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Kritik an Fluggastrechterform: Luftfahrtverband IATA sieht Verfehlung der wirtschaftlichen Entlastungsziele

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Die jüngste Einigung der Europäischen Union zur Reform der Fluggastrechteverordnung EU261 stößt beim weltweiten Dachverband der Fluggesellschaften, der International Air Transport Association (IATA), auf fundamentale Kritik.

Der Verband bemängelt, dass das überarbeitete Regelwerk weder zu einer spürbaren Verbesserung der Passagiersituation beitrage noch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie sichere. Thomas Reynaert, Senior Vice President External Affairs der IATA, wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Neuregelung die Chance verpasst habe, die dringend notwendige Reduzierung bürokratischer und regulatorischer Lasten umzusetzen, wie sie unter anderem im viel beachteten Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit gefordert wurde.

Die Kritik des Branchenverbandes richtet sich vor allem gegen die anhaltend hohen finanziellen und operativen Belastungen für die Fluggesellschaften. Nach Einschätzung der IATA unternimmt die verabschiedete Reform nichts, um die explodierenden Kosten der Entschädigungszahlungen einzudämmen. Stattdessen verharre das System in einer bürokratischen Komplexität, die bei unvorhersehbaren Verspätungen oder Flugstreichungen kaum operativen Spielraum lasse. Reynaert betonte, dass West- und Mitteleuropa hierbei von politischen Absichtserklärungen zu konkreten, wirtschaftlich tragfähigen Maßnahmen hätte übergehen müssen, um den Sektor langfristig zu stabilisieren.

Ein zentraler Schwachpunkt der Neuregelung bleibt aus Sicht der Luftfahrtindustrie das Ausblenden der eigentlichen Ursachen für Flugverzögerungen. Die IATA kritisiert, dass keines der strukturellen Probleme gelöst werde, die den europäischen Luftverkehr im täglichen Betrieb behindern. Insbesondere die mangelhafte Leistungsfähigkeit und die chronische Überlastung des europäischen Flugverkehrsmanagements sowie der nationalen Flugsicherungen blieben unangetastet. Solange diese infrastrukturellen Engpässe im Luftraum nicht politisch gelöst werden, führen verschärfte Verbraucherrechte nach Ansicht von Wirtschaftsexperten lediglich zu einer künstlichen Verteuerung von Flugtickets, ohne die Pünktlichkeitsrate real zu verbessern.

Die ablehnende Haltung der IATA deckt sich mit den Reaktionen anderer internationaler Luftfahrtorganisationen, die eine zunehmende Isolation des europäischen Luftverkehrsmarktes befürchten. Durch die kumulierten Kostenrisiken aus der Verordnung EU261 geraten europäische Fluglinien im direkten Vergleich mit Konkurrenten aus Nordamerika und Asien wirtschaftlich ins Hintertreffen. Die Branche fordert daher eine grundlegende Kehrtwende in der europäischen Verkehrspolitik, die regulatorische Vereinfachungen, den Abbau von Marktbarrieren und eine Modernisierung der Flugsicherungsstrukturen in den Mittelpunkt stellt, um die Konnektivität des Kontinents dauerhaft zu gewährleisten.

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