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Kärnten forciert internationale Marktpräsenz und Ganzjahreskonzepte

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Die internationale Reisebranche blickt in diesen Tagen gespannt auf Berlin, wo die ITB als weltweit bedeutendste Tourismusfachmesse ihre Tore geöffnet hat. Vom 3. bis zum 5. März 2026 versammeln sich in den Messehallen unter dem Funkturm rund 5.800 Aussteller aus über 190 Ländern und Regionen. Inmitten dieses globalen Netzwerks präsentiert sich das Bundesland Kärnten als dynamischer Akteur innerhalb des Österreich-Standes.

Das Hauptaugenmerk der Kärntner Delegation liegt dabei auf der Vertiefung internationaler Kooperationen und der gezielten Ansprache von Reiseveranstaltern, Fluggesellschaften sowie strategischen Vertriebspartnern. Ziel ist es, die Positionierung als führende Destination im Alpen-Adria-Raum zu festigen und durch innovative Angebote die touristische Wertschöpfung über das gesamte Kalenderjahr hinweg zu sichern. Insbesondere der Ausbau der Kernmärkte, allen voran Deutschland, sowie die Erschließung neuer Potenziale in Zentral- und Osteuropa stehen im Fokus der Verhandlungen. Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, bezeichnet die Messe als unverzichtbares Instrument, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im internationalen Vergleich konsequent zu steigern.

Fokus auf den Radfrühling als wirtschaftlicher Impulsgeber

Ein wesentliches Element der diesjährigen Messepräsenz ist die Offensive zur Stärkung der Vorsaison. Unter dem Titel Radfrühling in Kärnten wurden beim traditionellen Österreich-Presseabend gezielte Maßnahmen vorgestellt, die das Land bereits früh im Jahr für Aktivurlauber attraktiv machen sollen. Das Portfolio umfasst dabei etablierte Leuchtturmprojekte wie den Drauradweg und die Kärnten Seenschleife, wird jedoch durch neue Formate signifikant erweitert. Mit dem Meridiem Trail und der mehrtägigen Radveranstaltung Velovista setzt Kärnten auf qualitativ hochwertige Angebote, die eine zahlungskräftige und sportaffine Zielgruppe ansprechen.

Diese Strategie zielt darauf ab, die touristische Auslastung von den traditionellen Sommermonaten stärker in das Frühjahr zu verlagern. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Segment Gravel Carinthia, das mit 24 vernetzten Routen und einer Gesamtlänge von rund 1.800 Kilometern eine der umfassendsten Infrastrukturen in diesem Bereich bietet. Ergänzt wird dieses Angebot durch das im Jahr 2026 neu lancierte Produkt Rail, Rent & Bike. Hierbei stehen an rund 30 Verleihstationen entlang der wichtigsten Bahnachsen moderne Fahrräder zur Verfügung, was die Kombination von Schienenverkehr und individueller Mobilität erheblich vereinfacht.

Grenzüberschreitende Kooperationen als Erfolgsmodell

Die ITB Berlin bildete zudem den Rahmen für eine wegweisende vertragliche Vereinbarung: Die Kooperation rund um den Alpe-Adria-Trail wurde mit den Partnerregionen in Italien und Slowenien um weitere drei Jahre verlängert. Der etwa 750 Kilometer lange Fernwanderweg, der von den Gletschern der Hohen Tauern bis an die Meeresküste führt, gilt in der Branche als internationales Paradebeispiel für eine erfolgreiche länderübergreifende Zusammenarbeit.

Durch die Fortführung dieses Projekts sichert Kärnten seine Sichtbarkeit in Märkten wie den Niederlanden sowie in den aufstrebenden Märkten Osteuropas. Der Trail fungiert dabei nicht nur als sportliches Angebot, sondern als verbindendes Element im Alpen-Adria-Raum, das die kulturelle und geografische Vielfalt der Region erlebbar macht. Für die touristische Infrastruktur bedeutet die Verlängerung Planungssicherheit und die Möglichkeit, spezialisierte Serviceleistungen für Fernwanderer weiter zu optimieren.

Kulturelle Inszenierung und kulinarische Kompetenz

Neben den harten wirtschaftlichen Fakten setzt Kärnten in Berlin auch auf eine emotionale Markenführung. Da der Österreich-Auftritt in diesem Jahr im Zeichen des Eurovision Song Contest steht, wurde eine direkte Verbindung zum Kärntner Weltstar Udo Jürgens geschaffen. Der Künstler Simon Stadler interpretierte dessen bekannteste Werke und schuf so eine atmosphärische Brücke zur Heimat des ESC-Siegers. In Kooperation mit Klagenfurt Tourismus und dem kärnten.museum wurde zudem die Aufmerksamkeit auf das für 2027 geplante Udo-Jürgens-Museum gelenkt. Eine unkonventionelle Marketingaktion, bei der die Akteure im Bademantel auftraten, sorgte für ein hohes mediales Interesse am Stand.

Die kulinarische Komponente des Messeauftritts wird durch Schülerinnen und Schüler der Kärntner Tourismusschule repräsentiert. Sie präsentieren dem internationalen Fachpublikum die Besonderheiten der Kärntner Alpe-Adria-Küche. Diese Form der Präsentation unterstreicht den hohen Ausbildungsstandard im Land und positioniert Kärnten gleichzeitig als Kompetenzzentrum für Gastronomie und regionale Produktqualität. Die Verknüpfung von Kultur, Tradition und moderner Dienstleistung bildet somit einen Kernpfeiler der Markenidentität.

Infrastrukturelle Meilensteine durch die Koralmbahn

Ein entscheidender Faktor für die zukünftige Entwicklung des Tourismusstandortes ist die verbesserte Erreichbarkeit durch die Koralmbahn. Seit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Dezember 2025 hat sich die Anbindung zwischen Kärnten und der Steiermark sowie dem internationalen Schienennetz massiv verbessert. Auf der ITB werden gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen neue Konzepte präsentiert, die den Bahnhof zum direkten Ausgangspunkt für Urlaubsaktivitäten machen.

Unter dem Slogan Rail & Trail werden Wanderrouten beworben, die unmittelbar an den Bahnhöfen starten und somit eine Anreise ohne eigenes Kraftfahrzeug ermöglichen. Diese Maßnahmen zielen insbesondere auf Gäste aus urbanen Ballungszentren ab, für die eine komfortable und schnelle Zugverbindung ein wesentliches Entscheidungskriterium bei der Wahl des Urlaubsziels darstellt. Die Kombination aus verkürzten Reisezeiten und integrierten Mobilitätsangeboten vor Ort wird als Schlüssel für die Transformation zur Ganzjahresdestination gesehen. Durch die enge Verzahnung von Verkehrsinfrastruktur und touristischem Produktangebot schafft Kärnten neue Wachstumschancen, die weit über die klassischen Ferienzeiten hinausreichen.

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