Die niederländische Fluggesellschaft KLM Royal Dutch Airlines rüstet ihre Langstreckenflotte ab Mitte 2027 stufenweise mit dem Satelliten-Internetsystem Starlink von SpaceX aus.
Das Konzernglied der Air-France-KLM-Gruppe führt den Breitbanddienst auf allen Interkontinentalverbindungen ein und stellt den Online-Zugang für Fluggäste sämtlicher Reiseklassen gebührenfrei zur Verfügung. Die Nutzung ist an die Anmeldung im Kundenbindungsprogramm Flying Blue gekoppelt oder setzt eine einmalige Registrierung über das bordeigene Online-Portal voraus.
Das Vorhaben folgt auf die Implementierung der Technologie bei der Schwestergesellschaft Air France, die den Einbau der Antennensysteme bereits im Jahr 2025 gestartet hatte. KLM nutzt die Konstellation von Kleinsatelliten im niedrigen Erdorbit (LEO), um auch auf Polarrouten sowie über den Weltmeeren kontinuierliche Datenverbindungen mit geringer Latenzzeit bereitzustellen. Die Umrüstung der Interkontinentalflotte ergänzt bestehende WLAN-Angebote der Fluggesellschaft, die auf Kurz- und Mittelstrecken innerhalb Europas bereits seit Anfang 2026 flächendeckend ausgebaut wurden.
Die Entscheidung fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein, bei dem große Netzwerk-Airlines kostenfreie Bordinternetdienste als Standardleistung etablieren. Wettbewerber wie United Airlines, American Airlines und Delta Air Lines setzen bei ihren Flottenmodernisierungen ebenfalls auf erweiterte Satelliten-Kapazitäten, um datenintensive Anwendungen wie Videostreaming während des Fluges zu ermöglichen. Fluggesellschaften erhoffen sich von der Maßnahme eine stärkere Kundenbindung sowie eine höhere Registrierungsquote in den jeweiligen Vielfliegerprogrammen.
Der stufenweise Umbau der Flugzeuge stellt die Fluggesellschaft jedoch vor logistische Herausforderungen. Für die Montage der Antennenmodule und die Zertifizierung der Systeme müssen Flugzeuge temporär aus dem regulären Umlaufplan genommen werden. Marktbeobachter verweisen darauf, dass betriebliche Engpässe bei Flottenwartungen sowie Verzögerungen in den Zulassungsverfahren die flächendeckende Verfügbarkeit des Inflight-Internets auf einzelnen Strecken zeitlich verzögern können.