Die auf den Malediven ansässige Premium-Fluggesellschaft Beond hat eine Absichtserklärung mit der indischen Aeroprime Group zur Entwicklung einer Frachtpartnerschaft unterzeichnet.
Im Rahmen dieser Vereinbarung soll das in Neu-Delhi ansässige Unternehmen als General Sales and Service Agent (GSSA) für die Frachtaktivitäten der Fluggesellschaft auf dem indischen Markt agieren. Ziel der Zusammenarbeit ist die Vermarktung und Abwicklung von Luftfrachtkapazitäten auf den Strecken zwischen Indien und den Malediven sowie weiteren internationalen Destinationen des Anbieters.
Die Einbindung eines spezialisierten Vertriebsagenten soll die Auslastung der Frachträume auf den Flügen der Airline optimieren. Beond betreibt ein Geschäftsmodell, das ausschließlich auf eine gehobene Bestuhlung in ihren Flugzeugen setzt, bietet jedoch in den Frachträumen ihrer Maschinen freie Kapazitäten für hochwertige und zeitkritische Güter an. Unternehmenschef Tero Taskila erklärte, dass die Frachtstrategie darauf abzielt, die Einnahmeseite der Betriebsgenehmigungen (Air Operator Certificates, AOCs) der Fluggesellschaft zu verbreitern und zusätzliche Erlösquellen neben dem rein Passagier-basierten Geschäft zu erschließen.
Indien stellt für die Malediven einen der wichtigsten Herkunftsmärkte im Tourismus sowie einen bedeutenden Handelspartner dar. Durch die Vereinbarung mit der Aeroprime Group versucht Beond, im Frachtverkehr zwischen dem indischen Subkontinent und dem Archipel im Indischen Ozean Fuß zu fassen. Die Abwicklung von Beiladefracht (Belly-Freight) gilt in der Zivilluftfahrt als wesentlicher Baustein, um die Rentabilität von Strecken zu sichern, insbesondere wenn die reine Passagiernachfrage saisonalen Schwankungen unterliegt.
Kritische Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass reine Premium-Fluggesellschaften in der Vergangenheit häufig vor wirtschaftlichen Herausforderungen standen. Die Beschränkung auf eine reine Business-Class-Bestuhlung reduziert die Gesamtzahl der Passagiere pro Flug, was den Druck erhöht, die Frachträume optimal zu nutzen. Ob die Partnerschaft mit Aeroprime ausreicht, um im umkämpften indischen Luftfrachtmarkt gegen etablierte Vollfrachter-Anbieter und große Netzwerkkonzerne zu bestehen, wird von der tatsächlichen Frachtnachfrage und den verfügbaren Ladekapazitäten der eingesetzten Flugzeugtypen abhängen.