Versicherungspolizze (Foto: Unsplash/Vlad Deep).
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Krankheitsrisiko und Kostensteigerung treiben Nachfrage nach Reiseschutz in Europa an

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Die Herbstferienzeit markiert in diesem Jahr eine signifikante Verschiebung im Buchungsverhalten von Reisenden, insbesondere im Hinblick auf den Abschluss von Reiseversicherungen. Das erhöhte Risiko einer Erkrankung durch die beginnende Grippe- und Coronawelle, kombiniert mit spürbar gestiegenen Reisekosten, führt zu einem deutlich gewachsenen Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung. Dies äußert sich in einer stark gestiegenen Nachfrage nach Reiseschutz nicht nur für traditionelle Fernreiseziele, sondern insbesondere auch für europäische Destinationen.

Vergleichsportale registrieren eine Zunahme an Versicherungsvergleichen für Länder wie Spanien, Griechenland oder Zypern. Spanien hat die Vereinigten Staaten von der Spitzenposition der am häufigsten versicherten Ziele verdrängt und belegt nun den ersten Platz. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur eine Veränderung der Präferenzen bei der Wahl der Reiseziele wider, sondern verdeutlicht vor allem, dass Reisende nun auch für kürzere, näher gelegene Reisen vorsichtiger planen und die finanzielle Absicherung im Krankheits- oder Notfall nicht mehr ausschließlich als Notwendigkeit bei kostspieligen Überseereisen betrachten.

Die Grippe- und Coronawelle als Katalysator der Vorsorge

Experten führen den erhöhten Bedarf an Reiseschutz direkt auf das zeitliche Zusammentreffen der Urlaubszeit mit den ersten Anzeichen einer Grippewelle und der anhaltenden Relevanz von Coronainfektionen zurück. Gerade Familien mit Kindern zeigen ein verstärktes Interesse daran, sich gegen unvorhergesehene Ereignisse wie eine kurzfristige Erkrankung vor der Abreise abzusichern. Der Gedanke, dass eine bereits gebuchte und bezahlte Reise aufgrund von Fieber oder einer anderen plötzlichen Krankheit nicht angetreten werden kann, stellt für viele ein finanzielles Risiko dar.

Die in den vergangenen Jahren gewonnenen Erfahrungen mit Reisebeschränkungen, Stornierungen und Quarantänemaßnahmen haben das Bewusstsein für die Notwendigkeit von Reiseversicherungen tiefgreifend verändert. Die vormals oft nur als optional betrachtete Absicherung ist für viele Reisende heute ein wesentlicher Bestandteil der Reiseplanung geworden. Auch wenn die akute Phase der Pandemie als überwunden gilt, wirken die dadurch geschaffene Sensibilität für gesundheitliche Risiken im Reisekontext und die damit verbundene Notwendigkeit flexibler Stornierungsoptionen nach.

Teuerungseffekt erhöht den Druck auf die Reisebudgets

Ein weiterer bedeutender Faktor, der die steigende Nachfrage nach Reiseschutz antreibt, ist die allgemeine Teuerung bei Urlauben und Reisen. Die durchschnittlichen Urlaubskosten haben sich in den letzten Jahren deutlich erhöht, was unter anderem auf die Inflation und gestiegene Betriebskosten in der Reisebranche zurückzuführen ist. Wenn Reisen teurer werden, steigt auch der potenzielle finanzielle Verlust im Falle einer Stornierung oder eines Reiseabbruchs.

Diese Kostensteigerung verstärkt die Vorsicht der Konsumenten. Die Absicherung im Krankheitsfall oder bei anderen unvorhergesehenen Ereignissen gewinnt an Bedeutung, da die Rückerstattung der Reisekosten im Schadensfall einen größeren finanziellen Posten im Haushaltsbudget darstellt. Die Notwendigkeit der Vorsorge wird nicht nur als Schutz vor gesundheitlichen Risiken, sondern auch als effektives Instrument des finanziellen Risikomanagements gesehen.

