KLM-Winglet (Foto: Pixabay).
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KLM muss ersten Airbus A350 ohne Business Class in Dienst stellen

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Die niederländische Fluggesellschaft KLM steht bei der Einführung ihres neuen Flaggschiffs vor unerwarteten betrieblichen Problemen. Wie das Unternehmen bekannt gab, wird der erste Airbus A350 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen PH-ZN plangemäß Ende August 2026 übernommen, kann jedoch vorerst nicht mit dem vollständigen Kabinenprodukt betrieben werden.

Aufgrund einer noch ausstehenden behördlichen Zertifizierung für die Sitze der gehobenen „World Business Class“ bleibt diese Beförderungsklasse sowohl in der ersten Maschine als auch im zweiten zulaufenden Flugzeug dieses Typs für Passagiere gesperrt. KLM begründet den Vorfall mit einer kurzfristig veränderten Auslegung regulatorischer Sicherheitsanforderungen durch die zuständigen Luftfahrtbehörden, wodurch sich das laufende Zulassungsverfahren der Sitze verzögert hat.

Der namentlich nicht genannte Sitzhersteller arbeitet nach Angaben der Fluggesellschaft unter Hochdruck an einer technischen und administrativen Lösung, um die Freigabe durch die Aufsichtsbehörden so schnell wie möglich zu erwirken. Bis zur finalen Zertifizierung der Kabinenkomponenten werden die beiden fabrikneuen Langstreckenflugzeuge dennoch in den aktiven Liniendienst integriert, um den engen Sommerflugplan abzufangen und Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Passagiere, die bereits Tickets für die Business Class auf den betroffenen Rotationen gebucht haben, müssen vor dem Erstflug auf andere Maschinentypen umgebucht oder herabgestuft werden, was für die Fluglinie einen erheblichen logistischen und finanziellen Kompensationsaufwand bedeutet.

In der standardmäßigen Konfiguration verfügt der Airbus A350 bei KLM über insgesamt 331 Sitzplätze. Die Kabinenaufteilung sieht regulär 34 Plätze in der World Business Class, 26 Sitze in der Premium Comfort Class sowie 271 Plätze in der klassischen Economy Class vor. Bis zur Behebung des Zulassungsproblems bleibt fast jede zehnte Sitzkapazität an Bord ungenutzt, da die Fluggesellschaft die nicht zertifizierten Business-Class-Sitze aus rechtlichen Gründen während des Fluges nicht mit Fluggästen besetzen darf. Die Zwischenklassen wie die Premium Comfort Class sind von den regulatorischen Problemen nicht betroffen und stehen ab dem Erstflug uneingeschränkt zur Verfügung.

Die Beschaffung des Airbus A350 ist Teil einer umfassenden Erneuerungsstrategie der gesamten Air France-KLM-Gruppe im interkontinentalen Flugverkehr. Die Flugzeuge sollen ältere, treibstoffintensive Großraumflugzeuge der Typen Boeing 777-200ER und Airbus A330 sukzessive ersetzen, um die Effizienz auf den Langstreckenrouten nach Nordamerika und Asien zu steigern. Zulassungsprobleme bei neuartigen Kabinenprodukten haben sich in den vergangenen Jahren zu einem wiederkehrenden Problem in der Luftfahrtindustrie entwickelt, da die Sicherheitsstandards für den Aufprallschutz und die Materialbeschaffenheit von Sitzen weltweit verschärft wurden.

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