„Let the Sky Fall – The Bond Concert Show“ präsentiert sich als ein schillerndes Event, das Fans der James-Bond-Reihe und Liebhaber zeitloser Filmmusik gleichermaßen ansprechen möchte.
Unter der Leitung von Thomas Borchert und Navina Heyne wurden am 30. November 2024 im Wiener Metropol Theater die berühmten Titelsongs der Bond-Filme in einer musikalisch und szenisch gestalteten Revue dargeboten. Das Event, das musikalische Nostalgie mit einem Hauch von Glamour verbindet, fordert jedoch auch eine kritische Reflexion hinsichtlich seiner künstlerischen Umsetzung und dramaturgischen Stringenz.
Eine Hommage an die Bond-Kultur
Die Auswahl der Songs spiegelt die Vielfalt und Tiefe der Bond-Filmgeschichte wider, angefangen bei Shirley Basseys ikonischem „Goldfinger“ bis hin zu Billie Eilishs melancholischem „No Time To Die“. Borchert und Heyne interpretieren die Klassiker nicht nur stimmlich überzeugend, sondern setzen auch auf humorvolle und augenzwinkernde Interaktionen mit dem Publikum.
Die musikalische Leitung kombiniert moderne Arrangements mit dem ursprünglichen Stil der Songs, was den Spagat zwischen Tradition und Innovation betont. Besonders hervorgehoben wird hierbei die Fähigkeit der beiden Darsteller, die emotionalen Schichten der Stücke glaubhaft zu vermitteln, wenngleich die humoristische Note gelegentlich auf Kosten der Atmosphäre ging.
Die Inszenierung und Bühnenästhetik
Die Bühne des Wiener Metropol, bekannt für ihre intime Atmosphäre, wurde für das Konzert entsprechend ausgestattet. Licht- und Videoprojektionen unterstützten die musikalische Performance, indem sie ikonische Filmszenen und 007-Symbole einblendeten.
Doch trotz dieser Effekte wirkte das Bühnenbild an einigen Stellen überladen und lenkte von der Musik ab. Die Entscheidung, auf eine Live-Band zu setzen, verlieh der Darbietung jedoch eine erfrischende Dynamik, während gleichzeitig die orchestralen Ursprünge der Bond-Songs respektiert wurden.
Dramaturgische Schwächen und Stärken
In der dramaturgischen Struktur zeigt sich eine Herausforderung: Die Abfolge der Songs folgt keiner erkennbaren narrativen oder thematischen Linie, sondern wirkt wie eine Aneinanderreihung von Hits.
Dies mindert die Tiefe und den emotionalen Bogen der Show, die vielmehr als reine Hommage denn als eigenständige künstlerische Leistung wahrgenommen werden könnte. Dennoch boten Borchert und Heyne charmante Übergänge zwischen den Stücken, die zumindest punktuell für Kohärenz sorgten.
Kritische Würdigung der Darsteller
Thomas Borchert, ein erfahrener Musical-Darsteller, und Navina Heyne, bekannt für ihre beeindruckende stimmliche Bandbreite, brachten ihre Stärken voll zur Geltung. Doch auch hier bleibt Raum für Kritik: Während Borcherts charismatische Bühnenpräsenz einen klaren Fokus setzte, fehlte es Heynes Interpretation manchmal an emotionaler Tiefe, was bei bestimmten Balladen die Wirkung minderte. Die Chemie zwischen den beiden Künstlern ist jedoch spürbar und trägt wesentlich zur Unterhaltung des Abends bei.
Let the Sky Fall – The Bond Concert Show“ ist eine gelungene Mischung aus Nostalgie, musikalischer Qualität und charmanter Inszenierung, die jedoch in Bezug auf dramaturgische Tiefe und inszenatorische Kohärenz Schwächen zeigt. Für Fans der Bond-Songs bietet die Show zweifellos einen Abend voller Erinnerungen und musikalischer Glanzmomente, während theaterwissenschaftlich Interessierte eine uneinheitliche Mischung aus Hommage und eigenständiger Inszenierung analysieren können.