Neue Prioritäten bei den Reisezielen: Europa im Fokus

Die Rangliste der am häufigsten versicherten Reiseziele bestätigt die Verschiebung des Fokus von interkontinentalen zu europäischen Zielen. Während traditionelle Fernreisedestinationen wie die USA, die in den Vorjahren oft an der Spitze standen, zurückfallen, gewinnen europäische Länder wie Spanien, Griechenland und Zypern an Bedeutung. Auch Thailand, welches im vergangenen Jahr noch in den Top-10 vertreten war, ist nun aus dieser Spitzengruppe herausgefallen.

Diese Entwicklung korreliert mit den allgemeinen Reisetrends, bei denen europäische Mittel- und Kurzstreckenziele weiterhin hoch in der Gunst der Reisenden stehen. Spanien, das als eines der beliebtesten Urlaubsziele der Europäer gilt, profitiert von dieser Tendenz. Auch in Statistiken der allgemeinen Reiseanalyse wird Spanien, neben dem Inland, regelmäßig als eines der Top-Ziele genannt. Die verstärkte Versicherung dieser näher gelegenen Ziele zeigt, dass Reisende nicht mehr zwischen nah und fern in Bezug auf die Notwendigkeit des Schutzes unterscheiden, sondern vielmehr die Höhe der Investition in die Reise als maßgebliches Kriterium für den Versicherungsabschluss ansehen.

(Grafik: Durchblicker).

Storno, Abbruch und die Bedeutung der Auslandskrankenversicherung

Für Reisende, die sich kurzfristig absichern möchten, bieten Storno- und Abbruchversicherungen die Möglichkeit, auch noch kurz vor Reisebeginn Schutz zu erhalten. Ein genauer Vergleich der Anbieter ist hier essenziell, da nicht alle Versicherungen so kurzfristige Deckungen anbieten. Diese Versicherungsarten sind besonders wichtig, um die Kosten zurückzuerhalten, wenn die Reise aufgrund von Krankheit am Abreisetag nicht angetreten werden kann oder vorzeitig beendet werden muss.

Darüber hinaus wird die Bedeutung einer zusätzlichen Krankenversicherung für Reisen außerhalb des europäischen Wirtschaftsraumes hervorgehoben. Länder wie Ägypten, die Türkei oder die USA können im Krankheitsfall sehr hohe Behandlungskosten verursachen, die den Rahmen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung oft bei weitem übersteigen. Die Kosten für einen einzigen Krankenhausbesuch im Ausland können schnell den gesamten Reisepreis übertreffen, weshalb eine adäquate Auslandskrankenversicherung als unverzichtbar gilt.

Ein weiteres Risiko, das in der Reiseplanung zunehmend Beachtung findet, ist der Verlust von Reisegepäck. Flughäfen in Metropolen wie Barcelona und Istanbul werden statistisch als Hotspots für Gepäckverluste genannt. Eine Gepäckversicherung kann hier zumindest einen Teil der Kosten für Ersatzanschaffungen kompensieren.

Jahresschutz als wirtschaftliche Alternative

Angesichts der gestiegenen Reisefrequenz vieler Menschen bietet sich die Jahresreiseversicherung als wirtschaftlich sinnvolle Option an. Experten weisen darauf hin, dass sich ein Jahresschutz bereits ab zwei Reisen pro Jahr im Vergleich zum Abschluss von Einzelversicherungen auszahlt. Die mögliche Ersparnis kann bis zu 200 Euro jährlich betragen.

Der Abschluss eines Jahresvertrages bietet den Vorteil, dass nicht nur die anstehenden Herbstferien, sondern auch alle weiteren Reisen innerhalb eines Jahres – inklusive Kurztrips, Weihnachtsreisen, Oster- oder Sommerurlaube – automatisch abgesichert sind. Dies vereinfacht die Reiseplanung, eliminiert die Notwendigkeit des wiederholten Versicherungsvergleichs und trägt maßgeblich zu einem anhaltenden Gefühl der Sicherheit bei den Reisenden bei. Die Reiselust der Bevölkerung ist nach wie vor auf einem hohen Niveau, doch die Art und Weise, wie Reisen abgesichert werden, hat sich grundlegend verändert: Der Schutz des Budgets vor unvorhergesehenen Ereignissen ist zur festen Größe in der Reisevorbereitung geworden.

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