Ein Schwerpunkt der aktuellen Entwicklung liegt auf dem Segment „Gravel-Bike“. Mit dem Projekt „Gravel Carinthia“ wurde ein Routennetz von 1.800 Kilometern geschaffen, das 24 Touren umfasst und gezielt durch Schotterpassagen sowie kulturelle Besonderheiten wie verlassene Burgen und Aussichtstürme führt. Ergänzt wird dieses Angebot durch das Mobilitätskonzept „Rail, Rent & Bike“, das den Fahrradverleih an rund 25 Stationen entlang der Koralmbahn und wichtiger S-Bahn-Linien ermöglicht.
Auch im Bereich Mountainbike (MTB) hat das Land seine Kompetenzen massiv erweitert. Mittlerweile stehen rund 3.600 Kilometer an rechtlich abgesicherten Routen sowie über 100 Trails zur Verfügung. Besonders hervorzuheben sind die Flowtrails in Bad Kleinkirchheim und auf der Petzen, die zu den längsten ihrer Art in Europa zählen. Neue Impulse setzt zudem der „Meridiem Trail“, ein überregionales Angebot für Trekking-Biker, das von Wien bis nach Villach führt und als erste Route dieser Art eine durchgehende Beschilderung aufweist. Durch die Kooperation der Regionen Südkärnten, Klagenfurt, Wörthersee und Villach wird hierbei eine Verbindung zwischen sportlicher Aktivität und dem kulinarischen Angebot der Region geschaffen.
Flankiert wird die infrastrukturelle Offensive durch einen dichten Veranstaltungskalender im Jahr 2026. Den Auftakt bildet das internationale Rennen „Gravel Wörthersee“ vom 10. bis 12. April, das als offizielles Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaft in Australien fungiert. Es folgen das Genuss-Radopening „Velovista“ Ende April sowie zahlreiche weitere Events wie der Kärnten Radmarathon in Bad Kleinkirchheim und das „Bucketride Festival“ im September. Diese Veranstaltungen dienen laut Kärnten Werbung als wichtige Impulsgeber, um die Buchungslage insbesondere in der Vor- und Nachsaison zu stabilisieren und Kärnten als vielseitige Raddestination im internationalen Wettbewerb zu festigen.