Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat ihr Flugprogramm für die kommende Wintersaison 2026/2027 vorgestellt. Das Unternehmen plant ein Angebot von insgesamt 80 Millionen Sitzplätzen auf rund 1.700 Strecken in 35 Ländern. Darunter befinden sich nach Angaben der Fluggesellschaft mehr als 140 neue Verbindungen.
Das Programm deckt neben klassischen Zielen für Winterurlauber in Südeuropa auch europäische Städteverbindungen sowie Destinationen in Skigebieten ab. Die Flüge sind für Verbraucher ab sofort über die digitalen Vertriebskanäle des Anbieters buchbar.
Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die Verteilung der Kapazitäten im neuen Flugplan deutliche regionale Unterschiede aufweist. Während Ryanair das Angebot in Ländern mit niedrigeren Flughafengebühren wie Spanien, Italien, Polen und Marokko ausbaut, kommt es in Ländern mit hohen staatlichen Abgaben zu spürbaren Kürzungen. Insbesondere auf dem deutschen Markt hat die Fluggesellschaft ihre Präsenz an mehreren Standorten, darunter am Flughafen Berlin Brandenburg, wegen der gestiegenen Luftverkehrsteuer und hoher Luftsicherheitsgebühren drastisch reduziert und Flugzeuge in kostengünstigere Regionen verlagert.
Die angekündigten Wachstumspläne der Fluggesellschaft stehen jedoch unter dem Vorbehalt anhaltender Lieferprobleme beim US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing. Die verzögerte Auslieferung neuer Maschinen des Typs Boeing 737 MAX hat Ryanair in der laufenden Periode bereits mehrfach gezwungen, die prognostizierten Passagierzahlen und Wachstumsziele nach unten zu korrigieren. Luftfahrtexperten äußern daher Skepsis, ob alle angekündigten Umläufe im Winter tatsächlich plangemäß durchgeführt werden können oder ob anhaltende Verzögerungen beim Hersteller zu kurzfristigen Flugstreichungen führen werden.
Zudem steht die Preispolitik des Marktführers im europäischen Billigsegment weiterhin in der Kritik von Verbraucherschutzorganisationen. Es wird bemängelt, dass die beworbenen niedrigen Einstiegspreise durch Zusatzgebühren für Handgepäck, Sitzplatzreservierungen und andere Serviceleistungen im tatsächlichen Endpreis oft deutlich überschritten werden. Für kleinere Regionalflughäfen bedeutet die starke Abhängigkeit von Ryanair zudem ein erhebliches wirtschaftliches Risiko, da die Fluggesellschaft bei Verhandlungen über Entgelte und Rabatte regelmäßig mit dem Abzug von Kapazitäten droht.